Meine Top-Kampagne 04.01.2017, 15:00 Uhr

Lidl: Der neue Jedi-Meister im Social Web

In regelmäßigen Abständen bewerten und analysieren Experten aus der Digitalbranche exklusiv für uns aktuelle Werbekampagnen. Diese Woche kommentiert Christian Scholz von der Initiative Media.
Schon die klassische Kampagne fiel ins Auge: Lidl vergleicht Preise! Marke versus Eigenmarke. Nicht etwa bei Idealo oder irgendwo im Internet. Nein, auf ­einem Plakat. Und in einem TV-Spot. Und ja, auch digital.
Nachdem sich Aldi gerade die erste vielbesprochene Image-Kampagne im TV ­geleistet hat, finde ich als Stratege die Lidl-Kampagne ebenso erwähnenswert.
Sie ist sehr nah an der Marke und erfrischend pragmatisch, auf den ursprünglichen USP (Unique Selling Proposition / Alleinstellungsmerkmal) von Lidl ausgerichtet, zumindest aus meiner Konsumentensicht: "Such dir aus, was du zahlen möchtest". Kein Chichi, keine emotionalen Bilder, keine Qualitätsbeteuerungen der Eigenmarke. 
Und dann dieses überaus dynamische Handling im Marketing, als das falsch geklebte Plakat im Social Web die ­Runde machte: "Die Wahl du hast". Die Star-Wars-Gemeinde griff es sofort auf und Lidl reagierte prompt: "Viel zu lernen du noch hast".
Bemerkenswert ist, dass so ein großes Unternehmen so initiativ auf die Ereignisse im ­Social Web eingeht und dieses Medium so clever für sich nutzt. Erwähnenswert ist zudem die unterhaltsame Fehde mit Penny, die den Preisvergleich direkt aufgreift.
Das Lidl-Marketing-Team hat vieles richtig gemacht. Dem Ganzen kann kein Redaktionsplan oder Ähnliches vorausgegangen sein. Besonders bei großen Unternehmen verhindern Freigabe-Ketten wahrscheinlich einige Chancen, die sich in dem Kanal für relevante und zielgruppenfokussierte Kommunikation ergeben. Lidl bleibt aktiv und kommentiert: "Na klar, Freundschaft ist aber nur gültig, solange das Angebot reicht. #nichtnurimAngebot #nichtvergessen #lidllohntsich #immer".
Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit ihrer Kampagne junge Kunden für sich gewinnen und warum alles Absicht ist, erklärt Pascal Kässmann.



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