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Plattformen 11.09.2015
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Herbst-News eBay launcht Treueprogramm "eBay Plus"

Der eBay-Campus in Dreilinden

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Der eBay-Campus in Dreilinden

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Nach der Trennung von Paypal will der Online-Marktplatz eBay seine Gewinne in die Entwicklung der eigenen Plattform investieren. Erste Neuerungen wurden schon jetzt bekannt gegeben.

Das Online-Auktionshaus eBay launcht in Deutschland unter dem Namen "eBay Plus" ein Treueprogramm für Kunden. Für eine Jahresmitgliedschaft von 19,90 Euro können Käufer von kostenlosem und sehr schnellem Versand sowie kostenlosem Rückversand profitieren.

Im Programm eingeschlossen sind zudem besondere Deals und Promotions sowie Vorteile beim privaten Verkaufen bei eBay. Ende September bis Anfang Oktober will eBay-Deutschland-Chef Stephan Zoll mit dem Rollout starten. Spätestens Ende Oktober bis Anfang November soll eBay Plus dann für alle eBay-Kunden verfügbar sein.

Kein Abklatsch von Amazon Prime

Zum Start sollen rund zehn Prozent aller gewerblichen Angebote eBay-Plus-Artikel sein. "Das sind einige Millionen Artikel von mehreren Tausend Verkäufern über alle Kategorien hinweg", erläutert Zoll. "Studien haben uns gezeigt, dass deutsche Verbraucher mehr Versandoptionen wünschen und vor allem kostenlosen Rückversand als wichtiges Entscheidungskriterium für einen Online-Einkauf sehen."

Als Abklatsch von Amazons extrem erfolgreichen Kundenbindungstool "Prime" will Zoll eBay Now nicht verstanden wissen. "Wir haben das Programm nicht mit Blick auf andere Programme im Markt gestartet, sondern versuchen, gezielt die individuellen Bedürfnisse der eBay-Kunden abzubilden. Für unsere Kunden ist auch das Thema Verkaufen ein ganz zentraler Bestandteil", betont er.

Händler, die sich für eBay Plus qualifizieren und so von der Konkurrenz abheben wollen,müssen Verkäufer mit Topbewertung sein und eBay-Garantie-Artikel mit einem Monat Rückgabegarantie verkaufen. Darüber hinaus müssen Händler sicherstellen, dass Artikel, die bis 14.00 Uhr bestellt werden, noch am gleichen Tag an den Logistikdienstleister übergeben werden. Dazu müssen sie für alle Artikel, die mehr als zehn Euro kosten, die Trackingnummer hochladen. "Wir werden sehr intensiv prüfen, ob Händler die Vorgaben einhalten. Wer sie dauerhaft nicht erfüllt, wird vom Programm ausgeschlossen", so Zoll. Neben den genannten gibt es noch einige weitere Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Programm.

Rabatt von 15 Prozent auf die Verkaufsprovision

Der Lohn der Mühe sind neben einer aufmerksamkeitsstarken Präsenz auf dem Marktplatz - das eBay-Plus-Logo wird in den Suchergebnisseiten eingebunden und ist über die linke Filternavigation auch gezielt auffindbar - profitieren Händler bei ihrem eBay-Plus-Sortiment von einem Rabatt von 15 Prozent auf die Verkaufsprovision. Außerdem sponsert eBay aktuell die Rückversandtickets. Diese Kosten müssen Verkäufer momentan nicht übernehmen.

Eine weitere große Neuerung für die Händler ist die Objektivierung der Verkäuferstandards. Bislang basieren diese sehr stark auf den Bewertungen der Käufer. So verlässt sich der Marktplatz bei der Versandzeit beispielsweise sehr stark auf die detaillierten Verkäuferbewertungen. Ab Februar soll die Bewertung an die Tracking-Nummern gekoppelt werden. Verkäufer sollen ihre Versandtrackingnummern dann in das System hochladen, so dass eBay objektiv messen kann, ob der Verkäufer seine Bestellung in dem von ihm definierten Rahmen auf den Weg gebracht hat. Die Bewertungen der Käufer werden dann nicht mehr berücksichtigt. Auch bei der Mängelquote beschwerten sich Händler immer wieder, dass sie sich dem Feedback der Kunden teilweise ausgeliefert fühlen. Daher will eBay auch diese objektivieren und die Quote auf weniger Kriterien stützen. Künftig werden nur noch Kaufabbrüche durch den Verkäufer und Fälle, die von eBay ohne Klärung durch den Verkäufer geschlossen werden, in die Mängelquote einfließen. In Deutschland gibt es noch weitere Herbstneuheiten zu vermelden.

Bessere Findbarkeit von Artikeln

Für Käufer will eBay zudem über strukturierte Produktdaten die Findbarkeit von Artikeln weiter verbessern. Außerdem soll die Multiscreen-Erfahrung weiter vereinfacht werden. Dazu wurden bereits vor einigen Tagen neue Apps für iOS und Android in den Markt gebracht. Ein weiteres Novum sind Vereinfachungen beim Privatverkauf von Produkten, indem Nutzer ihre Produkte einfacher über Dritte verkaufen lassen können.

"Aktuell führen wir einen Piloten mit Mädchenflohmarkt durch, das wollen wir künftig mit weiteren Anbietern in weiteren Kategorien vertiefen", erklärt Zoll. Anders als die Verkaufsagenten in den Anfangszeiten von eBay, die für die eigene Nachbarschaft eBay-Verkäufe organisiert haben, gebe es heute spezialisierte Anbieter mit entsprechender Expertise, die das Geschäft skalieren können und auch das richtige Maß an Vertrauen im Hintergrund haben.

Insgesamt sieht sich eBay nach der Trennung von Paypal und 20 Jahren Geschichte auf dem Buckel in einer guten Ausgangslage: "Wir können uns jetzt auf unser Kerngeschäft konzentrieren. eBay war von Anfang an ein sehr profitables Geschäftsmodell und hat überproportional zu den Überschüssen, die eBay Inc. als Gesamtkonzern erwirtschaftet hat, beigetragen. PayPal ist stärker gewachsen, verfügte aber über geringere Margen. Vielfach wurde das Geld, das mit dem eBay-Marktplatz verdient wurde, in das Wachstum von PayPal investiert. Künftig können wir damit die Weiterentwicklung von eBay finanzieren", so Zoll.

Ein weiterer, für eBay Deutschland schöner Nebeneffekt sei, dass mit der Trennung der Unternehmen die Bedeutung von Europa und vor allem auch von Deutschland im Unternehmen gestiegen ist. Denn fast 60 Prozent des globalen Umsatzes von eBay wird außerhalb der USA erwirtschaftet. Dazu trägt Europa einen großen Teil bei und innerhalb von Europa neben Großbritannien vor allem Deutschland. "Insofern haben wir durch die Trennung einen noch größeren Fokus auf Deutschland."

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