Expert Insights 14.09.2017, 08:10 Uhr

dmexco: Wie gut ist die Messe fürs Geschäft?

Auf der dmexco geht es ums Business: Ich muss die Wirtschaftlichkeit unseres dmexco-Standes verantworten. Und da geht es mir natürlich um Sichtbarkeit und Reichweite, aber vor allem ums Geschäft. Das große Ziel: Leads zu generieren.
Ingo Notthoff, Leiter Marketing bei T-Systems Multimedia Solutions
Ich kann mich noch genau an meine erste dmexco erinnern. Damals war ich als Pressesprecher des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) unterwegs. Als zur Eröffnung dann die ersten Journalisten vor der Türe standen und nach fernsehtauglichen Bildern suchten, war die Enttäuschung bei der Presse anfangs groß. "Das ist hier eine reine Business-Messe", höre ich mich noch selbst sagen. "Hier geht es ums Geschäft". Geendet hat es dann mit ein paar Filmaufnahmen an einem Stand, wo eine Spielekonsole zu sehen war. Mit der dmexco hatte das nichts zu tun. Doch das Kamerateam hatte seine Bilder.

Heute - einige Jahre später - ist die dmexco das Schwergewicht der digitalen Wirtschaft. Sicher, es sind viel mehr Hallen, Austeller, Themen, Speaker und Seminare dazu gekommen. Doch es geht nach wie vor ums Business. Jetzt denken sich sicher viele - das muss er ja sagen - er hat ja einen Vorsitz beim BVDW und ist damit eng mit der dmexco verdrahtet. Ich muss gar nichts, denn im selben Atemzug muss ich auch die Wirtschaftlichkeit unseres eigenen dmexco-Standes verantworten. Und da geht es mir natürlich um Sichtbarkeit und Reichweite, aber vor allem ums Geschäft.

Stand hinstellen reicht nicht

Als ich vor rund drei Jahren hier ins Unternehmen gekommen bin, war für mich klar - wir müssen auf die dmexco. Warum? Wer sich im Bereich digitales Marketing, Customer Journey und E-Commerce behaupten will, muss auf dem Branchen-Event vertreten sein. Natürlich gekoppelt an klare Business-Ziele. Bei uns bedeutet das Leads zu generieren. Und zwar keine losen Kontakte, sondern konkrete Leads, die wertvoll für den Vertrieb sind. Das hat die Messe geleistet.
Dennoch ist die dmexco kein Selbstläufer: Eine Messe vorzubereiten bedeutet nicht nur einen Stand hinzustellen und auf das "Laufpublikum" zu hoffen, sondern viele Termine im Vorfeld zu vereinbaren. Entsprechend war unser Terminkalender schon vor der Messe gut gefüllt. Während der zwei Messetage sind dann noch einige spannende "walk ins" dazu gekommen, so dass noch viele weitere Gespräche entstanden sind. Und als auch noch ein Kamerateam eines großen Nachrichtensenders am Stand auftauchte, war auch die Reichweite im Kasten.

Nebenbei ist die dmexco auch immer ein echtes "Klassentreffen". Ja, das wird oft belächelt und kritisiert - dafür eignet sich unter anderem Social Media ganz hervorragend, doch mal ehrlich: Networking ist ein wichtiger Bestandteil für Geschäftsbeziehungen. Zudem sind fast alle relevanten Fachmedien auf der Messe vertreten. Dies ermöglicht den Austausch mit Journalisten und Influencern in gebündelter Form, ohne durch ganz Deutschland reisen zu müssen. Wer also alte Kontakte auffrischen und neue dazu gewinnen möchte, ist in Köln an der richtigen Adresse. Und dies sowohl tagsüber als auch abends mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Partys.

Mehr Verantwortliche aus dem Mittelstand

Natürlich stehen auch ein paar Dinge auf meiner Wunschliste. Viele internationale Speaker sind großartig, doch wären auch mal ein paar echte Mittelständler gut, die berichten, wie sie die Digitalisierung zum Beispiel ihres Marketings angegangen sind. Das sind oft keine großen Namen wie Facebook oder Google - doch mindestens genauso spannende Themen. Und das sehr praxisnah. Gerade von den oft als "hidden champions" bezeichneten Unternehmen, lässt sich eine Menge lernen. Dies würde dann auch mit dem Vorurteil aufräumen, dass der Mittelstand in Deutschland die Digitalisierung verschläft. Vielleicht einige, doch längst nicht alle.

Weiterhin wäre es schön noch stärker die Marketing- und Digitalentscheider der großen Unternehmen sowie des Mittelstands auf die Messe zu bekommen - und zwar als Fachbesucher. Auch wenn sich schon viel getan hat in den letzten Jahren - in den Köpfen muss die dmexco als Pflichtprogramm verankert sein. Themen gibt es genug, kompetente Austeller ebenfalls.

Auf nach Köln

Grundsätzlich muss ich schon zugeben: Ich bin ein echter dmexco-Fan der ersten Stunde und ich freue mich jedes Jahr auf zwei spannende, ereignisreiche und vor allem lange Tage. Wobei die Messe für mich ja schon - mit ersten Veranstaltungen und natürlich unserem eigenen Messestand - einen Tag vorher beginnt.



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