Chrome und Android 04.12.2017, 14:11 Uhr

Google sperrt Werbung und Drittanbieter-Code

Google hat seine Richtlinien für Software-Entwickler für Chrome und die Android-Plattform angepasst. So untersagen die Kalifornier künftig Lockscreen-Werbung und Fremdcode im Browser. Außerdem gelten die Safe-Browsing-Regularien jetzt auch für Android.
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Verfrühter Frühjahrsputz bei Google: Der kalifornische Tech-Konzern will mehr Sicherheit, Stabilität und eine bessere Nutzererfahrung unter Chrome und Android. Hierfür sollen neue Regularien und Beschränkungen für Entwickler sorgen, die etwa das Ausspielen von Werbung auf dem Sperrbildschirm von Android sowie die Ausführung von Fremdcode unter Chrome verhindern. Neuerungen für Google Safe Browsing sollen zudem den Datenschutz in Android erhöhen.
So verbietet etwa eine Änderung der Monetarisierungs-Richtlinien für Werbung unter Android nun explizit die "kommerzielle Nutzung des Sperrbildschirms". Ausgenommen von dieser Änderung sind lediglich Apps und Funktionen, die ausschließlich auf dem Sperrbildschirm ausgeführt werden. So können etwa Anwendungen, die dem Nutzer Informationen auf dem Sperrbildschirm liefern, diese zusätzlich mit Werbung zur Monetarisierung ergänzen. Alle anderen Arten von Ads auf dem Lockscreen sind hingegen verboten.

Mehr Datenschutz für Android

Den Datenschutz unter Android möchte Google indessen über eine Ausweitung der Safe-Browsing-Regularien auf seine mobile Plattform erhöhen. So müssen Android Apps künftig dem Anwender detailliert über eine Datenschutzbestimmung erläutern, wofür einzelne Berechtigungen für personenspezifische Daten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse erhoben werden. Andernfalls wird das System vor der Nutzung der jeweiligen App warnen. Die Änderungen sollen bereits im Dezember teilweise in Kraft treten und bis Ende Januar 2018 vollständig ausgerollt werden.
Chrome will künftig Nutzer bei Stabilitäts-problemen auf Fremdcode hinweisen. Ab Juli 2018 folgt dann das Blockieren von injizierten Code.
(Quelle: Google)
Striktere Vorgaben macht Google auch Drittanbietern für Erweiterungen des Chrome-Browsers. Ab Juli kommenden Jahres soll der Browser standardmäßig das "Injizieren" von Fremdcode durch Drittanbieter-Software untersagen. Grund dafür sind Stabilitäts-Probleme. So führen die Anpassungen durch Fremdsoftware laut Google in rund 15 Prozent aller Fälle zu einer erhöhten Absturzrate.
Das Blocken von Fremdcode dürfte vor allem Anbieter von Virenscannern und anderen Sicherheitslösungen betreffen, die mit ihren Anpassungen den Browser sicherer gestalten wollen. Diese sollen sich künftig für ihre Erweiterungen auf die in Chrome zur Verfügung stehenden Schnittstellen beschränken. Bereits ab April 2018 werde der Google-Browser den Nutzern bei Stabilitätsproblemen auf installierten Fremdcode hinweisen und eine Deinstallation desselben anbieten. Ausgenommen von dem Fremdcode-Block ist lediglich eigens von Microsoft signierter Code sowie Software für Barrierefreiheit sowie IME-Software.



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