Serie, Teil 2 10.09.2017, 13:09 Uhr

Wenn Shop-Betreiber expandieren: Globale Kampagnen

Technische Aspekte wie die Wahl der richtigen Domain entscheiden über den Erfolg bei internationalen Online-Projekten. Wer einige Tipps befolgt, holt mehr heraus.
(Quelle: Fotolia.com/koya979)
Von Laura Höß, Teamleader im Bereich Media bei der Online Solutions Group
Das Potenzial von internationalem ­Online Marketing ist riesig - genauso groß ist aber auch die Gefahr, durch Fehler und technische Unzulänglichkeiten von vornherein nicht den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Im ersten Teil dieser Artikel­serie wurde erläutert, welche Rolle sprachliche und kulturelle Unterschiede für eine optimale Keyword- und Content-Strategie spielen. In diesem zweiten Teil werden technische Voraussetzungen und Best-Practice-Prozesse beim Linkbuilding vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen außerdem internationale SEA-Kampagnen.

Die richtige Domain

Damit die passenden Inhalte der jeweiligen Website im richtigen Land gefunden werden, müssen Sie sicherstellen, dass alle technischen Voraussetzungen dafür erfüllt sind und Suchmaschinen Inhalte länderspezifisch zuordnen können. Dabei stellt sich als Erstes die Frage, unter welchen ­Internet-Adressen (URLs) auf das Web­angebot künftig zugegriffen werden soll.
Für internationale Webprojekte gibt es verschiedene Möglichkeiten, die jeweiligen Länderversionen in der URL auszuzeichnen: Es können länderspezifische Top-Level-Domains (TLD), Subdomains oder Unterverzeichnisse verwendet werden. Die Tabelle auf Seite 25 oben zeigt die Vor- und Nachteile der Varianten auf.

Automatische Sprachauswahl

Damit Nutzer in der jeweils passenden Sprache begrüßt werden können, sollten die Besucher aus einem bestimmten Land ­automatisch auf der richtigen Länderversion der Website beziehungsweise des ­Online-Shops landen. Dieses Problem stellt sich insbesondere bei der Eingabe von generischen Top-Level-Domains wie .com oder .net. Mittel der Wahl ist hier ­zumeist ein IP-basierter Mechanismus, der den Nutzer auf die entsprechende Länderseite weiterleitet. Dort sollte zusätzlich die Möglichkeit bestehen, beispielsweise über ein Menü, auf andere Länderversionen zuzugreifen, sofern der Benutzer über den Automatismus falsch zugewiesen wurde oder eine andere Sprachversion präferiert. Das trifft zum Beispiel zu, wenn der Nutzer Tourist oder Geschäftsreisender ist oder sich aus anderen Gründen nur vorübergehend im Land aufhält.
Gibt ein Nutzer aber eine spezifische Länder-Domain ein, zum Beispiel www.beispielseite.fr, gibt es keine Auswahlmöglichkeit. Zeigt sich allerdings beim Abgleich von der IP-Adresse des Anfragenden und der gewählten Länderversion eine Diskrepanz, sollte in einem Pop-up-Menü dem Nutzer die Wahl zwischen gewünschtem Land und "tatsächlichem" Standort ermöglicht werden. Aus SEO-Sicht ist hier zu ­beachten, dass der Google Crawler trotz automatischer Weiterleitung auch alle ­anderen Sprachversionen crawlen und indexieren kann. Kommt der Google Crawler aus den USA und wird auf die US-Version weitergeleitet, sollte er die Möglichkeit haben, auch auf alle anderen Länderversionen zuzugreifen (wie auch der User).

Duplicate Content vermeiden

Durch Einsatz des Link-Attributs rel="alternate" hreflang="x" kann sichergestellt werden, dass Google die jeweilige geografische Ausrichtung des Webauftritts versteht und die passende Sprachversion ausliefert. Um Duplicate Content zu vermeiden, der sich nachteilig auf das Ranking auswirken kann, ist die Einbindung des hreflang-Tags ebenfalls von ­Bedeutung. Dadurch versteht Google die internationale Webseiten-Architektur des Projekts besser. Dies gilt insbesondere für die DACH-Region, in der die gleiche Sprache gesprochen wird.
Hier sollen beispielsweise die Inhalte der österreichischen ­Seite nicht in der deutschen Suche erscheinen und umgekehrt. Aber auch aus Usability-Gründen ist eine "Vermischung" nicht ratsam, da sich zum Beispiel die Versandkosten, die Regelungen zum Widerruf und andere Modalitäten von Land zu Land ­unterscheiden können.

Ladezeiten der Sprachversionen beachten

Google betont in letzter Zeit sehr stark die Bedeutung kurzer Ladezeiten für ein gutes Ranking in der organischen Suche. Erfahrungsgemäß haben zudem bereits geringfügig längere Ladezeiten Auswirkungen auf die Bounce- und Conversion-Rate: ­Besonders wenn es sich bei den einzelnen Sprachversionen um eigene Top-Level-Domains handelt, sollte diesem Aspekt deshalb besondere Beachtung geschenkt werden.
Wenn möglich, sollte zudem jede Landesversion auch in dem jeweiligen Land gehostet werden, um den Suchmaschinen die Relevanz für das lokale Ranking anzuzeigen. Das ist aber bei einer Subdomain nicht möglich.




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