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Tim Cook
Plattformen 29.04.2022
Plattformen 29.04.2022

"Wir sind nicht immun" Corona-Probleme holen auch Apple ein - kräftige Rückschläge erwartet

Apple-Konzernchef Tim Cook

Shutterstock/John Gress Media Inc

Apple-Konzernchef Tim Cook

Shutterstock/John Gress Media Inc

"Wir sind nicht immun", muss schlussendlich auch Apple-Konzernchef Tim Cook zugeben. Die Corona-Probleme holen nun auch den iPhone-Hersteller ein; Apple erwartet nach einem beeindruckenden Lauf in der Corona-Pandemie einen kräftigen Rückschlag im laufenden Quartal.

Apple stellt sich nach einem beeindruckenden Lauf in der Corona-Pandemie auf einen kräftigen Rückschlag im laufenden Quartal ein. Der iPhone-Konzern rechnet damit, dass der Umsatz vor allem wegen der Corona-Lockdowns in Shanghai um vier bis acht Milliarden US-Dollar niedriger ausfallen könnte. "Wir sind nicht immun gegen solche Herausforderungen", sagte Konzernchef Tim Cook. Die Schwierigkeiten würden die meisten Produktkategorien treffen.

Auch der Stopp des Geschäfts in Russland als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine werde das Umsatzwachstum bremsen, sagte Finanzchef Luca Maestri. Bei der Corona-Situation rund um Shanghai sieht Cook dagegen Anzeichen für Optimismus. Zugleich schränkte er ein, es sei schwer vorherzusagen, wie viel von dem im laufenden Quartal entgangenen Geschäft später nachgeholt werden könne.

Zeitenwende

Noch im vergangenen Quartal konnte sich Apple erfolgreich gegen die globalen Probleme der Elektronik-Branche stemmen und steigerte den Umsatz im Jahresvergleich um neun Prozent auf 97,3 Milliarden US-Dollar. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 25 Milliarden US-Dollar in den Kassen - knapp sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Es war Apples dritthöchster Quartalsgewinn. Den Rekord von 34,6 Milliarden US-Dollar hatte der Konzern erst im Vierteljahr davor erzielt.

Besonders stark war das Wachstum im Service-Bereich, in dem das Geschäft etwa mit Speicherdiensten, der App-Plattform, aber auch Musik- und Videostreaming gebündelt ist. Der Umsatz der Sparte wuchs um gut 17 Prozent auf 19,8 Milliarden US-Dollar.

Beim wichtigsten Apple-Produkt, dem iPhone, legten die Erlöse um 5,4 Prozent auf knapp 50,6 Milliarden US-Dollar zu. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Canalys konnte Apple als einziger der großen Smartphone-Anbieter im vergangenen Quartal den Absatz erhöhen. Canalys zufolge verkaufte Apple 56,5 Millionen Geräte - 7,8 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Für Marktführer Samsung ging es dagegen um 3,6 Prozent abwärts auf 73,7 Millionen Computer-Handys. Viele der führenden Smartphone-Anbieter nennen selbst keine Absatzzahlen mehr.

Freude machten Apple auch die Mac-Computer mit einem Umsatzplus von 14,6 Prozent auf gut 10,4 Milliarden US-Dollar. Der globale PC-Markt schrumpfte in dem Quartal dagegen nach Berechnungen der Analysefirma IDC um rund fünf Prozent.

Logistik

Die Elektronik-Industrie hat insgesamt mit Chip-Engpässen und anderen Problemen in den Lieferketten zu kämpfen. Bei Apple war davon bereits im vergangenen Quartal das iPad-Tablet betroffen, bei dem der Umsatz um zwei Prozent auf 7,65 Milliarden US-Dollar zurückging. In der Sparte mit den Airpods-Ohrhörern und der Computer-Uhr Apple Watch gab es dagegen ein Umsatzplus von zwölf Prozent auf 8,8 Milliarden US-Dollar.

Apple übertraf im vergangenen Quartal deutlich die Erwartungen von Analysten unter anderem beim Konzernumsatz sowie im iPhone- und Mac-Geschäft. Das Programm zum Aktienrückkauf wird nun um weitere 90 Milliarden Dollar ausgebaut. Die Aktie beendete den nachbörslichen Handel nach den Warnungen für das aktuelle Geschäft mit einem Minus von 2,24 Prozent. Nach den Zahlen zum vergangenen Quartal hatte sie zunächst Kursgewinne verzeichnet.

Ein Analyst wollte von Cook wissen, ob Apple nach den jüngsten Corona-Problemen über grundsätzliche Änderungen an seinem Zulieferer-Modell nachdenke - wie sich zum Beispiel einen größeren Lagervorrat an Chips zuzulegen. Der Apple-Chef sagte, die Lieferkette des Konzerns sei global und Halbleiter-Vorräte anzulegen, sei in der heutigen Welt auch nicht möglich. Der Konzern reagiere aber: "Wir lernen jeden Tag etwas und machen Anpassungen."

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