Vom Start-up zur Milliarden-Firma 09.12.2015, 11:20 Uhr

Dropbox Growth Hacks: 6 geheime Tricks

Wie wird aus einem Start-up in wenigen Jahren ein milliardenschweres Unternehmen? Dropbox weiß es. Dem Cloudspeicher ist ein raketenhafter Aufstieg gelungen. Dafür genügten sechs kleine Growth Hacks.
Die Erfolgsgeheimnisse hinter dem Aufstieg von Dropbox
(Quelle: Shutterstock.com/alekseiveprev )
Dropbox ist ein kostenloser Cloudspeicher, der es seinen Nutzern ermöglicht, Dateien hochzuladen, mit anderen Personen zu teilen und unabhängig vom Endgerät abzurufen. 2007 gründeten die Studenten Drew Housten und Arash Ferdowski den Dienst, knapp acht Jahre später ist er mehr als zehn Milliarden US-Dollar wert - und das, obwohl die beiden Gründer nur wenig Geld für Werbung ausgegeben haben.
INTERNET WORLD Business stellt sechs kleine aber feine Growth Hacks vor, mit denen Dropbox, das derzeit als Übernahmekandidat gehandelt wird, schnell sowohl die Anzahl der Nutzer als auch die Verbreitung auf den Computern vorangetrieben hat.

1. Die Start- und Registrier-Seite

Das erste Erfolgsgeheimnis von Dropbox liegt in der simplen Startseite. Wo früher ein zweiminütiges Erklärvideo zu sehen war, gibt es heute fünf kurze Texte, die die wichtigsten Funktionen in wenigen Zeilen übersichtlich zusammenfassen.
Dropbox beschränkt sich auf der Startseite auf die wichtigsten Funktionen
Quelle: Screenshot/Dropbox.com
Im ersten Sichtfeld des Nutzers ist außerdem prominent der Login- beziehungsweise Regstrierungsbereich positioniert. Für Erstbesucher, die die Erklärungen lesen, gibt es zudem am Ende der Seite nochmals die Möglichkeit, sich für den Dienst anzumelden. Anstelle auf eine überladene und möglicherweise unübersichtliche Startseite zu setzen, konzentriert sich Dropbox auf das Wesentliche.

2. Anmeldung und Download

Die Simplizität ist auch während Registrierung ein Kernbestandteil. User, die sich für Dropbox interessieren, müssen ihre Daten nicht im Web hinterlegen, sondern können sie im Download-Prozess auf dem Desktop eintragen. Ein Browser ist nicht notwendig.
Ist der Download abgeschlossen, findet der Neu-Nutzer automatisch ein Dokument mit einer Bedienanleitung für die ersten Schritte in der Anwendung. Damit wird dem User die Eingewöhnungsphase erleichtert und zugleich lernt er mit dem System umzugehen.

Die Macht der Masse

3. Empfehlungen für Freunde

Da der vorhandene Speicherplatz in der Dropbox schnell zu einem limitierenden Faktor werden kann, haben sich die Gründer ein Konzept überlegt, das Nutzern und Unternehmen zugleich weiterhilft. Über eine Empfehlungsfunktion können bestehende Nutzer Freunde per Mail oder Social Media in wenigen Klicks einladen.
Meldet sich der Freund anschließend ebenfalls bei Dropbox an, profitieren beide, der Einladende und der Eingeladene, weil sie zusätzlichen Speicher erhalten.
Bevor Start-ups zur Neukundenwerbung Tausende Werbeeuros in Anzeigen stecken, könnte man auch über ein Einladungssysten á la Dropbox nachdenken, das für alle Beteiligten Vorteile mit sich bringt. Glaubt man Mitbegründer Housten stiegen die Anmeldungen durch die Empfehlungsfunktion dauerhaft um 60 Prozent an.

4. Social Media

Dass soziale Medien wie Facebook oder Twitter kostengünstige Kanäle zur Publikation und Bekanntmachung von Diensten sind, ist nicht neu. Ob beim Bäcker oder dem Café von nebenan, überall sind Schilder, die den Kunden bitten, die eigene Seite auf Facebook zu liken oder dem Twitter-Account zu folgen.
125 Megabyte Speicherplatz für lau: einzige Bedingung ist "Follow" auf Twitter
Quelle: Screenshot/Dropbox.com
Auch Dropbox setzt auf die Wirkung der sozialen Medien. Dabei verwendet das Team jedoch einen speziellen Dreh. Anstelle um Likes zu betteln, werden Nutzer, die den offiziellen Dropbox-Accounts folgen mit mehr Speicherplatz belohnt. Aktuell hat der Haupt-Account von Dropbox auf Twitter rund 4,25 Millionen Follower.
Wie viele Menschen aufgrund des zusätzlichen Speicherplatzes folgen, ist unklar. Geschadet hat die soziale Empfehlungsfunktion sicherlich nicht. Online-Händler könnten ihre Kundschaft beispielsweise mit Rabatt-Aktionen locken, bei denen nur Facebook-Follower in einem begrenzten Zeitraum zehn Prozent Nachlass auf den nächsten Einkauf erhalten.

Überall und an jedem Ort

5. Unkompliziertes Teilen

Da der Platz auf den Internetseiten knapp bemessen ist, suchen Publisher händeringend nach aufmerksamkeitsstarken Freiflächen, die sie mit Werbung bespielen können. Ein solcher Ort ist mit Sicherheit der Downloadscreen.
Während die Nutzer auf den Abschluss des Downloads warten, sehen sie des Öfteren (schlechte), nervende Bannerwerbung. Auch hier setzt Dropbox - entgegen dem Trend - auf ein schlichtes Design. Die Funktionalität und Anwenderfreundlichkeit steht im Vordergrund.

Ob Growth Hacking nur ein neues Buzzword oder doch eine erfolgsversprechende Strategie für Marketers ist, wird sich zeigen. INTERNET WORLD Business präsentiert die Twitter-Profile von 25 Wachstumsexperten.

Wer seine Inhalte mit Menschen teilen möchte, die noch nicht bei Dropbox registriert sind, kann dies über einen Download-Link oder per Mail machen. Der Vorteil für den Cloudspeicher ist dabei, dass die nicht-angemeldeten Nutzer einen guten Grund haben, sich bei dem Dienst anzumelden: wichtige Dateien von Freunden oder Geschäftspartnern. Anstelle einer offensiven Anmeldepolitik, platziert Dropbox einen simplen und unauffälligen Zwei-Zeiler, der zur Registrierung führt.

6. Uneingeschränkte Verfügbarkeit

Der letzte aber nicht minder wichtige Growth Hack von Dropbox liegt in der uneingeschränkten Verfügbarkeit des Dienstes. Unabhängig vom Nutzungsmedium - Computer, Tablet, Smartphone -, der Nutzungssituation - stationär oder mobil - und der Marke - Microsoft, Linux, Blackberry, Apple usw. - Dropbox steht den Nutzern überall zur Verfügung. Das ist auch möglich, weil der Dienst unkompliziert aufgebaut und damit flexibel anpassbar ist.

Start-ups, die mit mindestens einer Milliarde US-Dollar bewertet werden, werden Unicorns genannt. Weltweit gibt es davon 122, in Europa 13. Das sind die zehn wertvollsten europäischen Einhörner.




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