Initiative in Großbritannien 12.10.2017, 10:33 Uhr

Werden Google und Facebook bald als Publisher klassifiziert?

Nicht zuletzt, um mehr Sicherheit in Sachen seriöse Nachrichten und Copyright zu gewährleisten, denken britische Behörden derzeit darüber nach, Google und Facebook als Publisher zu klassifizieren.
Was sind Google und Facebook? Publisher?
(Quelle: shutterstock.com/OlegDoroshin)
Plattformen und soziale Medien wie Google und Facebook gelten bisher als informationsverbreitende Medien, die ihre Inhalte nicht selbst erstellen. Aus diesem Grund werden diese auch nicht für die auf ihren Seiten erscheinenden Copyright-Verletzungen oder gegebenenfalls extremistischen Inhalte belangt. Das könnte sich jedoch bald ändern. 
Nach Informationen des Guardian denkt das britische Kultur-, Digital- und Medienministerium derzeit darüber nach, den rechtlichen Status von Google, Facebook und anderen Internetunternehmen entsprechend zu ändern. Bei Klassifizierung von Plattformen und sozialen Medien als Publisher könnten Google, Facebook und Co entsprechend stärker gesetzlich kontrolliert und reguliert werden.

Das Internet verlässlicherer und sicherer machen

Für Digitalministerin Karen Bradley, die gleichzeitig auch der britischen Medienregulierungsbehörde Ofcom vorsitzt, eine Möglichkeit, nicht nur das Urheberrecht stärker zu schützen, sondern auch das Internet für die Nutzer verlässlicher und sicherer zu machen: "Wir müssen die Balance finden, um einerseits alle Vorteile eines freien, lebendigen Internets zu genießen, und gleichzeitig das geistige Eigentum zu schützen", zitiert "The Guardian" die Ministerin.
Die britische Regierung schlägt indes vor, Internetunternehmen für Maßnahmen gegen Online Mobbing und Aufklärungsaktionen über die Gefahren des Internets zur Kasse zu bitten. Es sei allerdings denkbar, die Sicherheitsmaßnahmen noch auf legislative Eingriffe auszuweiten, so Bradley. Wichtig sei dabei jedoch, auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und andere Freiheitsrechte Rücksicht zu nehmen, ohne eine legislative Keule zu schwingen.
In Sachen Fake News ist vor allem Facebook ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Das soziale Netzwerk versucht dem Problem selber ebenfalls beizukommen und hatte im August 2017 angekündigt, Verbreiter von Falschnachrichten keine Anzeigen mehr schalten zu lassen.




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