Amazon setzt auf personalisierte Anzeigen 30.01.2013, 08:59 Uhr

Mit neuer Werbestrategie gegen Google und Co.

Bereits vor sechs Jahren stieg Amazon in den Werbemarkt ein, verkaufte aber zunächst keine zielgerichteten Anzeigen. Das möchte das Unternehmen nun ändern und verstärkt in personalisierte Werbung investieren. Dafür sollen die Daten der rund 188 Millionen Kunden genutzt werden, die über die Online-Plattform einkaufen.
Der Markt für personalisierte Werbung bekommt einen neuen Mitspieler: Wie die Financial Times berichtet, will Amazon seine digitalen Werbemöglichkeiten ausweiten und zukünftig die Daten seiner rund 188 Millionen aktiven Nutzer, die über die Plattform einkaufen, noch stärker für Marketingzwecke nutzen.
Das neue Werbeangebot soll laut Amazon sowohl Werbungtreibenden als auch den Kunden klare Vorteile bringen. So könnte ein Nutzer, wenn er auf Amazon nach einem bestimmten Gegenstand sucht, diesen aber dort nicht findet, zukünftig einen Werbebanner und einen Link zu einem Unternehmen bekommen, das eben diese Ware anbietet. Die neue Reihe von Werbeformen soll auf den Amazon-Seiten, auf Kindle-Lesegeräten, sowie einem Netzwerk anderer Seiten im Internet erscheinen.
Im Vergleich zu den großen Playern auf dem digitalen Werbemarkt wie Google, Yahoo, Facebook, Microsoft und AOL, spielte Amazon in puncto Online-Werbung bislang eher eine untergeordnete Rolle. Allerdings konnte das Unternehmen seine Werbeeinnahmen in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 58 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar erhöhen.
Die neue Werbestrategie von Amazon könnte den Markt für personalisierte Werbung und die Aktivitäten der Konkurrenten allerdings kräftig durcheinanderwirbeln, meinen Marketer. Die klaren Vorteile, die Amazon im Vergleich zu Google hätte, wären die großen Datensätze, die auf aktuellen Verbraucherdaten basieren ebenso wie die Personalisierungsmöglichkeiten und die günstige Angebote.
Und: Je öfter die Konsumenten und Werbungtreibenden direkt zu Amazon gehen, um nach Produkten zu suchen, desto größer wird die Bedrohung für etablierte Größen wie Google. Das bestätigt auch Colin Gillis, Technologie-Analyst bei BGC Partner: "Was ist der Unterschied zwischen einem User und einem Kunden? Ein Kunde hat Ihnen seine Kreditkartendaten gegeben. Google hat zwar Millionen User, aber deutlich weniger Kunden".



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