Nach Skandal um "Logan Paul" 12.02.2018, 09:55 Uhr

YouTube verschärft Regeln gegen unpassende Inhalte

Die Affäre um den US-amerikanischen YouTube-Star Logan Paul veranlasst das Videoportal nun dazu, mit stärkeren Sanktionen unangemessene Inhalte zu bestrafen - etwa durch das Aussetzen von Werbung auf den anstößigen Kanälen.
(Quelle: shutterstock.com/Rose Carson)
Um die Verbreitung von unangemessenen Inhalten auf seinem Portal zu verhindern, hat sich YouTube neue Sanktionen einfallen lassen. Ausgelöst von der Kontroverse um den YouTube Creator Logan Paul, will die Videoplattform Zuwiderhandelnden in Zukunft den Geldhahn abdrehen: So sollen den Vloggern bei Verstößen die Monetarisierungsoptionen für ihre Videokanäle entzogen werden, und zwar insbesondere ihre Teilnahme an Werbeprogrammen.
Logan Paul ist ein Social-Media-Star, der in den vergangenen Wochen mit makaberen Clips aufgefallen war, darunter etwa das Malträtieren einer toten Ratte mit Elektroschocks oder das Veräppeln eines Selbstmord-Opfers.
In einem Beitrag im YouTube Creator Blog detailliert die Plattform ihren Ansatz: So könne ein Kanal aus den Premium-Monetarisierungsprogrammen und -Partnerschaften entfernt werden. Auch die Möglichkeit, Anzeigen auf ihrem Kanal einzublenden, kann den Vloggern genommen werden. Als dritte Sanktion besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Kanäle bei Verstößen aus den Empfehlungen zu entfernen, bei denen YouTube-Kanäle beispielsweise auf der Homepage oder in den Trends angezeigt werden.

Bessere und schnellere Entscheidungen treffen

"In der Vergangenheit haben wir auf solche Situationen langsam reagiert und nicht immer die Bedenken der Community im Allgemeinen berücksichtigt", reflektiert Ariel Bardin, Vice President of Product Management, YouTube, im Blogbeitrag. Der Sinn und Zweck der jetzt angesagten Änderungen sei, den Reaktionsmechanismus bei Verstößen neu einzurichten, um bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen und diese auch klarer an die Community zu kommunizieren.
Die Inhalte bei YouTube werden mittlerweile redaktionell und auch mit Hilfe von KI überprüft. Sanktionen, betont YouTube, seien übrigens nur ein letzter Ausweg, um Vlogger beim wiederholten Verbreiten von unangemessenen Inhalten in ihre Schranken zu weisen und den guten Ruf des Großteils der Creators zu schützen.
Schon im Januar 2018 hatte YouTube seine Regeln für die Monetarisierung von Inhalten verschärft und Mindestzahlen für Views und Abonnenten eingeführt, um ins Werbeprogramm aufgenommen zu werden.



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