Gastkommentar 20.07.2016, 15:00 Uhr

Googles Phantom-Updates: Was steckt dahinter?

In den vergangenen Jahren gab es einige sogenannte Phantom-Updates von Google. Was dran ist am Phantom und ob es überhaupt zu fassen ist, erklärt Markus Koczy von Performics.
Markus Koczy, Managing Director bei Performics
(Quelle: Performics)
Von Markus Koczy, Managing Director bei Performics
Es ist immer wieder erstaunlich, wie Google es schafft, Online Marketer in angeheizte Spekulationen zu neuen Ranking-Faktoren zu treiben. Seit den letzten "großen" Updates Panda (seit 2011) und Penguin (seit 2012) wurde besonders im Laufe der vergangenen Monate viel gemutmaßt, in welche Richtung die nächste gravierende Aktualisierung gehen würde. Auslöser war ein kleines, aber deutlich sichtbares "Erdbeben" im Bereich der Visibility:
Deutliche Fluktuationen in den SERPS und Domain-Sichtbarkeitsverluste von bis zu 60 Prozent bei kleinen und großen Websites sorgten seit Anfang/Mitte Mai 2015 für Spekulationen, ob Google die Algorithmen zum Penguin  oder Panda Update ohne Ankündigung angepasst haben könnte.
Google hielt sich mit Details bedeckt und bestätigte lediglich, einige Veränderungen im Kern-Algorithmus vorgenommen zu haben (Core Algorithm Update), die nichts mit Panda, Penguin oder etwa dem Mobile Update von 2015 zu tun hätten. Auch die Einführung des vollständig AI-basierten Algorithmus "RankBrain" zur automatischen Einordnung von Suchanfragen sei hiermit nicht in Verbindung zu bringen. Auf die entscheidenden Einflussfaktoren für Rankings wurde jedoch nicht eingegangen. So verbreitete sich diese schwer greifbare, nicht weiter betitelte Änderung unter dem ominösen wie ironischen Namen "Phantom Update". Über die wahren Merkmale des Updates gibt es seither viele Hypothesen.

Was ist dran an Googles "Phantom"?

Nach den spürbaren Fluktuationen stellte sich die Frage, welche signifikanten Veränderungen sich seit dem Rollout des "Phantoms" im Vergleich zu den Vorgänger-Updates abzeichnen? Das Phantom Update machte sich weltweit erstmals in der Woche des 4. bis 11. Mai 2015 bemerkbar und sorgte in einem darauffolgenden zweiten Update (auch wahlweise als "Phantom II" oder "Quality Update" bezeichnet) für weitere Änderungen.
Das dritte Update konzentrierte sich augenscheinlich vor allem auf die Relevanz des Contents in Bezug zur Intention der User. Phantom Update Nummer vier sorgte schließlich Anfang Juli dieses Jahres für neue spürbare Ausschläge im Ranking des deutschen Indexes, wobei sich im Vergleich zu Phantom II nicht immer konsequente "Gewinner" oder "Verlierer" feststellen lassen. Gerade das macht das "Phantom" als Algorithmus so schwer greifbar.

Unique Content: Ein zentrales Instrument

Wie schon zuvor beim Panda-Update ist Unique Content auch beim Phantom Update ein zentrales Instrument zur Ranking-Optimierung. Inhalte, die sich wiederholen, zu dünn sind oder dem Nutzer keinen konkreten Mehrwert bieten, werden auch vom "Phantom" konsequent abgestraft. Der User muss zielgerichtet qualitativ hochwertige, originelle und interessante Inhalte finden, die zu seinen Bedürfnissen passen - das ist nach wie vor die primäre Direktive aller zielführenden SEO-Maßnahmen. So erklärt sich womöglich auch die spürbare Auswirkung seit Phantom II auf Seiten mit User Generated Content: Leidtragende waren hier seinerzeit etwa Rezepte-Seiten wie kuechengoetter.de und chefkoch.de, die teils deutliche Einbußen in ihrer Visibility hinnehmen mussten.
(Quelle: Performics)
(Quelle: Performics)



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