INTERNET WORLD Business Logo Abo
Amazon-Logo-unter-Lupe
Amazon 27.09.2016
Amazon 27.09.2016

Umsätze und Marktanteile Datenanalyse: Einblicke in die "Blackbox Amazon"

shutterstock.com/Gil C
shutterstock.com/Gil C

Stolze 7,8 Milliarden Euro hat Amazon laut EHI 2015 allein in Deutschland umgesetzt. Doch mit welchen Produkten? Womit lässt sich auf dem Marktplatz gutes Geld verdienen? Eine Datenanalyse gibt Einblicke.

Mit seinem Jahresumsatz von 7,8 Milliarden Euro 2015 ist Amazon unangefochten der Platzhirsch im deutschen E-Commerce. Doch woher kommen die Umsätze?

Der Marktforscher Metoda hat für INTERNET WORLD Business eine exemplarische Datenanalyse durchgeführt, die erste Einblicke in die "Blackbox Amazon" bieten kann. 

Hauptkategorie "Baby"

Genauer unter die Lupe genommen hat Metoda die Hauptkategorie "Baby". In der ausgewerteten Woche vom 5. bis 11. September 2016 wurden allein in dieser Kategorie gut 822.000 Euro umgesetzt. Gekauft wurden binnen dieser sieben Tage rund 29.270 Produkte im Durchschnittswert von 28 Euro. 

Umsatzspitzenreiter der Hauptkategorie "Baby" war mit großem Abstand Philips Avent: 223.638 Euro Umsatz erzielte der Hersteller von Babyprodukten wie Flaschen, Saugern und Babyphones. Der Zweitplatzierte, der Kindersitzhersteller Cybex, kam auf 76.392 Euro. 

Umsatztreiber bei Philips Avent waren Babyphones: Fünf der zehn Beststeller in dieser Kategorie stammen von Philips Avent, 1.902 Stück dieser fünf Modelle wurden verkauft. Gesamtumsatz allein mit diesen Top-Sellern: 142.247 Euro. Insgesamt erzielt Philips Avent in der Kategorie Babyphones 165.235 Euro Umsatz, verkauft wurden 2.104 Stück im Durchschnittswert von 78,53 Euro. 

Der größte Wettbewerber im Segment Babyphone, Netgear, erzielte im gleichen Zeitraum einen Umsatz von 155.302 Euro - allerdings mit nur 622 verkauften Geräten. Der Grund: Durchschnittlich investierten die Käufer für ein Netgear-Gerät knapp 250 Euro, mehr als dreimal so viel wie für ein Babyphone von Philips Avent. Das zeigt: Beim Kauf von Babyprodukten sind die Käufer durchaus bereit, auch mal tiefer in die Tasche zu greifen. Der Preis allein ist kein Kaufargument.

Unterkategorie "Ernährung und Stillen"

Eindeutig ist auch der Spitzenreiter in der Unterkategorie "Ernährung und Stillen": Die Marke "Aptamil" ist dreimal unter den Top-Sellern vertreten und erzielte mit den drei Milchprodukten einen Umsatz von rund 209.147 Euro. Verkauft wurden rund 3.438 Stück. Insgesamt entfiel auf Produkte der Marke "Aptamil" in dieser Woche ein Umsatz von 387.028 Euro. Der Wettbewerber Hipp liegt deutlich dahinter auf Platz zwei: Mit Hipp-Produkten wurden in der untersuchten Woche 151.423 Euro umgesetzt. Insgesamt entfiel auf die Kategorie "Ernährung und Stillen", die Amazon intern teilweise unter "Lebensmittel" und nicht unter "Baby"verbucht, ein Umsatz von rund 879.546 Euro. 

Datenbasis für die Auswertung von Metoda sind die Verkaufsränge, die Amazon in jeder Kategorie für jedes Produkt ausweist. Diese Informationen verknüpft Metoda mit realen Verkaufszahlen von Händler und Herstellern sowie selbst erhobenen Daten etwa zum Produktpreis. Über einen selbstentwickelten Algorithmus rechnet Metoda Umsatz und Absatzahlen hoch. Die konkreten Verkaufszahlen haben laut Metoda eine Treffergenauigkeit von über 90 Prozent. Für Hersteller und Marken bietet Metoda solche Analysen unter der Bezeichnung "Market Genius" an. 

Das könnte Sie auch interessieren