Digitalisierung 30.05.2017, 12:10 Uhr

Medienkonsum: So wandelt sich das Nutzungsverhalten

Der weltweite Medienkonsum wird 2019 zu 26 Prozent mobil sein. Durchschnittlich werden User 122 Minuten pro Tag im mobilen Internet surfen. Zu diesem Ergebnis kommt der Media Consumption Forecasts von Zenith.
(Quelle: shutterstock.com/nopporn )
Auf das mobile Internet werden 2019 rund 26 Prozent des weltweiten Medienkonsums entfallen. Das ist ein Ergebnis der Media Consumption Forecasts von Zenith. 2016 waren es noch 19 Prozent. Die durchschnittliche Verweildauer im mobilen Internet soll laut der Prognose weltweit 122 Minuten pro Tag über Browser oder Apps betragen - 2010 belief sich die Nutzungsdauer gerade einmal auf zehn Minuten täglich.
In den Jahren von 2010 bis 2016 nahm der mobile Internetkonsum jährlich um 44 Prozent zu. Diese Entwicklung ging vor allem zu Lasten der traditionellen Medien. Insgesamt hat die Verbreitung der mobilen Technologie allerdings zu einer Zunahme des Medienkonsums geführt: 2016 belief sich der durchschnittliche Konsum von Medien auf 456 Minuten pro Person, 2010 lag der Wert noch bei 411 Minuten. Das entspricht einem zwei-prozentigen Anstieg pro Jahr.

Sättigungseffekt

Trotz der prognostizierten Zunahme des mobilen Medienkonsums werden die Steigerungsraten aber abflachen. Grund dafür ist die Verbreitung von Mobilgeräten: Denn jetzt, wo Mobilgeräte allgegenwärtig im Leben der User geworden sind, steigt die Zunahme beim mobilen Internetkonsum nicht mehr so stark und ebenso die Zunahme beim Medienkonsum insgesamt.
Im Jahr 2016 wuchs die mobile Internetnutzung um 25 Prozent. 2015 lag das Wachstum bei noch 43 Prozent. Für 2017 erwarten die Analysten eine Zunahme der mobilen Internetnutzung von gerade einmal 17 Prozent. Bezogen auf den Gesamtkonsum wird nach einem Wachstum von 2,7 Prozent in 2016 für das aktuelle Jahr mit einer eher flachen Zunahme gerechnet. Bis 2019 wird zudem ein Wachstum von weniger als ein Prozent prognostiziert.
"Die Mobiltechnologie hat die Mediengewohnheiten der Verbraucher in weniger als einem Jahrzehnt vollständig auf den Kopf gestellt", so Jonathan Barnard, Head of Forecasting bei Zenith. "Diese großen Veränderungen haben jetzt etwas an Tempo verloren - zumindest bis die nächste disruptive Technologie sich durchsetzen wird."

Traditionelle Medien versus Online-Medien

Im Jahr 2015 lief die Mobile-Nutzung dem Desktop das erste Mal den Rang ab: Mobile wurde zur Nummer eins unter den Internetzugangsmedien. 2017 wird ein mobiler Anteil von satten 71 Prozent am gesamten Internetkonsum erwartet.
Trotz des rasanten Anstiegs der mobilen Internetnutzung sollen im laufenden Jahr 69 Prozent des weltweiten Medienkonsums aber immer noch auf traditionelle Medien entfallen. Hierzu zählen unter anderem Zeitungen und Zeitschriften, Fernsehen und Radio, Kino und Außenwerbung.
Lineares Fernsehen bleibt zudem in diesem Jahr mit 170 Minuten Sehzeit täglich das führende Medium. Die Analysten erwarten, dass sich diese Tatsache auch bis 2019 nicht ändern wird. Der Abstand zwischen Internet- und Fernsehkonsum soll sich allerdings verringern - von 30 Minuten im Jahr 2017 auf nur noch sieben Minuten 2019.

Methodik

Diese zum dritten Mal erscheinende jährliche Ausgabe der Media Consumption Forecasts untersucht das sich ändernde Nutzungsverhalten beim Medienkonsum seit 2010 und prognostiziert die sich daraus ergebenden Auswirkungen für die einzelnen Medien zwischen 2017 und 2019 in 71 Ländern auf der ganzen Welt.



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