Bedrohung für das News-Geschäft 14.12.2017, 14:14 Uhr

Nachrichtenmedien: "Google und Facebook profitieren zu Unrecht von uns"

Facebook und Google profitieren von der Online-Berichterstattung zu Unrecht, sagen die Nachrichtenmedien. Neun europäische Nachrichtenagenturen verlangen daher von großen Internet-Unternehmen eine Anerkennung ihrer Rechte als News-Lieferanten.
(Quelle: Fotolia.com/Scanrail)
Neun europäische Nachrichtenagenturen verlangen von großen Internet-Unternehmen wie Facebook und Google eine Anerkennung ihrer Rechte als Nachrichtenlieferanten. Die Agenturen setzen sich damit für eine entsprechende Änderung im Urheber- und Leistungsschutzrecht auf europäischer Ebene ein. Zurzeit diskutieren EU-Parlamentarier im juristischen Ausschuss darüber. In dem am Donnerstag in der französischen Tageszeitung "Le Monde" veröffentlichten Brief der Agenturen heißt es: "Das Konzept freier Nachrichten ist ein Mythos".
Die Berichterstattung koste die Medien viel Geld. Nachrichtennutzer seien im Internet eine attraktive Zielgruppe, weil sie einen Beitrag dazu leisteten, die Werbeumsätze zu erhöhen. Davon profitierten aber nur einige Unternehmen, nicht zuletzt soziale Netzwerke und Suchmaschinen, andere ausdrücklich nicht. "Und dabei haben weder Facebook noch Google einen Newsroom."
Die Internet-Konzerne profitierten damit von der Arbeit, die von anderen gemacht werde, den Nachrichtenmedien. Hinzu komme, dass sie ihren dominierenden Anteil am Werbemarkt immer weiter ausgebaut hätten. Bei den Medien sei gleichzeitig ein dramatischer Rückgang bei den Werbeumsätzen zu beobachten.

Grundlagen für das Nachrichtengeschäft sind bedroht

Heutzutage seien die Grundlagen für das Nachrichtengeschäft bedroht, argumentieren die Agenturen. "Ganz einfach, weil Nachrichtenmedien es bald nicht mehr finanzieren können." Die Vielfalt und Qualität der Nachrichten, eine Säule jeder Demokratie, sei nicht mehr gesichert.
Es stelle sich die Frage, ob es nicht an der Zeit sei, dass Internet-Giganten denjenigen einen fairen Anteil zurückgeben sollten, die tatsächlich die Nachrichtenberichterstattung übernehmen, die Nachrichtenagenturen eingeschlossen.
Unterzeichnet haben neben der Deutschen Presse-Agentur und der österreichischen APA, die französische AFP, die Press Association aus Großbritannien, die spanische Agentur EFE, die italienische Ansa, die TT aus Schweden, die niederländische ANP und die belgische Belga.



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