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Amazon 25.03.2021
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Mittelstandskonferenz W&V MAKE Plattformen und Marktplätze: Geht's auch ohne eigenen Shop?

Shutterstock/Natee Photo
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Steigender Wettbewerb, anspruchsvolle Kundenbedürfnisse, digitale Technologien: Händler stehen vor immer neuen Herausforderungen. Welche Rolle Plattformen und Marktplätze dabei spielen, erklärte Ralf Deckers von der IFH Köln im Rahmen der W&V MAKE.

Wer heute seine Kunden über alle Kanäle erreichen will, der braucht ein gut durchdachtes Omnichannel-Konzept, das alle Käufertypen anspricht. Viele Online-Plattformen haben de facto von der Corona-Krise profitiert - wie man am Beispiel von Zalando sehen kann, das sich immer mehr hin zum Marktplatz entwickelt. Neben den großen Playern wachsen aber auch lokale Plattformen, wie beispielsweise Findeling, Locamo und Koomio.

"Es geht nicht mehr nur darum, über die Suchmaschine gefunden zu werden"

"Das Wechselspiel zwischen den Kanälen wird immer wichtiger", betonte Ralf Deckers, Bereichsleiter Customer Insights bei der IFH Köln auf der Mittelstandskonferenz W&V MAKE. "Die Online-Sichtbarkeit spielt natürlich eine große Rolle, doch es geht nicht mehr nur darum, über die Suchmaschine gefunden zu werden. Website, Social Media und Online-Marktplätze rücken immer mehr in den Fokus."

Die Website diene für Händler vor allem dazu, das Unternehmen zu präsentieren und Produkte zu verkaufen. "Außerdem kann man darüber Daten sammeln und darauf basierend dem Kunden personalisierte Angebote zukommen lassen. Auch 'Google My Business' ist für viele Mittelständler eine hilfreiche Option, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen können, mit den Kunden zu interagieren und den Erfolg zu messen. Vor allem auch im lokalen Bereich", so Deckers.

"Amazon, eBay oder YouTube sind die Championsleague"

Plattformen versprechen dagegen vor allem eine große Reichweite. "Amazon, eBay oder YouTube sind dabei quasi die Championsleague. In der zweiten Bundesliga spielen die Flugbuchungsportale und Autovermietungsportale mit - auch diese Plattformen haben eine sehr hohe Durchdringungsrate", sagt der Experte.

Laut einer Studie der IFH Köln haben 70 Prozent der Befragten vor ihrem letzten Online-Kauf über einen Marktplatz Informationen eingeholt. Eine weitere Befragung ergab zudem, dass sich 27 Prozent der Kunden vor dem stationären Kauf und 60 Prozent vor dem Online-Kauf bei Amazon informieren. Der Einkauf über die Plattformen wird zudem als praktisch, flexibel und zeitsparend wahrgenommen - und auch die Möglichkeit, Preise direkt vergleichen zu können, kommt bei den Käufern gut an.  

Kanäle

IFH Köln

Neben den Online-Marktplätzen können Händler auch über Social Media neue Zielgruppen erschließen und ihre Sichtbarkeit erhöhen. Dabei sei es wichtig, dass Unternehmen den richtigen Kanal für sich wählen. "Der Product-Fit und die Zielgruppe müssen passen", so Deckers. "Ganz nach der Devise: Gut geplant ist halb gewonnen."

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