Expert Insights 19.01.2017, 08:10 Uhr

Affiliate Marketing: 2017, das Jahr der Veränderungen

Unter dem Motto "Make Affiliate great again" stand mein Jahres-Resümee zum Affiliate-Jahr 2016. Wie zu erwarten gab es Kritik und Zuspruch. Was sollte 2017 passieren, um die Professionalisierung voranzutreiben?
Markus Kellermann, geschäftsführender Gesellschafter bei xpose360
Letztendlich zählen in unserer schnelllebigen Branche aber keine persönliche Befindlichkeiten, sondern nur die ganzheitliche Betrachtung und hierzu gehört auch eine differenzierte Analyse und Bestandsaufnahme.
Trotzdem ist es wichtig, dass wir diese öffentliche Debatte führen und über die Probleme des Affiliate Marketings reden, zum Wohle der Advertiser, aber vor allem auch zum Wohle der hunderttausenden von Affiliates.
Dementsprechend freuen wir uns auf das kommende Jahr und darauf, dass Affiliate Marketing auch weiterhin einer der wichtigsten Bestandteile im Online-Marketing-Mix bleibt, um den werbungtreibenden Unternehmen eine Alternative zur Abhängigkeit von Google, Facebook und Co zu bieten.
Doch was sollte in 2017 alles passieren, um die Professionalisierung weiter voranzutreiben?

Wachstum und Entwicklung

Laut eigenen Angaben konnte das Affiliate-Netzwerk affilinet 2016 ein Wachstum im zweistelligen Bereich im Vergleich zum Vorjahr hinlegen. Zudem sind 285 neue Partnerprogramme im DACH-Bereich bei affilinet gestartet. Auch bei Zanox sind 2016 164 neue Advertiser gestartet, was auf jeden Fall die Attraktivität des rein performance-orientierten Marketing-Kanals belegt.
Auch Zukunftsforscher wie Sven Gabor Janszky rechnen damit, dass 2017 wieder ein gutes Jahr werden wird. In Deutschland gibt es weniger Arbeitslose, der Dax geht von einem Höchststand zu nächsten und die meisten Unternehmen machen große Gewinne. Das führt dazu, dass wir Menschen noch mehr verdienen und mehr konsumieren werden, auch online.
Auch die Advertiser rechnen für 2017 mit einem Wachstum der Affiliate-Branche. So gaben 72 Prozent aller CJ Affiliate by Conversant-Unternehmen an, zukünftig ihr Affiliate-Budget zu erhöhen. Auch in einer Umfrage des Branchen-Portals "Affiliateblog.de" rechnen 88 Prozent der Advertiser mit steigenden Umsätzen in 2017. Und auch die Partnerprogramme von affilinet haben in einer Umfrage angegeben weiterhin stark in den Affiliate-Kanal investieren zu wollen. Zudem haben 84 Prozent der Online-Händler in einer iBusiness-Umfrage angegeben, künftig mehr oder gleich viel in den Affiliate-Kanal investieren zu wollen.

Gattungsmarketing und PR

54 Prozent der Online Shops machen laut iBusiness noch kein Affiliate-Marketing. Umso wichtiger ist es für die Branche diesen Unternehmen eine Alternative zur Abhängigkeit von Google, Facebook und Co zu bieten.
Hierzu sind transparente Marktzahlen nötig, um diesen Händlern und Unternehmen die Potentiale und Möglichkeiten von Affiliate-Marketing aufzuzeigen. Der BVDW mit seinen organisierten Affiliate-Netzwerken und -Agenturen tut gut daran, die Öffentlichkeitsarbeit für die Affiliate-Branche weiter voranzutreiben, da das Affiliate-Marketing in den letzten Jahren in der Wahrnehmung der großen Informationsquellen so gut wie verschwunden ist und damit auch eine gewisse Gefahr besteht, dass andere Marketing-Kanäle durch ihr Eigenmarketing die Budgets für sich einnehmen.

Gerade Einsteiger tappen im Affiliate Marketing oft unwissentlich in Fallen, mit denen sie Potenzial und Geld verschenken. Wir zeigen die zehn größten Erfolgsbremsen für Newcomer.

Die Arbeitsgruppe Affiliate-Marketing im BVDW arbeitet deswegen bereits daran, noch in diesem Jahr wichtige Impulse in der Außendarstellung zu liefern und den Kanal wieder ins Relevant-Set der Marketing-Entscheider zu hiefen.

Mobiles Wachstum

Im Affiliate-Netzwerk zanox wurde 2016 erstmals die 30-Prozent-Marke beim Anteil der mobilen Sales geknackt. Jeder sechste Sale wird inzwischen über das Smartphone generiert und die Sales darüber stiegen um 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in anderen Affiliate-Netzwerken beträgt der Mobilanteil mittlerweile einen zweistelligen Prozentanteil, was allerdings auch nicht verwunderlich ist, da wir uns mitten im mobilen Zeitalter befinden.
Umso wichtiger wird es allerdings, dass die mobile Entwicklung auch bei den Advertisern ankommt und diese eine mobile Strategie für ihr Affiliate-Programm umsetzen, damit auch die Affiliates davon profitieren können.
affilinet hat deswegen nun auch mit einer aktiven Beratung der Advertiser in Richtung Mobile Readiness begonnen und hierzu auch das "Top Mobile Flag" eingeführt. Diese Kennzeichnung ist im Affiliate Login-Bereich sichtbar und markiert Partnerprogramme, die mobil optimierte Werbemittel anbieten, über einen relevanten Anteil an Mobile Sales verfügen und ein zusätzlich aktiviertes Device Tracking haben.
Und nachdem sich immer mehr User auch auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause auf dem Smartphone informieren und dann oftmals den Kaufabschluss auf dem Desktop-PC durchführen, wird es auch immer wichtiger, dass die Unternehmen auch ein übergreifendes Cross-Device-Tracking implementieren, um diesen Medienbruch übergreifend messen zu können und die Affiliates für ihre Werbeleistung auch fair verprovisionieren.



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