PWC-Studie zu Werbespendings 23.10.2012, 12:14 Uhr

Online-Werbung überholt TV

Das Internet ist zum Werbemedium Nummer 1 aufgestiegen, sagt eine Studie des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers (PWC). Die Analysten bescheinigen dem Online-Werbemarkt einen Marktanteil von 23 Prozent an den gesamten Netto-Werbespendings, während auf TV-Werbung nur noch 20,8 Prozent der Ausgaben entfallen.
Online-Werbung hat bereits in diesem Jahr die Fernsehwerbung überholt - zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wirtschafsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC), die das "Handelblatt" heute veröffentlicht hat. Demnach beträgt der Netto-Marktanteil, den Online-Werbung am gesamten Werbemarkt auf sich vereinigt, 23 Prozent und sei im vergangenen Jahr um 12 Prozent gewachsen. Fernsehsender könnten hingegen nur noch 20,8 Prozent der gesamten Netto-Werbespendings für ihren Kanal gewinnen. 
Zuletzt hatte der Online-Vermarkterkreis (OVK), der dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) angehört, im September eine Schätzung der Marktanteile vorgestellt. Danach soll TV-Werbung bis Ende des Jahres noch einen Marktanteil von 38,2 Prozent erreichen, während Online-Werbung auf 21,8 Prozent kommen sollte.
Im Unterschied zur PWC-Studie schätzt der OVK aber lediglich die Bruttoerlöse der Werbeträger und damit die Einnahmen, die erzielt worden wären, wenn alle Anzeigen und Spots nach Preisliste bezahlt werden. PWC versucht hingegen die tatsächlich geflossenen Umsätze abzuschätzen, die aufgrund von Rabatten oft erheblich niedriger ausfallen.
Aufgrund dieser Differenz erscheinen die TV-Umsätze in der OVK-Betrachtung größer als die Online-Umsätze, die sich großteils (zum Beispiel im Performance-Marketing) nur Netto ausweisen lassen.
PWC geht davon aus, dass sich der Abstand der beiden Mediengattungen in den kommenden Jahren noch vergrößern wird: "Die Verlagerung der Werbebudgets ins Internet und zugunsten von digitalen Medien wird auch in den kommenden Jahren nicht nachlassen," zitiert das Blatt Werner Ballhaus, Partner und Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PWC.
Der deutschen Medienbranche attestiert PWC insgesamt gute Zukunftsaussichten. So soll die Branche bis 2016 jährlich um 2,8 Prozent wachsen. "Für die kommenden fünf Jahre erwarten wir ein robustes Wachstum des deutschen Medienmarktes, angetrieben vor allem durch die steigenden Erlöse bei den digitalen Medien", sagte Ballhaus.
Insgesamt stiegen die Ausgaben für Werbung aufgrund der guten Binnenkonjunktur im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent und erreichten damit beinahe das Niveau vor der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008. Die Beratungsgesellschaft ist überzeugt, dass die deutsche Medienbranche aufgrund des günstigen Werbe- und Konsumenklimas im Jahr 2016 die Hürde von 70 Milliarden Euro nehmen werde.



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