Änderungen für Advertiser 25.01.2017, 10:30 Uhr

Besseres Targeting: YouTube greift auf Googles Suchhistorie zurück

Werbekunden sollen ihre YouTube-Kampagnen künftig präziser aussteuern können, indem sie auf den Google-Suchverlauf der Nutzer zurückgreifen. Das Unternehmen hatte sich lange gesträubt, User-Daten aus der Suche freizugeben.
Nutzer soll künftig passendere YouTube-Werbung ausgespielt werden
(Quelle: Shutterstock.com/Rose Carson)
YouTube greift künftig auf den Suchverlauf von Google zurück. Das heißt: Kampagnen können an der Google-Suchhistorie der Nutzer ausgerichtet werden, um Werbungtreibenden effektivere Targeting-Optionen zu ermöglichen. Usern sollen so schlussendlich bessere und passgenauere Anzeigen auf der Video-Plattform ausgespielt werden. Bis dato basierte das Targeting lediglich auf Videos, die die Nutzer gesehen hatten. Google hatte sich lange gesträubt, User-Daten aus der Suche für YouTube-Werbung freizugeben.
Wie Google in einem Blogpost erklärt, wolle man, dass Nutzer relevantere Ads zu sehen bekommen - vor allem vor dem Hintergrund, dass inzwischen über 50 Prozent der YouTube-Views mobil ausgespielt werden. "Wenn Sie zum Beispiel ein Textilwarenhändler sind, können Sie künftig potenzielle Kunden auf YouTube erreichen, die auf Google nach Wintermänteln gesucht haben. Denn sie können genau im richtigen Moment einen Spot aus Ihrer Wintermoden-Kampagne ausspielen", erklärt Diya Jolly vom Director YouTube Product Management.

Bessere Analyse-Optionen

Informationen aus dem Google-Account des Nutzers, etwa demographische Daten oder vergangene Suchläufe, werden künftig also auch YouTube-Kampagnen beeinflussen. Um diesen Einfluss analysieren und die Performance bewerten zu können, arbeitet Google an einer neuen cloud-basierten Measurement-Lösung. Dazu kooperiert das Unternehmen mit Anbietern wie comScore, DoubleVerify, IAS, MOAT oder Nielsen.

Nutzerkontrolle

Das neue Targeting lässt sich, wie Google betont, weiter über das Tool "AdWords Customer Match" präzisieren. Damit können Werbungtreibende E-Mail-Listen ihrer Kunden importieren und passgenaue Anzeigen für diese Kunden in der Google-Suche, YouTube und GMail erstellen. Ein Händler könnte beispielsweise die Kunden ansprechen, die sich in den stationären Läden für ein Gewinnspiel etc. eingetragen haben.
Viele Targeting-Daten sorgen naturgemäß aber auch immer für viel Kopfschmerz bei Datenschützern: Daher verweist Google auf eine bestehende Nutzerkontrolle. User könnten in ihren Account-Einstellungen weiter kontrollieren, welche Werbung sie auf YouTube und Google sehen. Daneben würden persönliche Informationen zur Identifikation des Nutzers nicht mit Advertisern geteilt werden. Zudem könne man auch Werbungtreibende selbst "deaktivieren": Wenn man sie auf Google stumm schaltet, bekommt man deren Anzeigen auch nicht auf YouTube zu sehen.



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