Dentsu übernimmt Aegis Group 27.03.2013, 08:23 Uhr

Vier Milliarden Euro für britischen Agenturkonzern

Teure Agentur-Offensive aus Tokio: Das japanische Werbeunternehmen Dentsū hat die britische Aegis Group übernommen. Durch die Akquisition hat der japanische Marktführer nun die Möglichkeit, auch auf dem europäischen Werbemarkt aktiv zu werden.
Bereits im vergangenen Juli wurde bekannt, dass die japanische Agenturgruppe Dentsū die Londoner Aegis Group übernehmen wird. Da es aber Probleme mit der Kartellbehörde gab, musste der Deal immer wieder verschoben werden. Jetzt gab es vom Agenturriesen aus Tokio allerdings die offizielle Bestätigung: Dentsū hat für stolze vier Milliarden Euro die Werbeagentur aus England übernommen.
Künftig sollen die fünf Agenturmarken der Aegis Group (die beiden Medianetzwerke Carat und Vizeum, die Digitalagentur iProspect, das Kreativnetwork Isobar und der OOH-Experte Posterscope) wie bislang auch weiter unter dem Dach von Aegis Media innerhalb der Dentsū-Gruppe agieren. Mit der milliardenschweren Übernahme hat der japanische Branchenführer nun die Möglichkeit auch den europäischen Werbemarkt zu erobern und außerhalb des Heimatmarkts aktiv zu werden. Nach eigenen Angaben verfügt die japanisch-britische Agenturgruppe jetzt über Niederlassungen in 110 Ländern und beschäftigt weltweit mehr als 36.000 Mitarbeiter.
Wie Dentsū außerdem bekannt gab, wurde dazu ein "Dentsū Aegis Network" in London gegründet. Die global operierenden Unit soll alle Einheiten des Dentsū Networks außerhalb des japanischen Marktes sowie die weltweiten Aktionen von Aegis Media überwachen. Tim Andree, Senior Vice President von Dentsu und CEO von Dentsū Network wird als Executive Chairman die neu gegründete Gruppe leiten. Er arbeitet mit Jerry Buhlmann, bisheriger und auch künftiger CEO von Aegis Media und neuer CEO des Dentsū Aegis Network, zusammen.
Laut BoerseGo.de und einer Dentsū-Studie sind in Japan die Ausgaben für Online-Werbeausgaben im Vorjahr 2012 gestiegen - es gab eine Erhöhung um 7,7 Prozent auf 868 Milliarden Yen. Dentsū sieht dabei eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass im laufenden Jahr 2013 zum ersten Mal die Marke von 1 Billion Yen (rund 600.000.000.000 Euro) überschritten wird.


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