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Plattformen 22.02.2018
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Pilotprojekt

Publisher vertreiben ihre Inhalte über Amazon

shutterstock.com/AzriSuratmin
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Amazon startet eine Testphase mit einigen Publishern in den USA: Die Verleger können dabei ihre Inhalte über den Amazon-Marktplatz vertreiben. Das soll ihnen auf einen Schlag enorme Reichweite bringen. Das Modell birgt aber auch einige Gefahren.

Es sei der Wunsch vieler Publisher gewesen, Inhalte auch über Amazon.com vertreiben zu können. Nun ist der Online-Händler dem Wunsch nachgekommen und hat vor wenigen Monaten eine Testphase mit ausgewählten Publishern in den USA gestartet. Diese können ausgewählte Artikel über Amazons Shopping-Plattform nun ihren Lesern zum Kauf anbieten, berichtet Digiday.

Die Artikel können dabei über die Google-Suche oder auch direkt in der Amazon-Suche gefunden werden. Hat ein User den Artikel gefunden, kann er diesen nun eben über den Online-Händler erwerben - genauso wie er ihn bislang auf der Seite des Publishers für einen bestimmten Betrag gekauft hat.

Insbesondere für kleinere oder Nischen-Verlage könnte das Angebot durchaus spannend sein. Denn durch Amazon vergrößert sich natürlich die Reichweite um ein Vielfaches. Eine so große Menge an potenziellen Lesern könnten viele der kleineren Publisher niemals erreichen. Interessiert sich ein Nutzer für einen Artikel, führt ihn der Klick wie bei einem gewöhnlichen Amazon-Produkt auf die Produktdetailseite. Auf dieser Seite kann der User dann den Kauf tätigen. Der Publisher erhält dann eine Provision.

Provision für Publisher

Die Provisionssätze sollen identisch mit den Einnahmen sein, die der Publisher bei einer regulären Transaktion auf der Verlags-Webseite bekäme. Der Marktplatz-Betreiber bezahlt laut Aussagen eines Publishers, der an der Testphase teilnimmt, keine Lizenzgebühren für den Content. Da die Pilotphase mit den Verlegern noch in vollem Gange ist, wollte sich Amazon nicht dazu äußern, wie genau die Vergütung der Publisher aussieht.

Trotz der Aussicht auf eine große Reichweite, könnte das neue Projekt einigen Verlagen aber auch schaden. Denn die Verleger könnten so den direkten Kontakt zu ihren Lesern verlieren. Und das nicht nur, weil sie keine Daten über die Nutzer mehr haben, die ihre Artikel kaufen. Sie vergeben damit auch durchaus die Möglichkeit, eine enge Kundenbindung aufzubauen, da die Nutzer nicht mehr ihre Seite ansteuern, sondern Amazon.

Hinzu kommt: Amazons Marktmacht im Affiliate-Handel wächst stetig, wenn die Kunden ihr Suchverhalten zunehmend ins Amazon-Universum verlagern und dort nach Drittanbietern suchen. Dadurch könnte der Marktplatz-Betreiber die Provisionssätze der Affiliates auf einen Bruchteil ihres derzeitigen Niveaus senken.

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