Digitalmesse in Köln 12.09.2017, 09:05 Uhr

Startschuss 2017: Das sind die Themen der #dmexco

Das einstige Klassentreffen der deutschen Online-Vermarkterszene entwickelt sich zum digitalen Welt-Event. Höchste Zeit für eine Konzentration auf das Wesentliche.
Die dmexco 2017 findet am 13. und 14. September in Köln statt.
(Quelle: dmexco)
Der Paukenschlag kam einen Monat vor dem Start der dmexco: Die Group M, immerhin die größte Media-Agenturen-Gruppe der Welt, sagte ihre Teilnahme an der neunten Auflage der "Digital Marketing Exposition and Conference" in Köln ab. In der Werbeszene schlug diese Nachricht Wellen, als hätte der Autohersteller BMW seinen Stand auf der IAA gekündigt. Stichwort BMW: Vor zwei Jahren hatten die Münchner ihren brandneuen 7er in Köln der digitalen Fachwelt vorgestellt, nur einen Tag nach der Weltpremiere auf der IAA.

Die dmexco - eine Autoshow?

Die Begründung, warum die Luxuslimousine auf die Digitalmarketing-Messe gehört, folgte auf dem Fuße: Der Wagen sei wie kein zweiter digital vernetzt und würde deshalb in die Zukunft weisen.
Liest man die Ankündigungen der Messe, dann sind Ausflüge in fremde Gefilde für die dmexco keine Ausnahme, sondern Programm: Die Nachfolgeveranstaltung der alten Online Marketing Düsseldorf (OMD) versteht sich immer mehr als Welt-Event der digitalen Transformation. Nicht jedem gefällt das - die Manager der Group M hätten eine stärkere Rückbesinnung auf das Kernthema Online-Marketing offenbar lieber gesehen.

Einheitspreis statt Kostenlos-Kultur

Nach allem, was bislang bekannt ist, wird die dmexco auch 2017 größer als im Jahr zuvor: Mehr Aussteller (trotz der Absage der Group M), mehr Hallen, mehr Fläche, mehr Speaker. Ob auch mehr Besucher kommen werden, ist indes fraglich. 2016 hatten die Organisatoren erstmals Staffelpreise für die Eintrittskarten eingeführt: Wer sich bis einen Monat vor Veranstaltungsbeginn registrierte, durfte wie bisher gratis in die Hallen, danach steigerte sich der Eintrittspreis in Stufen bis auf 399 Euro - für all diejenigen, die erst an der Tages­kasse ihr Ticket lösen wollten.
In diesem Jahr sind einheitlich 99 Euro pro Ticket fällig. Die "Beutelratten", also Besucher mit zu viel Tagesfreizeit und einem Hang zum Sammeln von Werbegeschenken, wird diese Maßnahme draußen halten - die Aussteller hatten dies immer lauter gefordert. Allerdings scheinen auch normale Fachbesucher überraschend preissensibel zu sein. Pünktlich zum 21. August, dem Tag, an dem die erste Eskalationsstufe zu einem höheren Ticketpreis drohte, ernannten die Organisatoren den Early-Bird-Tarif kurzerhand zum Einheitspreis. Auch wenn es dazu keine offiziellen Aussagen gibt: Sicherlich nicht wegen zu großem Andrang bei der Online-Registrierung.

Was 2017 die Diskussionen in Köln antreibt

Bei deutlich über 1.000 Ausstellern, sechs Ausstellungshallen, mehr als 400 Stunden Kongressprogramm, zahllosen Seminaren und einem Anspruch der Organisatoren, die gesamte digitale Transformation thematisch abzudecken, fällt es schwer, einen Überblick zu wahren. Dennoch - die sieben wichtigsten Themen der dmexco sind:
Über allem steht der Anspruch der dmexco, die digitale Transformation der Branche zu begleiten. "Wir wollen Brands und ­Experten stärker und intensiver zusammenbringen, als sie es woanders können", erklärt dmexco-Mastermind Christian Muche auf die Frage, was genau er sich denn unter dieser Transformation vorstelle.
Deshalb soll die Messe in Köln auch ­zweierlei leisten: Marktplatz für das Tagesgeschäft der Branche sein und gleichzeitig Showbühne für die Trends von morgen. Dabei spannt vor allem der Kongress den thematischen Bogen bewusst weit.
Wenn etwa der ESA-Astronaut Thomas Reiter mit seinem NASA-Kollegen David Meza da­rüber diskutiert, wie die Digitalisierung die bemannte Raumfahrt verändert hat (13. September, ab 11.05 Uhr, Experience Hall), dann mag das für das Einbuchen der Weihnachtskampagnen keine entscheidenden Impulse liefern - für die Frage, wie Menschen in Zukunft mit komplexen technischen Geräten in verteilten Ökosystemen umgehen werden, jedoch schon.
Welche Auswirkungen die digitale Transformation auf die Agenturwelt hat, wird ebenfalls Thema in Köln sein. Bob Greenberg, Chef der Agenturgruppe RGA, fordert ein neues, disruptives Agenturmodell, mit dem sich die Kreativen gegen Herausforderungen wappnen können, die ihnen durch Beratungsunternehmen entstehen. Wer Greenberg hören möchte: Am 13. September um 17 Uhr in der Congress Hall.




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