Konkurrenz für Google 17.09.2012, 12:56 Uhr

Yandex plant Markteintritt in Westeuropa

In Deutschland ist Google mit einem Anteil von 95 Prozent unangefochtener Marktführer - kein einfacher Markt für Wettbewerber. Trotzdem will der russische Marktführer Yandex den Fehdehandschuh aufnehmen und plant den Markteintritt in Westeuropa. Derzeit ist der Konzern auf Partnersuche.
Yandex plant Markteintritt in Westeuropa
Über die den Markteintritt sprach Yandex-CTO und Mitgründer Ilya Segalovich anlässlich der Dmexco 2012, wo der Konzern mit einem eigenen Stand präsent war. Seine Entwickler würden sich auf den Markteintritt in Deutschland freuen, sagte Segalovich der INTERNET WORLD Business. Yandex sei gut vorbereitet: "Die Hälfte des Entwicklerteams spricht deutsch".
Die Marktdominanz von Google nimmt Segalovich als eine positive Herausforderung: "Wir sprechen mit deutschen Netzbetreibern und Medienunternehmen über Partnerschaften. Jeder Markt, in dem mehr als 90 Prozent der Suche in der Hand eines Unternehmens liegt, ist interessant für uns", sagte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus. Besonders mit mobilen Suchprodukten wolle Yandex sich vom Branchenprimus Google unterscheiden.
Laut Comscore (Stand Juli 2012) hat Yandex in Russland einen Marktanteil von 62 Prozent und liegt damit weit vor Google (28 Prozent). Russland ist einer der größten Internetmärkte in Europa. Mit über 30 Dienstleistungen hat sich Yandex im Laufe der Jahre zu einem beliebten Portal entwickelt. Zu den angebotenen Dienstleistungen gehören unter anderem Yandex.News (Nachrichten), Yandex.Fotki (Fotos), Yandex.Karti (ein Kartendienst, ähnlich wie Google Street View) und der Musikstreamingdienst Yandex.Muzyka. Mit dem Service Yandex.Direct ermöglicht der Konzern Suchmaschinenwerbung, die mit Google Adwords vergleichbar ist.
Yandex treibt seine Expansion derzeit auf dem türkischen Markt voran und will dort Erfahrungen für westliche Märkte sammeln. Der Konzern hat Büros in der Schweiz und den USA, die insbesondere der Kooperation mit westlichen Advertisern, die in Russland Geschäfte machen wollen, dienen. Der Internetkonzern ist zudem seit 2011 an der US-Börse gelistet



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