dmexco-Macher 04.01.2018, 10:55 Uhr

Verfügung gegen Muche und Schneider

Warum hat die Koelnmesse den beiden dmexco-Machern Christian Muche und Frank Schneider Anfang November den Vertrag gekündigt? Eine Verfügung des Landgerichtes Köln liefert einen möglichen Grund für die Trennung.
Unfreundliche Trennung: Die geschassten dmexco-Macher Christian Muche und Frank Schneider haben Ärger mit ihrem Ex-Arbeitsgeber
(Quelle: Koelnmesse)
Die überraschende Kündigung des Vertrages zwischen der Koelnmesse und der Beratungsfirma KDME Anfang November 2017 hat ein juristisches Nachspiel. Am 2. November hatte die Koelnmesse mitgeteilt, dass sie mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit den beiden Initiatoren der dmexco, Christian Muche und Frank Schneider und ihrer Beratungsfirma KDME beendet. Wie erst jetzt bekannt wurde, beantragte die Messegesellschaft eine Woche später eine einstweilige Verfügung gegen Muche und Schneider, die ihnen untersagen soll, Veranstaltungen auf dem Gebiet des digitalen Marketings zu organisieren. Ein entsprechender Beschluss des Landgerichtes Köln trägt das Aktenzeichen 25 O 268/17. Das Konkurrenzverbot für die beiden geschassten Manager gilt demnach bis zum 30. September 2018, also bis nach der nächsten dmexco. Laut diesem Beschluss ist es Schneider und Muche auch untersagt, in der Geschäftsleitung eines Unternehmens zu sein, das die Organisation solcher Veranstaltungen betreibt. 
Dies zielt ganz offensichtlich auf das Engagement der beiden dmexco-Chefs bei der Schweizer Excitare AG. Dieses Unternehmen hatte der Geschäftsführer der Schweizer Sektion des IAB (Interactive Advertising Bureau) Roger Baur Anfang 2017 in Wollerau bei Zürich gegründet. Die Excitare steht hinter der D:Pulse, einem Schweizer Digitalkongress, der sich Anfang 2017 noch offiziell als Partner-Event der dmexco präsentierte - 2018 fehlt ein solcher Hinweis. Neben Baur sind als zeichnungsberechtigte Mitglieder im Excitare-Verwaltungsrat der Schweizer IAB-Präsident David Burst eingetragen - und die beiden dmexco-Macher Muche und Schneider. 
Interessant ist, dass weder die Koelnmesse noch ihr dmexco-Partner BVDW die Öffentlichkeit über diese einstweilige Verfügung informiert haben. Uns liegen derzeit von den beteiligten Parteien dazu keine Stellungnahmen vor. Dies gilt auch für Schneider und Muche, die nach Angaben des Langerichtes gegen die Verfügung Einspruch eingelegt haben. Über den ist allerdings derzeit noch nicht entschieden. 
Ob die einstweilige Verfügung Bestand hat, wird sich zeigen. Vor allem aber bleibt nach wie vor ungeklärt, ob das Engagement von Muche und Schneider bei den Schweizern tatsächlich der Grund für den Rauswurf bei der Koelnmesse ist. Im Gespräch mit der Redaktion hatte Excitare-Gründer Baur betont, man arbeite mit der dmexco eng und vertrauensvoll zusammen. 



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