Aus Shopping.com wird eBay Commerce Network 02.04.2013, 09:00 Uhr

Vom Preisvergleich zum Werbenetzwerk

eBay hat den Bereich Werbung als Geschäftsfeld für sich definiert. Nun wird aus der Produkt- und Preisvergleichsseite Shopping.com das eBay Commerce Network. Die Umbenennung erfolgt in allen fünf Märkten, in denen das Advertising Network aktiv ist: Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und USA. INTERNET WORLD Business hat Ralph Piater, seit 1. März 2013 Deutschland-Chef für den Bereich eBay Commerce Network, nach den Hintergründen für die Umbenennung befragt.
Ralph Piater, neuer Deutschland-Chef bei eBay Commerce Network
Was ändert sich bei Shopping.com?
Ralph Piater: Die Namensänderung in eBay Commerce Network drückt die Evolution von Shopping.com aus. Shopping.com ist schon seit einiger Zeit ein starkes Online Advertising Network, doch bislang stand die Wahrnehmung als Preisvergleichsportal im Vordergrund. Mit dem neuen Namen wollen wir zeigen, dass wir uns vom Preisvergleicher zu einem Werbenetzwerk für Product Listing Ads gewandelt haben.
Warum haben Sie sich jetzt für diese Neuausrichtung entschieden?
Piater: eBays Ziel ist es schon länger, Käufer und Verkäufer auf die unterschiedlichsten Arten zu verbinden. Wir bezeichnen das als Connected Commerce. Das eBay Commerce Network ist ein Teil dieser Vision. Durch die Namensänderung verdeutlichen wir auch die Nähe zu eBay.
Wurde diese Entscheidung auch von Googles Strategie, kostenpflichtige Product Listing Ads einzuführen, beeinflusst?
Piater: Shopping.com ist 1997 als Preisvergleich gestartet. Inzwischen haben wir uns zu einem führenden und erfolgreichen Advertising Network entwickelt. Es war an der Zeit, dies auch im Namen auszudrücken. Das war also eine Entwicklung die über die letzten Jahre stattgefunden hat.
Anzeigennetzwerk bedeutet, dass die Plattform eine Vermittlerfunktion hat. Die Product Listing Ads des eBay Commerce Network werden auf unterschiedlichen Publisherseiten ausgeliefert. Wer sind diese Publisher und wie viele zählen zum Netzwerk?
Piater: Zu unserem Publisher-Netzwerk zählen vier Kategorien: Marktplätze, Produkt- und Preisvergleichsseiten, Suchseiten und Contentseiten. Weltweit zählen über 2.000 Publisher dazu, die über die Vermittlung von Leads durch unsere Product Listing Ads auf ihren Seiten so ihren Content monetarisieren können. Von den Händlern erhalten wir einen Cost-per-Click, wenn Webseitenbesucher aufgrund dieser Anzeige in ihren Webshop gelenkt werden. Je höher die Qualität des Traffics ist, den ein Publisher liefert, umso höher ist sein Umsatz. Dafür haben wir unser Value Based Pricing eingeführt und incentivieren damit hochperformanten Traffic.
Was bedeutet performant?
Piater: Performant bedeutet die bestmögliche Konversionsrate im Verhältnis zu den Marketinginvestitionen.
Der Kauf findet auf der Website des Händlers statt. Wie messen Sie diese Konversionsrate?
Piater: Händler können dazu ein von uns zur Verfügung gestelltes kostenfreies Tracking-Tool nutzen. Wir messen die Konversionsrate anhand eines Tracking-Codes. Ein Großteil der Händler nutzt das Tool.

Shopping.com besteht weiter

Was ist der Unterschied zwischen dem eBay Commerce Network und einem Affiliate Network?
Piater: Affiliate Netzwerke haben in der Regel ein anderes Abrechnungsmodell. Sie rechnen nach Cost-per-Acquisition/Order ab, während beim eBay Commerce Network die Vergütung auf Cost-per-Click-Basis erfolgt. Letzteres ist insbesondere für reichweitenstarke Publisher attraktiv und so gelingt es uns, gerade diese für eine Zusammenarbeit zu gewinnen.
Was ändert sich für die Händler, die bei Shopping.com gelistet sind?
Piater: Es gibt keine wesentlichen Änderungen für unsere Bestandskunden, denn unser Geschäftsmodell bleibt ja dasselbe. Publisher und Händler können sich ab sofort auf dem neuen B-to-B-Portal Ebaycommercenetwork.com informieren, anmelden und ihre Kampagnen verwalten.
Sie wollen die Reichweite und die Qualität des Netzwerks weiter ausbauen. Wenn es Ihnen gelingt, mehr Publisher für das eBay Commerce Network zu gewinnen, erhöhen Sie die Chance, den Umsatz des Ad Networks zu steigern. Werden die Klickpreise für Händler teurer werden?
Piater: Unsere CPC-Konditionen sind kategorienspezifisch und werden durch unser im letzten Jahr eingeführtes Value Based Pricing berechnet. Damit orientieren sich unsere Preise an der Performance unserer Publisher. Dabei wird der Maximal-CPC nur für besonders hochwertigen Traffic berechnet, andernfalls werden die CPCs automatisch diskontiert.
Was passiert mit der Website Shopping.com?
Piater: Die Seite wird es weiter geben und Teil unseres Publisher-Netzwerks sein. Wir betreiben also den Preisvergleich weiter, aber der Fokus liegt auf dem Ausbau unseres Advertising Netzwerks.
Mehr zum eBay Commerce Network lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 7/2013 von INTERNET WORLD Business.


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