Örtliche Suchergebnisse 12.08.2017, 11:03 Uhr

Local SEO: So erreichen Unternehmen eine prominente Platzierung

Viel zu wenige Unternehmen nutzen Local SEO, um bei Suchergebnissen eine prominente Platzierung zu erreichen. Dabei liegt genau darin eine große Chance.
(Quelle: shutterstock.com/chanchai_howharn)
Von Enrico Gemsa
Ein Mensch, der am Münchner Marienplatz per Google-Suche auf dem Smartphone nach einem Café sucht, sieht ­andere Ergebnisse als jemand, der das in Berlin-Mitte macht. Suchmaschinen passen die Einträge in der Suchergebnisliste an den Ort an, von dem aus gesucht wird, weil die GPS-Funktion oder die Mobilfunkzellen verraten, wo sich ein Nutzer ­gerade ­befindet.
Wird in München gesucht, ­erscheinen stationäre Geschäfte in München, wird in Hamburg gesucht, tauchen zuerst Ergebnisse für Hamburg auf. Unternehmen, die bei solchen Suchanfragen im Ranking vorne erscheinen wollen, sollten in lokale Suchmaschinenoptimierung (Local SEO) investieren. Usama Abu-Pascha, Geschäftsbereichsleiter Online-Marketing bei der Agentur TWT Interactive, erklärt, was Local SEO heißt: "Local SEO umfasst die Maßnahmen, die das Ranking einer Webseite für lokale Suchbegriffe verbessern." Für Dienstleister und Händler mit stationären Geschäften sei das spannend, so Abu-Pascha. Sie können mit den richtigen Maßnahmen neue Kunden gewinnen.

Das Unternehmen in Verzeichnissen registrieren

Der erste Schritt für eine lokale Suchmaschinenoptimierung besteht in der Eintragung des eigenen Unternehmens in Branchenverzeichnisse wie Yelp, Meinestadt.de, Gelbe Seiten und Google My Business. Andreas ­Nowak, SEO-Conceptionist beim Performance-Spezialisten Hurra Communications, weist darauf hin, dass Local SEO mehr ist als nur ein guter Platz im Ranking: "Beim Local SEO sollte man immer zwischen dem organischen Suchergebnis und der Abbildung des eigenen Geschäfts auf Google Maps unterscheiden." Deshalb ist ein Eintrag bei Google My Business wichtig, denn nur dadurch erscheinen ­Unternehmen auf "Google Maps".
Wichtig ist, dass alle Einträge in den unterschiedlichen Verzeichnissen einheitlich sind. Denn Suchmaschinen gleichen die Angaben automatisiert ab und lassen die Ergebnisse ins Ranking einfließen. Je eindeutiger die Übereinstimmung der Daten eines Unternehmens, desto höher ist die Chance, dass das Unternehmen eine gute Platzierung im Ranking erreicht. Zu den Angaben gehören Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer sowie zusätzlich Beschreibungen der Angebote eines Unternehmens. Gerade bei Name, Adresse und Telefonnummer, auch NAP-Angaben genannt, sollten die gängigen Schreibformen herangezogen und für alle Präsenzen im Internet übernommen werden.

Verknüpfung des Namens mit beschreibendem Keyword

Wenn der Firmenname nicht auf die Branche hinweist, in der das Unternehmen tätig ist, bietet sich die Verknüpfung des Namens mit einem beschreibenden Keyword an. Dies kann sowohl ein Branchenzusatz wie Malermeister oder Werbeagentur als auch eine Standortangabe sein. Ein Hinweis auf den Ort empfiehlt sich vor allem, wenn ein Unternehmen mehrere Filialen oder Büros hat, zum Beispiel "München Ost" oder "Büro Berlin".
Den Unternehmensnamen einfach nur durch eine Auflistung von Keywords zu ersetzen (Beispiel "Beste Anwälte Köln Innenstadt"), ist hingegen nicht zielführend und gilt als Spamming. Florian Hübner, Spezialist für Location Marketing von Uberall, weiß: "Die Betreiber der Kartendienste, Apps oder Suchmaschinen sind selbst sehr darum bemüht, ihren Datenbestand von Spam-Einträgen freizuhalten. Regelmäßig werden solche Profile gesperrt und entfernt."
Der Erfolg solcher Spamming-Maßnahmen wirkt, wenn überhaupt, nur kurzfristig. Um langfristig in den lokalen Ergebnissen gut zu ranken, sollten Unternehmen im zweiten Schritt ihre Einträge in den Branchenverzeichnissen und die ­Informationen auf der eigenen Webseite kontinuierlich aktuell halten. Zum Beispiel: Hat ein Restaurant einen barrierefreien Zugang, bietet es vegane oder glutenfreie Gerichte an? Was steht neu auf der Speisekarte? „Das Verwalten der vielen ­Informationen ist zwar eine Herausforderung, lohnt sich jedoch sehr“, weiß SEO-Professional Andreas Nowak. „Unternehmen haben eine große Chance gefunden zu werden, wenn sie zuvor präzise und einheitlich die Firmeninformationen gepflegt haben“, betont er.

Suche per Smartphones und Optimierung von Webseiten

Der dritte Schritt ist eine technische Anpassung der Webseite für das Gefundenwerden vor Ort. Ortsbezogene Suchen erfolgen sehr häufig auf Smartphones. Deshalb ist eine für mobile Geräte optimierte Webseite eine Grundvoraussetzung. Die wichtigsten Keywords, die zum Unternehmen führen, sollen in Title-Tags und ­HTML-Überschriften beziehungsweise in H1-Überschriften auftauchen, empfehlen SEO-Experten. Suchmaschinen können Angaben, die auf diese Art in mobile Webseiten eingebunden sind, leicht auslesen und bei Suchanfragen berücksichtigen.
Der neueste Weg, Suchmaschinenwissen abzurufen, ist die Spracheingabe. Auch darauf sollten sich Unternehmen vorbereiten. Sprachanfragen an Suchmaschinen lauten anders als schriftliche Eingaben in die Suchleiste. Denn die Sprachsuche besteht aus kurzen Sätzen, die schriftliche aus Stichwörtern. Während eine Sucheingabe über das Tastenfeld beispielsweise "Pizzeria barrierefrei" lautet, wäre die vollständige Frage per Sprachsuche "Wo finde ich eine Pizzeria mit barrierefreiem Zugang?"
Daran wird deutlich, wie wichtig umfangreiche Informationen bei Einträgen in Branchenverzeichnissen sind. Für die Webseite eines Unternehmens lassen sich diese Details und Hinweise als sogenannte Mikrodaten in den Quelltext integrieren. "So kann eine Suchmaschine noch besser und klarer erforschen, um welche Art Information es sich handelt", erklärt Nowak. Dadurch können nicht nur Anfragen über die Sprachsuche schneller beantwortet werden, die Optimierung durch Mikrodaten begünstigt ein verbessertes Ranking der jeweiligen Webseite.



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