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Plattformen 22.12.2015
Plattformen 22.12.2015

Gastkommentar Die Zukunft von Google Shopping

Keine Frage: Google Shopping ist auf dem Vormarsch. Aber welche Funktionen sollen das Wachstum der Produktsuchmaschine weiter voranbringen? Ein Ausblick.

Von Reinhard Einwagner, Produktmanager bei Whoop!, einer von Smarter Ecommerce
entwickelten Bid-Management-Software für Google Shopping

Google Shopping ist auf dem Vormarsch. Ein Wachstum des Klickvolumens um circa 47 Prozent in den USA (3. Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahrsquartal, Quelle: Rimm Kaufman's Digital Marketing Report 2015/Q3) bestätigt dies in eindrucksvoller Weise. Doch welche Features sollen das Wachstum in naher Zukunft noch weiter voran treiben?

Google Shopping Mobile

Ein starker Wachstumstreiber für Google Shopping ist die vermehrte Ausspielung von Shopping Ads auf mobilen Endgeräten, für die Google laufend die Nutzbarkeit von Google Shopping verbessert. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wurden viele Erneuerungen veröffentlicht, die in erster Linie dafür sorgen sollen schnell zu den gewünschten Produkten zu gelangen und Produktinformationen einfach darzustellen. Ein relativ neues Feature ist zum Beispiel die Nutzung der sogenannten "Local Inventory Ads", welche es Händlern ermöglichen Filialsortimente via Google Shopping zu bewerben. Dabei wird unter anderem die Verfügbarkeit der Produkte in den Filialen berücksichtigt, was einen enormen Mehrwert für Konsumenten darstellt. 2016 wird in puncto Mobile Google Shopping wieder einiges zu erwarten sein.

Die Verwendung von Local Inventory Ads wird sowohl händler- als auch konsumentenseitig steigen und sich zu einer etablierten Werbeform entwickeln. Local Inventory Ads sind noch nicht in allen für Google Shopping verfügbaren Ländern möglich, weshalb die Ausdehnung auf weitere Länder zu erwarten ist.

Zudem kann 2016 auch das Jahr des Buy-Buttons werden. Mit dieser Funktionalität ist es möglich, direkt aus einer Shopping Anzeige einen Kauf zu tätigen.

Google Shopping in Videos

Vor Kurzem wurden neue Möglichkeiten vorgestellt, Google Shopping Ads auf Youtube-Videos zu schalten. Die entsprechenden Werbeformate heißen "True View for Shopping Campaigns" und "Shopping Ads on Youtube". Bei Ersterem können Produkte in eigenen Videos direkt aus dem Merchant Center annotiert werden und bei zweiterem werden Shopping Ads in Videos geschaltet, die einen Bezug zu einem Produkt aus dem Merchant Feed aufweisen. Google geht hier einen deutlichen Schritt weiter und ermöglicht es Händlern zum Beispiel direkt in Produkttest-Videos ihre Produkte zu bewerben. Man wird also als Konsument 2016 deutlich mehr Shopping Ads in Youtube-Videos zu sehen bekommen und auf einfache Weise Anbieter von entsprechenden Produkten finden.

Weitere Verschärfung von eindeutigen Produktkennzeichnungen

Damit Google unabhängig von verwendeten Suchbegriffen oder Produkttiteln Produkte miteinander vergleichen kann, ist es notwendig Produkte eindeutig zu kennzeichnen. Der Abgleich ermöglicht beispielsweise eine Schaltung von Produkten, auch wenn die Produkttitel nicht mit der Suchanfrage überstimmen, aber gleiche Produkte von anderen Anbietern, eventuell mit besser gestalteten Produkttiteln, angezeigt werden.

Zudem kann eine Anreicherung der Anzeigen erfolgen. Zum Beispiel mit Beschreibungstexten und hochqualitativen Produktbildern direkt aus dem Manufacturer Center. Das Manufacturer Center wurde 2015 vorgestellt und dient dazu, dass Hersteller Ihre Produktdaten verwalten und Produkte aus Google Shopping diese Produktdaten verwenden können. Hier gibt es bereits Darstellungsformen von Shopping Ads, die sich dieser Informationen bedienen (siehe Bild).

Hier zu sehen ist ein Knowledge Panel mit integrierten Shopping Ads. In dem Panel werden unter anderem Produktvarianten, Bewertungen und ähnliche Produkte angezeigt. Dies ist nur mittels eindeutigen Produktkennzeichnungen möglich. Die eindeutige Produktkennzeichnung wird derzeit über Global Trade Identification Numbers (GTINs) wie beispielsweise der European Article Number (EAN) gelöst, wo bereits 2015 eine Verschärfung stattgefunden hat. Seit September 2015 muss für definierte Marken verpflichtend eine gültige GTIN angegeben werden, damit für Produkte dieser Marken Shopping Ads geschaltet werden können.

Diese Liste an Marken wird 2016 wohl anwachsen und dementsprechend sollten sich Händler dringend um eine Pflege der GTINs kümmern, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Generell bleibt zu sagen, dass Google Shopping nun weltweit als etablierte Werbeform reift und eine immer spannendere Möglichkeit für Händler bietet, um Kunden bei ihrer Recherche nach Produkten zu erreichen.

Anmerkung: Der Artikel spiegelt die persönliche Meinung und Einschätzung des Autors wider. Die dargelegten Thesen sind nicht offiziell von Google bestätigt worden.

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