"Bad Ads Report" 14.03.2018, 06:01 Uhr

So viele Werbeanzeigen blockierte Google 2017

"Bad Ads", also unzulässige Werbepraktiken, machen Google jedes Jahr zu schaffen. Wie das Unternehmen 2017 versucht hat, sein Werbenetzwerk frei von Malware und Spam zu halten, zeigt der "Trust and Safety in Ads Report".
(Quelle: shutterstock.com/Arpan Rank)
Jedes Jahr schlüsselt Google in seinem "Bad Ads Report" - der sich nun "Trust and Safety in Ads Report" nennt - auf, wie viele Anzeigen gelöscht werden mussten, weil sie gegen die Werbe-Richtlinien verstoßen haben. Unter Bad Ads versteht Google unzulässige Werbeanzeigen über die Google-Suche oder das Display-Netzwerk. YouTube gehört in diesem Fall nicht dazu. Wenn Publisher nicht den Richtlinien entsprechen, werden auf diesen Seiten entsprechend keine Anzeigen ausgespielt oder sie werden komplett aus dem Display-Netzwerk entfernt.
Dem aktuellen Bericht nach blockierte Google 2017 weltweit über 3,2 Milliarden Anzeigen. Das sind mehr als 100 "Bad Ads" pro Sekunde. Im Jahr 2015 waren es noch 700 Millionen.

Von Cloaking bis Malware

  • Etwa 66 Millionen dieser 3,2 Milliarden Anzeigen waren sogenannte Trick-to-Click-Banner, die dem Nutzer System-Warnungen oder Gewinnspiele vorgaukeln und ihn so zum Klicken animieren. 48 Millionen Ads versuchten Nutzer zum Download einer Schadsoftware zu ermutigen.
  • Auch gegen "Tabloid Cloaking"-Banner ging Google vor. Diese gaukeln dem Nutzer vermeintliche Schlagzeilen vor, die dann nicht mehr wie Anzeigen wirken, sondern tatsächlich wie News. Cloakers greifen dabei oft auf zeitgemäße Themen zurück wie etwa eine Regierungswahl, einen Trend der Nachrichten oder eine Berühmtheit. Diese Anzeigen können wie Schlagzeilen auf einer Nachrichten-Webseite aussehen. Wenn diese Anzeige geklickt wird, gelangen Nutzer auf reine Spam-Webseiten, die ein anderes Produkt verkaufen und nicht die erwartete Nachricht. Hier blockte Google über 7.000 AdWords-Accounts. 2014 waren es noch 1.400.
  • Daneben galt es auch Malware zu unterbreiten. Hier blockte Google 70 Millionen Ads im Netzwerk, die Nutzer automatisch auf mit Malware-infizierte Seiten geleitet hatten. 400.000 dieser unsicheren Seiten wurden dann entfernt.
  • Wegen "Scraping", also dem Duplizieren und Kopieren von Inhalten anderer Webseiten, gesperrt wurden 2017 über 12.000 Webseiten. Mehr als 130 Millionen Anzeigen wurden schließlich wegen sonstiger "verdächtiger Aktivitäten" entfernt, also beispielsweise dem Missachten und Umgehen des Überprüfungsprozesses für Anzeigen.

Weitere Zahlen

  • 320.000 "Bad Publisher" wurden 2017 aus dem Ad-Netzwerk verbannt, außerdem wurden fast 90.000 Webseiten und 700.00 Mobile Apps wegen Policy-Verstößen entfernt.
  • Mithilfe einer neuer Technologie, dem "Page Level Enforcement" wurden Google-Anzeigen auf über zwei Millionen Seiten jeden Monat beseitigt.

  • Im vergangenen Jahr stellte Google 28 neue Regeln für Advertiser und 20 neue für Publisher auf, um das Werbeerlebnis zu verbessern und Ad-Bedrohungen aus dem Weg zu räumen. Dieses Jahr sollen weitere Policies dazukommen, die sich vor allem gegen missbräuchliche Anzeigen aus dem Finanzbereich richten.

  • Über 10.000 Menschen sollen 2018 bei Google arbeiten, die sich nur damit beschäftigen, das digitale Werbe-Ökosystem sauber und sicher zu halten.
Wie Google betont, haben diese Maßnahmen nichts mit der Coalition for Better Ads zu tun. Die Maßnahmen gegen die Anzeigen und Publisher wurde basierend auf Googles Werberichtlinien vollzogen. Die Coalition for Better Ads ist ein Branchenverband mit mehreren Mitgliedern, Google ist ein Mitglied. Die Coalition verfügt über eigene, auf Verbraucherforschung basierende Standards. Googles Anzeigenrichtlinien entsprechen den Standards, sind aber unterschiedlich.



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