Digitaler "Generalschlüssel" 28.08.2017, 14:45 Uhr

Einheitliche Datenplattform: verimi startet zum Jahreswechsel

Die branchenübergreifende Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform deutscher und europäischer Unternehmen nimmt Gestalt an. Sie soll als "verimi" bereits zum Jahreswechsel an den Start gehen. Auch neue Gesellschafter gibt es.
Die Plattform verfügt zum Start über Gesellschafter aus verschiedenen Branchen.
(Quelle: Fotolia.com/Phoenixpix)
Im Mai dieses Jahr gaben namhafte deutsche und europäische Unternehmen bekannt, eine gemeinsame branchenübergreifende Registrierungs-, Identitäts- und Datenplattform schaffen zu wollen. Zu den Gründungsmitgliedern gehören die Allianz, Axel Springer, Daimler, Deutsche Bank mit Postbank sowie der Technologie-Thinktank Core und Here Technologies, ein Entwickler von Cloud-basierten Kartendiensten. Jetzt gibt es neue, detailliertere Informationen zu dem Projekt.
 
So soll die geplante Plattform "verimi" heißen und als Basisversion mit wichtigen Grundfunktionen bereits zum Jahreswechsel an den Start gehen. verimi ist ein Kunstwort angelehnt an die englischen Begriffe "verify" und "me". Das Unternehmen wird seinen Standort in Berlin haben und mit mehr als 30 Mitarbeitern starten.
Die Plattforminitiative liege voll im Zeitplan, so die Macher, und will zum Jahreswechsel 2017/18 mit dem digitalen "Generalschlüssel" (Single-Sign-On) für das Internet an den Start gehen. Er soll künftig das Einloggen auf Webseiten deutlich vereinfachen und das Nutzen von Internetangeboten sicherer machen.

Neue Mitglieder

Daneben kann die Initiative auch neue Gesellschafter begrüßen. Die DAX-Konzerne Deutsche Lufthansa und Deutsche Telekom sowie das IT-Sicherheitsunternehmen Bundesdruckerei schließen sich an. Sämtliche Beitritte stehen noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.
 
Erfolgt diese, wird die Plattform von Beginn an über Gesellschafter aus den Branchen Automobil, Finanzen, IT, Luftfahrt, Medien, Technologie, Telekommunikation sowie Versicherungen verfügen und damit einen breiten Markt abdecken. Nun will man rasch weitere Unternehmen aus allen Sektoren der deutschen und europäischen Wirtschaft gewinnen.

Europäische Antwort auf Google und Co

verimi sieht sich als "wettbewerbsfähige, europäische Antwort auf die internationalen Plattformanbieter". Die Macher wollen die Plattform von Beginn an branchenübergreifend und offen konzipieren: Anwendungspartner oder andere Initiativen könnten sich anschließen.
 
Für den Nutzer soll das Projekt vor allem eine erleichterte Bedienung bieten: Diese hinterlegen einmalig ihren Namen und ein Passwort, um auf die bereits angeschlossenen Anwendungen der beteiligten Unternehmen zugreifen zu können. Die zeitraubende Eingabe persönlicher Daten bei jeder neuen Anwendung sowie die Verwaltung mehrerer Passwörter für unterschiedliche Internetseiten entfällt.
 
Die User sollen bei der Registrierung über eine entsprechende Einwilligung zudem ausdrücklich entscheiden, welche Daten sie an Partnerunternehmen weitergeben möchten (Opt-in) - und damit, welche werblichen Angeboten und Inhalte sie erhalten möchten.
"Digitalisierung baut auf Einfachheit und Vertrauen. Wir wollen über verimi künftig einen praktischen und hochsicheren Generalschlüssel für das Internet bieten. Wir sorgen dafür, dass digitale Identitäten unserer Kunden den EU-Rechtsraum nicht verlassen und die Sicherheit des deutschen Datenschutzes genießen", so Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom.
 
Schrittweise sollen nun weitere Funktionen hinzukommen, etwa ein digitaler Behördenzugang (eGovernment) oder die Entwicklung digitaler Zahlungs- und Finanzdienstleistungen. So könnten dann neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt werden.




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