Bewegtbild-Marketing 16.07.2014, 15:05 Uhr

Online-Videos im Verkauf einsetzen

Online-Videos spielen eine prominente Rolle in der Kommunikation mit potenziellen Kunden. Um Erfolg zu haben, sollten Unternehmen einige Regeln beachten.
(Quelle: Shutterstock.com/issumbosi)
Studien zeigen, dass bei Video-Betrachtern die Wahrscheinlichkeit des Einkaufs um 64 Prozent steigt. Zudem verlängert sich die Dauer des Besuches einer Webseite um rund zwei Minuten. Doch nur wer seinem Kunden gewünschte Inhalte am gewünschten Ort und zur gewünschten Zeit anbietet und dafür sorgt, dass der Kunde sie schnell findet, wird seine Produkte erfolgreich anbieten. Neil Berry, VP EMEA bei dem Video-Technologie-Anbieter Ooyala, nennt die Grundregeln.
Dem Kunden das anbieten, was er will
 
Jeder Kunde ist verschieden. Manche suchen Beratung, andere Inspiration, wieder andere einfach den Thrill oder die Verlockung. Botschaften und Elemente einer Marke und des damit verbundenen Lebensstils lassen sich bestens in ein kurzes Video packen. Zugleich kann ein höherer Supportlevel erreicht werden, der sich sonst nur durch ein telefonisches Gespräch verwirklichen ließe. Wer Videos so einsetzt, verführt die Kunden dazu, mehr Zeit mit ihrer Marke zu verbringen.

 
Den Kunden auf seinem bevorzugten Bildschirm abholen
 
Videos werden auf immer mehr Medien betrachtet. Die Tendenz geht dabei auch zum längeren Video
Quelle: Ooyala Global Video Index Q1 2014
Fernsehen und Video finden längst nicht mehr nur auf der Couch im Wohnzimmer statt. Der Kunde will überall und jederzeit Videoinhalte betrachten – auf dem Smart-TV genauso wie auf Tablet oder Smartphone. Das gilt auch für die Recherche im Vorfeld des Kaufes. Viele E-Commerce-Shopper informieren sich zunächst auf dem Smartphone über Produkte, um dann abends am Tablet in Ruhe den Einkauf zu tätigen.

 
Die Konsequenz: Produktvideos müssen überall und zu jeder Zeit des Entscheidungsprozesses verfügbar sein. Wer den Käufer  hier abholen will, muss verhindern, dass Statusmeldungen wie "video buffering" oder "nicht kompatibel mit ihrem Gerät“ den Zuschauer zum Ausschalten bewegen.
 
Produkte gehören in den Index
 

Die richtige Indizierung der Produkte ist enorm wichtig. Denn sie macht Markenbotschaften schnell und einfach auffindbar. Zuerst einmal sollte jeder Webauftritt eine eigene Landing-Page für jedes Video einrichten. Zudem gilt: Je organisierter sich der Inhalt sich auf der Webseite befindet, umso besser ist er auffindbar. Eine wichtige Rolle spielt hier eine Sitemap. Ebenso hilft die Einbettung von Videos in erläuternde Texte, Bilder oder Audio-Files, die suchmaschinenwirksam auf den Video-Inhalt hinweisen. Durch eine Algorithmen-gestützte Big-Data-Analyse können Betreiber von Webseiten auswerten, welche Videos angeklickt wurden und das entsprechende Angebot an ergänzenden  Videos bereitstellen.
 

Inhalte teilen und für die Suche optimieren
 

Gerade Social Media spielen eine immer größere Rolle für die Sichtbarkeit der eigenen Videos. Ein solch geteilter Link auf Twitter  Youtube oder Facebook verweist wieder auf die eigene Website, generiert automatisch Traffic und steigert die Sichtbarkeit. Ein Share-Button ist daher Pflicht und nicht nur schmückendes Beiwerk.
 
 
Vertrauen ist gut, Analyse ist besser
 
Wichtig ist aber auch zu wissen, welche Videos beim Kunden ankommen. Dabei kommt es nicht nur auf den Inhalt, den Moderator oder die Tonalität an, sondern auch auf das technische Format. Manche Kunden bevorzugen zweiminütige Videos, andere Fünfminüter.Unternehmen sollten analysieren, welche Videos angeklickt wurden und welche zusätzlichen Inhalte in der Folge aufgerufen wurden. Daten werden anonymisiert gesammelt und geben zugleich einen Snapshot des Zugriffs. So können Unternehmen zielgerichtet auf die Nachfrage reagieren und – wie tatsächlich geschehen – das nächste stationäre Geschäft dort eröffnen, wo laut geographischer Analyse der Zugriffsdaten eine Fangemeinde ansässig war.
 
Video-Marketing ist nicht gleich Youtube
 
Viele Unternehmen sehen in YouTube den richtigen Kanal für Ihre Produktvideos. Doch Youtube hat auch seine Nachteile, vor allem durch die mangelnde Kontrolle.  Im schlimmsten Fall können daher Inhalte und Anzeigen gemeinsam mit dem Video angeboten werden, die entweder auf die Konkurrenz hinweisen oder das Image der eigenen Marke beeinträchtigen.

Der Webvideopreis 2014 hat in der Kategorie "Fail"  das schlechteste Werbevideo des Jahres mit dem "Silbernen Sellerie" ausgezeichnet. INTERNET WORLD Business zeigt die Nominierten und den Gewinner.





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