Online Marketing Rockstars 25.03.2018, 16:06 Uhr

5 Wege, um gegen die GAFAs bestehen zu können

Es war wie gewohnt ein Festival der Superlative: Die Online Marketing Rockstars wollten schneller, besser und digitaler als alle anderen sein - und setzten dabei auf Offline-Rockstars wie Metallica-Drummer Lars Ulrich.
Highlight der diesjährigen Rockstars: Metallica-Drummer Lars Ulrich
(Quelle: shutterstock.com/Yulia Grigoryeva )
Eines gleich vorweg: Entgegen zahlreicher Vermutungen stand am Abend des zweiten Konferenztages doch nicht Metallica, sondern "nur" die Hamburger Band Deichkind auf der Bühne der Online Marketing Rockstars. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Mehr als 40.000 Besucher versammelten sich an den beiden Tagen auf dem Hamburger Messegelände - rund 14.000 Besucher mehr als im Vorjahr. An der Konferenz nahmen 7.000 Besucher teil.
Bei der Vermittlung von neuen Themen, Trends und speziellem Fachwissen können die Rockstars die d3con oder die dmexco (noch) nicht schlagen. In Sachen Entertainment, Unterhaltung und technisches Equipment lassen die jungen Wilden die etablierten Konkurrenz-Veranstaltungen aber alt aussehen. Netzexperten, Influencer, Wissenschaftler, Politiker und Musiker, kurz alle, die im engeren und weiteren Sinn mit dem Internet zu tun haben, trafen sich in diesem Jahr in sechs Hallen, präsentierten Produkte, diskutierten Entwicklungen und feierten.
Die Besucher konnten dabei zahlreicher Branchen-Prominenz begegnen, darunter Zalando-Gründer Robert Gentz, der New Yorker Marketing-Professor Scott Galloway oder "Die Höhle der Löwen"-Juror Frank Thelen, die Influencer Lena Gercke oder die schwäbischen Zwillinge Lisa und Lena, die bei der App musical.ly mehr als 27 Millionen Follower haben. Auch ein echter Rockstar war vor Ort: Metallica-Drummer Lars Ulrich gab sich mit seinem Vortrag "Inside Metallica" die Ehre, er gilt als Kenner der digitalen Szene.

Politik wird immer wichtiger - Party aber auch

An politischen Themen mangelte es ebenfalls nicht. "Politik nimmt bei uns eine immer zentralere Rolle ein, weil der ganze Bereich Digitalmarketing in die Mitte der Gesellschaft gerückt ist", erklärte Veranstalter Philipp Westermeyer. So gingen etwa CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn und Ex-"Bild"-Chef und Storymachine-Gründer Kai Diekmann der Frage nach, was Gründer von der Politik erwarten. Und Andrus Ansip, Vizepräsident der EU-Kommission, oder SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil beschäftigten sich mit Themen wie die neue Datenschutzgrundverordnung oder die geplante E-Privacy-Richtline.
Der Mix von Konferenz und Konzerten sei ein Konzept, das sich nach den Bedürfnissen der Zielgruppe ausrichte, meint Philipp Westermeyer. "Unsere Besucher wollen nicht nur Business machen, sondern ein gesamtheitliches Erlebnis. Heutzutage geht Berufliches und Privates viel mehr zusammen und dann feiert man eben auch noch gemeinsam."

Der Weg zum Kunden

Westermeyer selbst hielt die Eröffnungskeynote und gab den Zuschauern fünf Möglichkeiten an die Hand, wie sie im digitalen Ökosystem gegen Google, Amazon, Facbeook und Apple (GAFA) bestehen können.
  1. Horizontalisierung - in die Breite gehen; Beispiel Zalando: Der Händler erweitert seit 2008 sein Portfolio zunehmend, von Schuhen über Fashion bis hin zu Beauty, um den Kunden besser monetarisieren zu können.

  2. Den Kunden halten - etwa mit Abomodellen oder mit gutem Customer Relationship Management (CRM), als eines der Kernwachstumsbereiche für cleveres Marketing.

  3. Auffallen: Egal ob durch provokante Aktionen oder als Personenmarke: Beispiele wie Truefruits, Naketano oder Gary Vaynerchuk zeigen, wie man im Gedächtnis der Nutzer bleibt.

  4. Digital PR - je absurder, desto besser, wie Teslas Mars-Aktion jüngst bewies. Absurditäten oder spezielle Events wie Apples WWDC oder der Influencer Award von About You bleiben haften.

  5. Agilität auf den verschiedenen Plattformen - egal ob es um Google Shopping,  Mobile, Facebook oder das "Brick and Mortar"-Geschäft geht. Nur wer flexibel und agil bleibt, sich anpasst und abseits der gelernten Wege geht, hat langfristig Chancen.
Das gilt auch für klassische Branchen-Events wie die dmexco. Ob die Rockstars nun besser sind, lässt sich nicht beantworten. Fest steht zumindest, sie sind anders und schaffen es mit einer gekonnten und durchdachten Mischung die unterschiedlichsten Zielgruppen zu locken - von den jungen Studentinnen der Hamburg Media School bis hin zum CEO. Lernen kann die dmexco in jedem Fall viel von der Westermeyer-Show - und wenn es nur darum geht, wie man als Marke das ganze Jahr über mit verschieden Content-Formaten präsent bleibt.



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