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Plattformen 02.09.2020
Steiner
Plattformen 02.09.2020

Schluss mit Amazon

Warum sich Steiner Spielwaren auf den eigenen Online Shop konzentriert

Steiner GmbH
Steiner GmbH

Der Plüschtier-Hersteller Steiner hat sich Anfang des Jahres von Amazon zurückgezogen. Geschäftsführerin Susanne Bier geht mit dem Online-Marktplatz hart ins Gericht: Amazon sei vor allem für kleinere Händler und Hersteller ein unangenehmes Pflaster.

Schon Anfang des Jahres platzte Susanne Bier, Geschäftsführerin des thüringischen Traditionsherstellers Steiner Spielwaren, der Kragen. "Wir machen Schluss bei Amazon. Grundlos gesperrte Artikel, unübersichtliche Zahlungsauswertungen, Dumpingangebote von Wettbewerbern (angeblich 'Made in Germany') und sinkende Verkaufszahlen trotz Umsatzwachstums im eigenen Shop haben uns zu dieser Entscheidung geführt."

Der letzte Tropfen ins volle Fass fiel für den vor 120 Jahren gegründeten Plüschtierhersteller wohl im letzten Weihnachtsgeschäft. Produkte seien plötzlich und ohne nachvollziehbaren Grund vom Marktplatz gesperrt worden, die Kommunikation mit Amazon gestaltete sich schwierig. Doch schon zuvor hat Steiner Amazon als unangenehmes Verkaufsumfeld empfunden. "Zwar bietet Amazon eine große Reichweite, doch andererseits sind die Verkäufe für viele Händler und deutsche Marken kaum noch rentabel. Die hohe Konkurrenz aus dem In- und Ausland mit Preisen jenseits einer rentablen Fertigung überschwemmt die Plattform."

Kritikpunkte

Seit Anfang des Jahres verkauft Steiner Spielwaren seine Kuscheltiere deshalb nicht mehr über Amazon, sondern konzentriert sich auf den eigenen Online Shop. Das erste Fazit nach sechs Monaten fiel positiv aus: Seit Jahresbeginn und gerade im 2. Quartal wurden die weggefallenen Amazon-Umsätze nicht nur komplett kompensiert, gerade der Lock-Down im Handel hat zu einem Umsatzplus von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geführt.

Immer wieder lösen sich vor allem Hersteller öffentlich von Amazon, beispielsweise im Juni das DHDL-Start-up Five Skincare. Die Kritikpunkte sind dabei immer wieder dieselben: unfaire Konkurrenz, schlechte Kommunikation mit der Plattform, grundlose Produktsperren.

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