Searchmetrics-Studie 13.12.2016, 14:40 Uhr

Google.de: Das sind die wichtigsten Ranking-Faktoren 2016

Google selbst gibt nur wenig Einblick in sein Ranking-System. Umso spannender sind Analysen wie beispielsweise von Searchmetrics, die zeigen, welche Aspekte für Top-Rankings in den Google.de-Suchergebnissen wichtig sind.
Searchmetrics präsentiert die wichtigsten SEO-Rankingfaktoren 2016.
(Quelle: shutterstock.com/bloomua )
Was unterscheidet Seiten, die auf den vorderen Suchergebnispositionen ranken von jenen, die weiter hinten in den SERPs platziert sind? Google selbst nennt lediglich die Top-3-Faktoren für ein gutes Ranking, nämlich Content, Links und RankBrain, also Machine-Learning-Algorithmen. Etwas detaillierter und damit deutlich hilfreicher sind für SEOs und Online Marketers Analysen wie von Searchmetrics, die genau aufzeigen, wie die einzelnen Google-Rankingfaktoren gewichtet werden.

Technik alleine reicht nicht

Für 2016 gilt: Es gibt noch immer grundlegende SEO-Faktoren, die elementar für eine Website sind. Dazu gehört etwa die saubere technische Aufsetzung einer Website für alle Geräte, strukturierte Seiten oder schnelle Ladezeiten - vor allem mobil. Das ist der Einstieg in die Top-20-Rankings für ein bestimmtes Keyword-Topic. Daneben werden aber die traditionellen Ranking-Faktoren immer irrelevanter.
Backlinks etwa sind inzwischen "nur" einer von vielen Einflussfaktoren auf das Ranking. Heute ist in bestimmten Bereichen sogar ein linkloses Top-Ranking möglich. Die Bedeutung von Backlinks nimmt messbar weiter ab, vor allem vor dem Hintergrund der Zunahme von mobilen Suchanfragen. Denn eine URL auf Mobilgeräten wird meist "geliked" oder "geshared", aber kaum aktiv verlinkt. Auch die zunehmend größere Rolle von Apps und App-Rankings in der organischen Suche lässt die individuelle Wichtigkeit von Backlinks weiter zurückgehen.
Technik alleine reicht also nicht mehr aus. Stattdessen ist die "Relevanz des Contents für die spezifische Nutzerintention die Grundlage der Bewertung einer Landingpage durch Google", so Searchmetrics. Daher kommen nun zur Checkliste der technischen SEO-Faktoren die Aspekte "individuelle Content-Relevanz einer URL" und "spezifische Nutzerintention" hinzu. Erst sie ermöglichen der Analyse nach ein Top-Ranking.
Beispiele für zwei verschiedene Nutzerintentionen: Ein User, der nach "Silvester Outfits" sucht, möchte vermutlich eher Fotos zur Inspiration sehen als lange Text-Phrasen. Jemand, der indes nach "Platons Höhlengleichnis" sucht, hat das Bedürfnis nach Text und Information.

Rang-Korrelation Top 20: Vergleich 2015 und 2016

Die folgenden Charts geben den Zusammenhang zwischen dem Ranking und der Ausprägung/Existenz des jeweiligen Faktors an. Die Unterschiede über die Suchergebnispositionen hinweg werden dann als Wert zwischen -1 und 1 - also die Korrelation - erfasst. Der Pfeil nach oben steht für einen Anstieg, der Pfeil nach unten entsprechend für einen Abstieg, ein Stern gibt an, dass es sich um einen neuen Faktor handelt, der neu berechnet wurde.
Technik alleine reicht für Top-Rankings nicht mehr aus:
Technik
(Quelle: Searchmetrics)
Die Relevanz des einzelnen Keywords nimmt immer weiter ab; 2016 hatte nur noch die Hälfte der Top-20-URLs das Keyword im Titel. Stattdessen wird relevanter Inhalt, der sich an der Nutzerintention ausrichtet, wichtiger: Die höchste Content-Relevanz haben URLs auf den Positionen 3 bis 6. Relevant sind Inhalte, die möglichst viele Fragen beantworten oder viele wichtige Teilaspekte eines Themas abdecken; immer abhängig von der individuellen User-Intention. Das können Text, Bild, Videos, Bullet Points oder eine Mischung aus verschiedenen Content- und Struktur-Elementen sein.
Content
(Quelle: Searchmetrics)
Für die User Experience gilt:
userexp
(Quelle: Searchmetrics)
Spannend ist auch ein Blick auf die Entwicklung der Social Signals:
(Quelle: Searchmetrics)

Trends

Weitere Ergebnisse: Die durchschnittliche Verweildauer (Time on Site) für die Top10-URLs liegt bei drei Minuten und 43 Sekunden. Die Bounce Rate beträgt für URLs der ersten Suchergebnisseite 40 Prozent; die durchschnittliche Click-Through-Rate auf den Positionen 1 bis 3 liegt bei 36 Prozent.
Laut Searchmetrics sind Seiten-Verschlüsselung per HTTPS weiter auf dem Vormarsch. Ab 2017 wird Google Websites, die nicht auf HTTPS umgestellt sind, im Google Chrome Browser als "unsicher" markieren. Ende 2016 weisen immerhin ein Drittel der Landingpages eine HTTPS-Verschlüsselung auf; im vergangenen Jahr lag dieser Anteil erst bei 14 Prozent.
"Es gibt keine universell gültigen Ranking-Faktoren für alle Bereiche mehr. Dazu sind die Ansprüche an Content aufgrund der unterschiedlichen Nutzerintentionen zu verschieden. Stattdessen existieren für einzelne Industrien, im Prinzip sogar für jede Suchanfrage, differierende Ranking-Faktoren, die sich fortwährend ändern. Der Grund dafür liegt in der Entwicklung und Anwendung von Machine-Learning-Algorithmen, die in die Bewertung von Websites und von Suchanfragen durch Google einfließen", fasst Marcus Tober, CTO und Unternehmensgründer von Searchmetrics, zusammen.

Zum Studien-Design

Seit 2012 veröffentlicht Searchmetrics jährlich die Studie "Ranking-Faktoren". Dafür werden jährlich die Top 30 Suchergebnisse für 10.000 Keywords - und damit insgesamt etwa 300.000 URLs - untersucht. Diese werden einzeln auf eine Anzahl von Faktoren analysiert, die Searchmetrics von Jahr zu Jahr erweitert - zum Beispiel die Anzahl von Backlinks, Textlänge sowie Keyword- und Content-Features.
Hinweis: Die allgemeinen Faktoren erscheinen in dieser Form allerdings zum letzten Mal. Denn, wie eingangs erwähnt, ist die Aussagekraft von allgemeinen Ranking-Faktoren aufgrund der unterschiedlichen Nutzerbedürfnisse und Suchintentionen heutzutage begrenzt. Ab 2016 wird Searchmetrics daher branchenspezifische Ranking-Faktoren veröffentlichen, etwa aus den Bereichen Gesundheit, Finanzen oder E-Commerce.



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