Googles Phantom-Updates: Was steckt dahinter?

Content bleibt wichtig, Nutzerabsicht wird wichtiger

Weil Google nach wie vor eher auf seine eigenen Webmaster Guidelines verweist, als konkret zu werden, waren die Spekulationen über sichere Ranking-Faktoren des Phantom Updates bei Webmastern und Agenturen naturgemäß groß: Da jedoch sowohl Publisher als auch Brands von den starken Auswirkungen des Updates betroffen waren, ließ sich schwer festmachen, auf welche Qualitätsmerkmale Google genau abzielte. Sistrix etwa kam zu dem Schluss, dass vermutlich nicht einzelne Verzeichnisse, sondern Domains im Ganzen vom Update betroffen waren. Die Resultate von Phantom II legten den Schluss nahe, durch Fokussierung auf einzelne Landing Pages die Domains indirekt zu beeinflussen.

Gewinner und Verlierer beim Phantom-Update

Was erkennbare Gewinner und Verlierer angeht, muss man beim Phantom-Update jedoch ziemlich relativieren. So sind Portale wie billiger.de, onmeda.de und auch bisherige Profiteure von Phantom II wie die News-Seite focus.de und der Onlineshop schlafwelt.de seit dem Phantom-4-Update aktuell von Sichtbarkeitsverlusten betroffen. Focus verlor, laut Searchmetrics, insbesondere bei Anfragen zu fremden Brand-Keywords wie "Google", "Kleinanzeigen" oder "Deutsche Bahn", was einen zusätzlichen Bezug zu neuen Nutzermetriken und eine Überschneidung mit Googles Query Deserves Freshness-Algorithmus nahelege. Demnach richtet sich das Ranking hier womöglich auch nach der Aktualität gesuchter Themen im Vergleich zwischen Publishern und Brands.
Quelle: Performics
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Umgekehrt konnten jedoch auch Verlierer des zweiten Updates von Phantom Nummer vier profitieren, etwa das PKW-Vergleichsportal 12Gebrauchtwagen.de, das soziale Büchernetzwerk Lovelybooks.de und der Flugpreisvergleich billig-flieger-vergleich.de.
Quelle: Performics
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Redaktionelle Portale wie auto-motor-und-sport.de waren von Phantom II zunächst noch negativ betroffen, und Ratgeber mit hochwertigem Content wie brillen-sehhilfen.de verloren ebenfalls Prozente, während Beratungsseiten wie computeruniverse.net vor allem bei ihren Kategorie- und Kaufberatungsverzeichnissen punkten konnten.
Quelle: Performics
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In jedem Fall scheint, trotz der unterschiedlichen Auswirkungen auf Marken klar zu sein, dass Brand-Authority alleine beim Phantom-Update letztlich keine Sicherheit für das Ranking bringt.

Fazit: Das Phantom bleibt schwer zu fassen

Abschließende Aussagen über die Entwicklung des "Phantoms" zu treffen, gestaltet sich also schwierig. Bemerkenswert ist aber, dass vor allem der Zusammenhang zwischen Content-Qualität, Usability und Nutzerintention seit Rollout des Phantom-4-Updates offenbar stärker ins Gewicht fällt. Dies wird Seitenbetreiber und Marketer künftig wohl zu einer noch genaueren Abstimmung ihrer SEO-Maßnahmen in Hinblick auf die Zielrichtung ihrer Brands, Shops und Ratgeber zwingen. Google beweist sich hierbei wieder einmal gleichermaßen als Förderer und "Vollstrecker", was die Bedürfnisse der konsumierenden User angeht.
Aktuell wird es vor allem darauf ankommen, signifikantere Stellschrauben anzulegen, um die User Experience zielführender zu gestalten und den Content strukturell und thematisch noch besser an Nutzerbedürfnisse anzupassen. Genauere Erkenntnisse werden hier mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen.



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