Start-up-Initiative 24.03.2015, 08:00 Uhr

Book a tiger: Mit Google weltweit wachsen

Mit der Partnerinitiative WeltWeit Wachsen unterstützt Google junge Unternehmen auf dem Weg in Richtung Online-Exporteur. Ein Beispiel ist das Start-up book a tiger.
Claude Ritter, Mitgründer von book a tiger
(Quelle: bookatiger.de )
Die Partnerinitiative WeltWeit Wachsen ist  2014 unter anderem von Google ins Leben gerufen worden. Klaas Flechsig, Sprecher Google Deutschland erklärt, dass die Initiative Unternehmen auf dem Weg in Richtung Online-Exporteur begleiten möchte. Denn heute sei es aufgrund der Digitalisierung für kleine Unternehmen möglich, schnell zu expandieren und zu internationalisieren. Laut Flechsig ist es heute im Gegensatz zu früher wesentlich einfacher neue Märkte zu erschließen. Google selbst erhofft sich laut Flechsig, dass die Investitionen der Unternehmen in Online-Werbung steigen, so dass ein Teil davon auch in Werbung mit Google fließt.
Ein Unternehmen, das bei seiner Expandierung stark auf Online-Marketing mit Google setzt, ist book a tiger. Das Berliner Start-Up wurde 2014 gegründet und bietet Dienstleistungen von Reinungskräften an. Book a tiger ist nun dabei neue Märkte zu erschließen. Einer der Mitgründer, Claude Ritter, erzählt von der Zusammenarbeit mit Google und wie sich die Expansionspläne konkret gestalten.
Wie kam die Zusammenarbeit mit Google zustande?
Claude Ritter: Die Zusammenarbeit mit Google hat schon vor der Gründung von book a tiger begonnen. Wir waren bereits mit unserem vorherigen Unternehmen ein relativ großer Google Kunde, daher hatten wir schon im Vorfeld einige sehr gute Kontakte zum Unternehmen. Da Google ein starker Teilnehmer im Online-Bereich ist, ist es für uns als Start-Up von Vorteil, ein gutes Verhältnis zu Google zu haben.
Welche Rolle hat Google bei der Unternehmensgründung gespielt?
Ritter: Wir sind natürlich gewisse "Fan-Boys" von Google. Wir haben Google von Anfang an in allen Bereichen genutzt. Früher hat man Microsoft-Office Lizenzen gekauft, heute hat man Google-Apps-For-Business-Accounts. Die Dienstleistungen, die von Google angeboten werden, erleichtern einem das Start-Up Leben sehr stark - viele Produkte gibt es on Demand und ohne große Investitionen.
Sie haben gesagt, dass bei ihnen 90 Prozent der Werbeaktivität online stattfindet. Wie genau verteilt sich Ihre Werbeaktivität?
Ritter: Wir werben natürlich auf allen möglichen Kanälen. Rund zehn Prozent unserer Werbeaktivität läuft über Offline-Marketing. Das sind hauptsächlich Partnerschaften, wie zum Beispiel mit windeln.de, die ihren Paketen jeweils einen Gutschein von uns beifügen. Es wird allerdings in den kommenden Wochen auch noch Fernsehwerbung hinzukommen. Die anderen 90 Prozent sind hauptsächlich Online-Performance-Marketing Maßnahmen. Wir haben einen relativ hohen Anteil an Google AdWords, SEM und auch an organischem Such-Traffic, den wir ebenfalls über Google generieren. Man kann also sagen, dass Google ungefähr bei zwei Dritteln unseres Online-Performance-Marketings involviert ist. Aber natürlich nutzen wir auch soziale Netzwerke wie beispielsweise Facebook.
Wie wollen sie sich zukünftig gegen andere Konkurrenten am Markt wie zum Beispiel Helpling durchsetzen?
Ritter: In Deutschland gibt es an sich nur Helpling und uns. Die restlichen Unternehmen existieren zwar noch als Marke, aber haben entweder kein Geld mehr oder sind nicht mehr eigenständig. Wenn wir uns Deutschland anschauen, dann glaube ich, dass wir ein sehr starker Marktteilnehmer sind. In zehn Monaten haben wir rund acht Millionen US-Dollar an Fremdkapital gesammelt. Hierbei helfen uns unsere Erfahrungen, die wir bereits bei Lieferheld und Delivery Hero sammeln konnten. Der Nachteil, den Helpling hat, ist, dass sie ein sehr unerfahrenes Gründerteam haben und jetzt aber schon in 14 Ländern operieren. Ich denke, sie wachsen einfach zu schnell.

Expandieren, aber langsam

Wie sehen denn die weiteren Ziele von book a tiger für 2015 aus?
Ritter: Unser Ziel ist es, book a tiger  2015 als führende Plattform im Reinigungssegment im deutschen Markt zu etablieren. Zudem wollen wir erfolgreich in der Schweiz starten. Mit Tamedia haben wir das größte Schweizer Medienhaus als strategischen Partner gewinnen können. Zusätzlich planen wir die Erschließung eines weiteren Marktes. Das Hauptziel von book a tiger ist aber nach wie vor in erster Linie die Nummer eins der DACH-Region zu sein.
Ist Ihr Geschäft mittlerweile schon profitabel?
Ritter: Nein, wir schreiben noch keine schwarzen Zahlen. Wir werden die nächsten zwölf Monate noch sehr stark auf Wachstum setzen. An sich könnte man das Business sehr schnell profitabel machen. Wenn wir jetzt allerdings mit Fernsehwerbung starten, wird ein ordentlicher Kostenblock auf uns zukommen, der uns zunächst erst einmal nicht profitabel werden lässt. Aber das ist in Ordnung für uns, da wir kein kleines mittelständiges Unternehmen aufbauen wollen, sondern eine schnell wachsende und gut funktionierende Internetfirma. Zurzeit haben wir 60 Mitarbeiter, wachsen auf der Reinigungskräfte-Seite sehr stark und sind grundsätzlich auf einem sehr guten Weg.
Sind weitere Kooperationen wie mit windeln.de geplant?
Ritter: Wir sind gerade eine neue Kooperation mit ImmobilienScout 24 eingegangen. Hier sind wir ab sofort exklusiver Partner von ImmobilienScout 24 und erhoffen uns dadurch eine Integration in den Umzugsservice. Wir möchten eine neue Zielgruppe ansprechen und Leute, die in eine neue Gegend ziehen und eine neue Reinigungskraft suchen, als Neukunden gewinnen.
Haben Sie mittlerweile vermehrt regelmäßige Buchungen oder sind Einmalbuchungen der Regelfall?
Ritter: Der Großteil unserer Buchungen ist nach wie vor Einmalbuchungen, allerdings steigt der Anteil an regelmäßigen Buchungen stetig. Das ist sehr wichtig für uns, denn unser Geschäftsmodell funktioniert nur, wenn der Anteil der regelmäßigen Buchungen wächst. Wir haben in der letzten Woche ein neues Preisschema in Berlin gestartet, bei dem eine wiederkehrende Buchung günstiger ist, als eine Einmalbuchung. Dieses neue Preismodell werden wir in den nächsten Wochen in ganz Deutschland einführen.
Gibt es bestimmte Regionen in denen sie erfolgreicher sind als in anderen?
Ritter: Ja, wir sind ganz klar ein Metropolen-Business. Insofern sind die Städte, in denen es für uns am besten läuft auch die größten Städte Deutschlands. Besonders in Süddeutschland, unter anderem in München, ist der Anteil an wiederkehrenden Buchungen sehr hoch. Zudem scheint dort die Preissensibilität nicht so hoch zu sein, wie in anderen Städten Deutschlands. Schwieriger ist es für uns in Städten wie Leipzig.
 
 

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