Xing, Eventbrite und Co 10.12.2017, 11:07 Uhr

Mit Eventmarketing die richtige Zielgruppe erreichen

Veranstaltungen und Business Events müssen sich mehr denn je gegen Konkurrenz behaupten. Eventmarketing sorgt für den Zugriff auf die richtige Zielgruppe.
(Quelle: Fotolia.com/ThomasAmby)
Für den modernen Handel, Anbieter und Dienstleister oder Agenturen sind Veranstaltungen unabdingbar, um die ­eigene Branche, Trends in der Szene und aktuelle Entwicklungen fest im Blick zu behalten. Womöglich entdeckt so manches Unternehmen das Marketing-Potenzial von Business Events für sich und wird selbst Veranstalter einer Messe, Konferenz oder eines Seminars. Die richtige Zielgruppe zu erreichen, ist beim aktuellen Überangebot gar nicht so einfach. Neben den üblichen Ankündigungen und Präsentationen von Veranstaltungen auf der eigenen Webseite, in sozialen Netzwerken oder gar mit Print- und Radiowerbung lebt das Eventmarketing gerade in Verbindung mit Online Marketing von einem gut organisierten Vertrieb und Service. Interessierte Teilnehmer sollen vollständig überzeugt werden und so schnell und so problemlos wie möglich an ihre Tickets kommen.
Veranstalter von Business-Events bedienen sich daher auch bewusst der Berufsnetzwerke und Social Media als Vermarktungs- und Vertriebsweg. Tausende Mitglieder einer speziellen Branche, Szene oder Interessenvereinigung sind für Eventanbieter leichter erreichbar und können gezielt angesprochen werden.
Das bekannteste deutsche Berufsnetzwerk Xing hat diese Zeichen längst erkannt und daraus einen Service entwickelt. ­Bereits 2011 übernahm das Netzwerk Amiando, eine Plattform für Online-Eventmarketing sowie Ticketing, und entwickelte daraus "Xing Events". Seither wurde das Angebot immer weiter ausgebaut und ist gerade in der Online-Branche der DACH-Region gefragt. Handhabung und systematische Einbindung sind verständlich und einfach gestaltet.

Die Konkurrenz in der Eventbranche schläft nicht

"Für den Einstieg ins Eventmarketing ist Xing perfekt geeignet" sagt Rene Roth, Gründer der Oliro GmbH und Veranstalter der ­Online Marketing Bash. "Das erfolgreiche Bewerben einer Veranstaltung ist auch in der kostenfreien Variante mit Ticketvertrieb möglich", erklärt Roth. So gewährt Xing Events kleineren Veranstaltungen oder Einstiegsevents die Option, sich ­ohne ­Zusatzkosten anzubieten und kostenfreie Tickets zu vertreiben.
Natürlich zielt Xing Events auf die Veranstaltungen ab, bei denen Tickets hohe Preise erzielen. Dort erhebt das Berufsnetzwerk auch einen Pauschal- sowie einen Prozentbetrag vom Ticketpreis bei Verkauf als Gebühr. Im Gegenzug bietet Xing Events eine ganze Reihe von Serviceleistungen, die von der grafischen Gestaltung des Tickets bis zum telefonischen Kundenservice reichen. Zudem lässt sich eine Event-Seite erstellen, die alle notwendigen Informationen bereithält und auch in Facebook sowie anderen sozialen Netzwerken integriert werden kann. User der Netzwerke erhalten damit alle Informationen zur Veranstaltung im bekannten Umfeld und werden zu Multiplikatoren beim Werben für ein Event. Denn wenn User Veranstaltungshinweise über ­soziale Netzwerke untereinander teilen, ist das die moderne Mundpropaganda.
Doch so bekannt Xing mittlerweile auch für diesen Service ist, die Konkurrenz in der Eventbranche schläft nicht. Einen anderen Ansatz der Eventvermarktung verfolgt das Münchner Start-up Doo. "Im B2B-Marketing zählt der Wert des Teilnehmers, nicht das Ticketing", sagt Michael Liebmann, Gründer und ­Geschäftsführer der Doo GmbH. Es geht somit mehr darum, "einen wertvollen Teilnehmer und Firmenkunden gezielt zu akquirieren", konkretisiert Liebmann ­seine Arbeit. Doo will Event-Teilnehmer genau kennenlernen und analysiert diese anhand ihrer Daten und  Online-Bewegung. Mithilfe von Machine Learning werden daraus Produktinteressen und Kaufbereitschaft abgeleitet. Veranstalter erhalten via App also eine Teilnehmeranalyse und das -Tracking zu ihrem Event und wissen ziemlich genau, wer sie besucht hat und wie sie ihre Teilnehmer am besten ­erreichen. Doo lässt sich diesen Service vor allem mit der Vermietung von Software und Lizenz vergüten und erhebt einmalige Pauschalen für Dienstleistungen zu Veranstaltungen (Ticketdesign etc.).
Welche Dimensionen und Verbreitung das Eventmarketing im Internet heute ­annehmen kann, zeigt die wohl größte Online-Plattform für Ticketing- und Eventtechnik Eventbrite. Der amerikanische Anbieter ist nicht nur ein alter ­Hase im Geschäft, die Plattform hat über die Jahre hinweg strategische Partnerschaften aufgebaut, die je nach Veranstaltungsgröße und Zielgruppe Vorteile bieten können. Während andere mit Verlinkungen über den "Buy-Button" arbeiten müssen, ­ermöglicht Eventbrite mittlerweile den ­direkten Ticketvertrieb über Facebook und folgt potenziellen Teilnehmern per Tracking auch durch andere Netzwerke.
­"Unsere Veranstalter können Kampagnen über Distributionspartner wie Facebook oder Spotify, aber auch über Dienste wie Salesforce oder Mailchimp automatisieren" erklärt Sebastian Boppert, Head of European Communications von Eventbrite. Dabei beschränkt sich das Netzwerk nicht auf eine bestimmte thematische Kategorie oder Personenzahl bei Veranstaltungen. Allerdings zieht Eventbrite große Events an, zählt ­namhafte Marken zu seinen Kunden und rechnet in diesem Jahr mit einem Ticketverkaufswert von vier Milliarden Euro.

Die richtige Zielgruppe für die eigene Veranstaltung

Entscheidend für den Erfolg einer Veranstaltung ist neben der Attraktivität des Themas, eventuell prominenten Akteuren und guter Infrastruktur, vor allem die passende Zielgruppe. Xing, Doo und Eventbrite unterscheiden sich vor allem hier in ihren Angeboten. Wer erste ­Schritte im Eventmarketing gehen und sich an die Online-Branche wenden will, kann mit ­einem kostenlosen Xing-Event einsteigen. Bei großen Veranstaltungen können mit Xing Events durch das Ticketing schnell hohe Kosten entstehen. Deshalb sollte man nicht zögern, auch die Xing-Services im Vorfeld der Veranstaltung auszureizen.
Wer seine Zielgruppe besser kennenlernen und gezielter ansprechen will, sollte sich das Angebot von Doo näher ansehen. Denn wenn ein Business-Event auch die Neukundenakquise antreiben soll, kommen Unternehmen um eine Teilnehmeranalyse nicht herum. Hier lässt sich Doo auch mit anderen Anbietern aus dem Eventmarketing verknüpfen.
Bei internationalen Großveranstaltungen hingegen braucht es einen Netzwerkpartner, der Informationen weit streuen kann und eine kalkulierbare Abrechnung anbietet. Hier liegt sicherlich eine der Stärken von Eventbrite. Die Plattform unterhält nach eigenen Angaben Partnerschaften mit über 170 Diensten und Netzwerken rund um den Globus.
Zuletzt geht es bei jeder Veranstaltung darum, einen Mehrwert zu schaffen und im Gedächtnis zu bleiben. Auch Veranstaltungen leben von Stammkunden und Empfehlungen. Und auf Letztere legen Eventbesucher großen Wert: Denn vom Austausch in sozialen Netzen sowie persönlichen Empfehlungen hängt fast jede Teilnahme an einem Event ab.



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