Serie, Teil 2 04.10.2016, 10:05 Uhr

Marketing Automation: Praktischer Einsatz des Open-Source-Tools Mautic

Das Open-Source-Tool Mautic eignet sich perfekt für den Einstieg in die automatisierte Leadgenerierung. Für erste Schritte reicht die Cloud-Version.
(Quelle: Fotolia.com/Julien Eichinger)
Von Dirk Rühaak, Head of Digital Marketing bei der Internet-Agentur Digitalmobil
Wer sein Marketing automatisieren will, kann entweder viel Geld für ­Lizenzen ausgeben oder nach kostenlosen Lösungen suchen. Obwohl in der Webtechnologie Open Source eine gewichtige Rolle spielt, stellt Software mit offenem Quellcode im Bereich Marketing Automation die Ausnahme dar.
Ein umfängliches Lead- und Kampagnen-Management, das E-Mails, Landing Pages und Social Media einbezieht, bietet bisher allein Mautic.
Wie groß der Bedarf an lizenzkostenfreier Marketing-Automatisierung ist, zeigen die rasante Weiterentwicklung, die Mautic seit seinem Erscheinen 2015 durch eine engagierte Community erfahren hat, und eine ambitionierte Roadmap für neue Releases.
Inzwischen steht die Version 2.1.1 auf der Website www.mautic.org zum Download bereit. Ähnlich wie bei Wordpress gibt es die Software auch als kostenlosen (bis 2.500 Kontakte) und kostenpflichtigen Cloud-Service (www.mautic.net).

Installation und Setup

Das Setup von Mautic auf einem eigenen Server geht leider nicht so leicht vonstatten wie etwa bei Wordpress. Wer sich zu ­einer Server-Installation entschließt, für den sollten Begriffe wie LAMP und Cronjob keine Fremdworte sein. Deshalb empfiehlt sich für den schnellen Einstieg oder zum Testen die Cloud-Version.
Die Anbindung für den Mailversand ist grundsätzlich über SMTP möglich. Für Anbieter wie Gmail, Amazon SES, Man­drill oder Mailchimp kann auf vordefinierte Konfigurationen zurückgegriffen werden.
Am Beispiel einer Kampagne zur Leadgenerierung mittels Asset-Download (zum Beispiel Whitepaper oder E-Book) inklusive Double-Opt-in (DOI), wie im ersten Teil dieser Serie beschrieben, sollen im Folgenden die Features und die Funktionsweise von Mautic gezeigt werden.
Beim Anlegen einer neuen Kampagne insbesondere nach dem initialen Setup des Systems sieht man sich unter Umständen mit einem Henne-Ei-Problem konfrontiert und weiß womöglich nicht, wo man anfangen soll. Tatsächlich sind die einzelnen Kampagnenelemente so eng miteinander verzahnt, dass beim Bearbeiten häufig zwischen ihnen hin- und hergewechselt werden muss. Um den Überblick zu behalten, ist es hilfreich, den Ablauf einer Kampagne zunächst gedanklich durchzuspielen, die benötigten Elemente und auszulösenden Aktionen zu notieren und dann das Pferd von hinten aufzuzäumen.

Anlegen von Kontaktsegmenten

Bei einer Mautic-Installation sind die wichtigsten Felder für die Leadverwaltung schon vorhanden: Name, E-Mail-Adresse und weitere Kontaktinformationen. Es können beliebig viele benutzerdefinierte Felder hinzufügt, die vorhandenen geändert und die Datenstruktur so etwa an die eines bereits vorhandenen CRM anpasst werden.
Wir legen ein neues Feld namens DOI an, in dem mit den Werten "Ja" oder "Nein" festgehalten wird, ob ein User ­explizit eingewilligt hat, Newsletter zu empfangen. Um eine Liste für künftige Abonnenten zu erstellen, wird ein neues Kontaktsegment mit dem Filter "DOI" gleich "Ja" geschaffen. Wir legen außerdem ein Kontaktsegment mit dem Namen "Asset-Download angefordert" an.
Als Nächstes hinterlegen wir das Asset zum Download. Hierfür gibt es in Mautic unter "Komponenten" den gleichnamigen Menüpunkt zum Upload von Files. Die Download-URL, die der User per E-Mail erhalten soll, wird automatisch generiert.



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