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Amazon 16.11.2016
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Klage eingereicht Amazon wehrt sich gegen Betrüger

shutterstock.com/Twin Design
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Amazon geht gegen Betrüger vor: Der E-Commerce-Riese hat Klage gegen Anbieter von Produktfälschungen eingereicht. Die Probleme mit gefälschten Artikeln sowie Hacks von Shops sorgen immer mehr für Ärger - bei Kunden und Händlern.

Es ist nichts Neues, dass sich auf Amazon zahlreiche Produktfälscher herumtreiben, die die User betrügen. Doch jetzt hat sich der E-Commerce-Riese offenbar dazu entschieden, gerichtlich gegen einige vorzugehen, berichtet geekwire.com.

In den letzten Monaten sind immer mehr Beschwerden über gefälschte Produkte und sogar Hacks von Amazon Shops laut geworden. Lange hat der Marktplatzbetreiber dem Treiben zugesehen, doch nun scheint auch Amazon Handlungsbedarf zu sehen. Vor allem im Hinblick auf das anstehende Weihnachtsgeschäft will der Marktplatz-Betreiber dafür sorgen, dass Online-Shopper beim Kauf keine Angst vor Fälschungen oder Betrügern haben müssen. Diese bieten einen vermeintlich seriösen Shop an, bezahlen Kunden dann aber das Produkt, erhalten sie es nicht.

Klage gegen Händler

Um Produktfälschungen Einhalt zu gebieten, hat Amazon nun Klage in den USA gegen Händler eingereicht, die gefälschte Versionen des Sportgeräts "TRX Suspension Trainer" vertrieben haben. Eine weitere Klage betrifft den Verkauf von sogenannten Forearm Forklifts. Dabei handelt es sich um Gurte, die zum Tragen von schweren und sperrigen Gegenständen zum Einsatz kommen.

Als Grundlage für die Klageeinreichung führt Amazon zahlreiche Kundenbeschwerden an. Zudem sollen bei den gefälschten Produkten Fake-Bewertungen abgegeben worden sein. Mit diesem Thema hat Amazon ebenfalls schon seit geraumer Zeit Ärger.

Im Kampf gegen diese Rezensionen hat Amazon bereits Änderungen in seinen Richtlinien für Produktbewertungen vorgenommen. Seit September dürfen nur noch Accounts, über die Waren für mindestens 50 US-Dollar eingekauft wurden, Bewertungen abgeben. Von der neuen Regelung erhofft sich der Online-Marktplatz die Fake-Bewertungen einzudämmen. Ob die Maßnahme auf lange Sicht wirklich Wirkung zeigen wird, bleibt abzuwarten.

Hacks von Amazon-Shops

Aber nicht nur mit Fälschungen und falschen Rezensionen hat der Online-Marktplatz zu kämpfen. Derzeit kommt es immer öfter vor, dass sich Fremde Zugang zu bereits bestehen Amazon Shops verschaffen oder auch Fake Shops anlegen und darüber Artikel, die zumeist unschlagbar günstig sind, anbieten, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Händler selbst haben hierauf keinen Einfluss, müssen aber mit den Beschwerden der User und schlechten Rezensionen für ihren Shop leben.

Die Masche der Betrüger läuft im Grunde immer gleich ab: Sie bieten in Fake Shops oder über gehackte Shops Produkte sehr günstig an. Tätigt ein User einen Kauf, wird dieser aufgefordert die Rechnung nicht über Amazon zu bezahlen, sondern den Kaufpreis per Vorkasse direkt an den Händler zu überweisen. Bezahlt ein Kunde auf diese Weise das Produkt, ist Amazon nicht mehr haftbar. Denn der Verkäuferschutz des Marktplatzes gilt nur, wenn die Bezahlung über die Webseite von Amazon erfolgt.

Daher gilt: Wird man als Kunde bei dem Bezahlvorgang aufgefordert, das Amazon-Ökosystem zu verlassen, sollte man auf keinen Fall die Zahlung durchführen und den Shop bei Amazon melden.

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