meteolytix-Studie 06.07.2015, 08:10 Uhr

Warum Reiseanbieter keine Sonne mögen

Sommer, Sonne, Strand: Damit werben Reiseanbieter gerne. Trotzdem spielt Urlaubsportalen viel mehr der Regen in die Hände. Je schlechter das Wetter, umso besser.
Gutes Wetter ist schlecht für Reiseportale
(Quelle: shutterstock.com/ Kiselev Andrey Valerevich)
Wenn das Wetter schlecht ist, suchen die Deutschen verstärkt nach Urlaubsreisen: Bis zu neun Prozent mehr Suchanfragen zum Thema Urlaub werden auf Google an solchen Tagen gestellt. Bei Sonnenschein gehen sie hingegen um durchschnittlich 14 Prozent zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Thomas Cook und meteolytix in Kooperation mit Google. Sie hat das Verhältnis zwischen Such- und Buchungsverhalten in Abhängigkeit zum Wetter am Beispiel des Reiseziels Mallorca (Sommer 2012 bis Sommer 2014) untersucht.
Besonders Wetterfühlig sind demnach die Norddeutschen: Dort sank das Buchungsaufkommen bei starker Hitze um bis zu 23 Prozent und Suchandfragen zu Mallora sogar um bis zu 50 Prozent. meteolytix-Geschäftsführer Nils Passau führt das auf die geringe Distanz zu Nord- und Ostsee zurück: "Wer den Strand vor der Tür hat, braucht bei tollem Wetter keine Reise ans Mittelmeer. Ist das Wetter schlecht, die Frustration daheim groß, wird auch mehr gebucht".

Wetterabhängiges Kampagnenmanagement

Die Ergebnisse der Analyse sollen besonders für die Aussteuerung von Marketingkampagnen hilfreich sein. "Reisedienstleister sollten ihr Kampagnenmanagement im Online-Marketing nicht mehr nur saison-, sondern auch wetterabhängig und dementsprechend lokal gestalten", meint Christian Bärwind, Industry Leader Travel bei Google Deutschland. Denn entsprechende Werbung, die an einem Schlechtwettertag ausgespielt wird, habe folglich eine deutlich bessere Chance, von Usern gesehen zu werden. Zudem sei eine Aufteilung der Kampagnen nach Wochentagen empfehlenswert. So eigneten sich Branding-Kampagnen am besten für Regentage unter der Woche, wenn Nutzer auf die Suche nach möglichen Reisezielen gehen. Produkt-Werbung funktioniere hingegen am besten an Wochenenden mit schlechtem Wetter, weil da die User am ehesten ihren Urlaub buchen.
Untersucht wurden Online-Suchanfragen mit Urlaubsbezug via Google sowie das Buchungsverhalten über die Vertriebskanäle von Thomas Cook in Abhängigkeit zum Wetter im Zeitraum Sommer 2012 bis Sommer 2014. Die Auswertung fand auf Tagesbasis statt und wurde nach Bundesländern kategorisiert.

Gibt es ein Sommerloch im Online-Handel? Und falls ja, mit welchen Tipps und Tricks "überstehen" E-Commerce-Händler die maue Zeit? INTERNET WORLD Business hat einige Shop-Betreiber gefragt.


Auch E-Mailings sind eine effiziente Marketing-Strategie. Doch besonders in der Sommerzeit wird dieser Kanal selten bespielt, obwohl gerade diese Zeit großes Potenzial für Online-Händler bietet.



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