Gekaufte Kundenbewertung

Kunden nicht ködern

Gegen das Urteil des Landgerichts legte die Antragsgegnerin Berufung ein, unterlag aber erneut. Das Gericht folgte der Auffassung des Landgerichts und bestätigte, dass schon die Versendung der E-Mail eine geschäftliche Handlung sei, die eine Irreführung des Verkehrs bewirken könne. Wenn mit Kundenempfehlungen und anderen Referenzschreiben geworben werde, dürften diese Kundenempfehlungen grundsätzlich nicht erkauft sein. Andere Kunden rechneten nämlich nicht damit, dass die Bewertung von Verbrauchern durch Zahlungen des Verkäufers oder Dienstleisters beeinflusst worden seien. Die E-Mail der Antragsgegnerin zielte allein auf die Erlangung solcher bezahlten Kundenempfehlungen ab.
Auch der Einwand der Antragsgegnerin, die Inanspruchnahme durch die Antragstellerin sei lediglich eine "Retourkutsche" für die vorangegangenen wechselseitigen Abmahnungen, änderte an der Entscheidung des Gerichts nichts. Das Gericht erklärte, dass es grundsätzlich nicht anstößig sei, wenn die eigene wettbewerbsrechtliche Inanspruchnahme als Anstoß für eine sodann ausgesprochene Abmahnung sei.
Unser Tipp:
Der Erfolg eines Onlineangebots hängt nicht zuletzt von der positiven Mund-zu-Mund-Propaganda von Kunden ab. Ein Ködern der Kunden mit Gutscheinen oder sonstiger Bezahlung bei Abgabe einer positiven Bewertung ist unzulässig, es sei denn, der Werbende weist bei der Werbung mit dieser Empfehlung auf die Bezahlung hin. Aber wer will das schon?
Es spricht nichts dagegen, Kunden dazu aufzufordern, eine Bewertung abzugeben, von zusätzlichen "Goodies" im Falle einer positiven Bewertung sollte aber abgesehen werden.
Ihre Julia Blind
Partnergesellschaft



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