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Jörg Mutschall von der Münchner Bank bei der COMMERCE WEEK
Payment 11.03.2021
Payment 11.03.2021

Commerce Week Payment - was ist das "next big thing"?

Ebner Media Group 
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Beim Payment im digitalen Handel haben sich Kundengewohnheiten in den letzten Monaten grundlegend verändert. Die wichtigsten Trends und Entwicklungen wurden auf der Commerce Week diskutiert.

Wie kann eine Bank den Handel dabei unterstützen, auf neue Anforderungen dynamisch zu reagieren? Frank Kemper, Mitglied der Chefredaktion INTERNET WORLD, hat sich mit Jörg Mutschall, Leiter ZV & Electronic Banking bei der Münchner Bank, auf der Commerce Week über zukünftige Entwicklungen im Bereich Payment unterhalten.  

Die Brötchen beim Bäcker bargeldlos bezahlen? Kein Problem! Mit der Coronakrise änderte sich das Zahlverhalten der Kunden schlagartig. Die Bargeldzahlung geht zurück, die Händler müssen reagieren. Das brachte laut Jörg Mutschall viele Herausforderungen mit sich: "Es geht ja nicht nur darum, ein Gerät an die Theke zu stellen, sondern es ist ein komplett anderer Prozessablauf im Unternehmen. Installation, Schulungen, technische Umsetzung - und das mit einer nicht auf einen Schlag erweiterbaren Manpower."

"Das Bezahlmodell muss zum Geschäftsmodell passen"

Click and Buy, Click and Collect - jeder Händler muss mittlerweile ein Sortiment an unterschiedlichsten Zahlungsweisen anbieten. Doch welcher Zahlungsmix ist für welchen Anbieter der richtige? "Wir analysieren natürlich das Bargeldverhalten und schauen uns auch das Thema Buchhaltung an", so Mutschall. "Das Bezahlmodell muss zum Geschäftsmodell passen. Auch das Thema Ratenkauf spielt eine Rolle, was sich nun auch online umsetzen lässt. Das charmante Feedback von unseren Händlern war dazu: 'Ich scheue mich, meinen Kunden zu fragen, was er verdient'. Wenn man da eine einfache Lösung hat, ist das natürlich sehr gut."

N26, Kontist, Holvi: Online-Banken etablieren sich immer mehr - doch der Payment-Experte ist überzeugt, dass Kundennähe trotzdem weiterhin entscheidend ist: "Bei Fragen einfach zur Verfügung zu stehen und den Kunden zu kennen, das macht es aus. Wichtig ist der Mensch, der steht im Mittelpunkt. Und das schätzen auch die Kunden. Neue Player wird es auf dem Markt immer geben. Wir sehen das aber vor allem als Ansporn."

Das "next big thing": Der digitale Euro

Keine Frage: Das Thema der Stunde ist der digitale Euro. Doch was bedeutet das für den Handel? "Grundsätzlich ist es eine Chance. Es wird nicht das Bargeld abschaffen. Aber aus der Verbraucher-Warte betrachtet, ist der Zahlprozess im Geschäft eigentlich unnötig. Das automatisierte Bezahlen mit sogenannten Smart Contracts könnte da Abhilfe schaffen. Dazu kommt, dass, wenn man heute mit dem Smartphone bezahlt, immer zwei amerikanische Akteure beteiligt sind. Das verursacht Kosten auf Händlerseite. Auch das würde der digitale Euro optimieren. Und natürlich wird das 'Bargeld 2.0' mit Sicherheit viele neue Geschäftsmodelle mit sich bringen."

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