Useful Brand Experience 20.11.2015, 13:00 Uhr

UBX Konferenz: Warum Werbung anders werden muss

Wieso wendet sich die Generation Y von der Werbung ab? Warum verhalten sich Werber wie durchgeknallte Stalker und wie lässt sich die Zielgruppe wieder für Marken begeistern? Darum ging es auf der UBX Konferenz.
Konsumenten wollen nicht angeschrien werden
(Quelle: Shutterstock.com/Kudla)
Werbung muss nützlich sein, wenn Marken ihre Zielgruppe in Zeiten von Adblockern weiterhin erreichen wollen. Darüber waren sich die Experten auf der ersten UBX Konferenz (UBX steht für "Useful Brand Experience") in München einig. "Wir fallen anderen auf die Nerven", stellte Ralf Heller, Initiator der Konferenz und und Gründer der Agentur Virtual Identity, gleich zu Beginn fest: "Als ich vor zwanzig Jahren im Agenturgeschäft angefangen habe, war Werbung noch cool." Heute sei das völlig anders. Heller verglich die Markenkommunikation mit zwischenmenschlichen Annäherungsversuchen. Am Beispiel des fiktiven BWL-Studenten "Martin" zeigte er, was man dabei alles falsch machen kann.
Die erste UBX Konferenz in den Räumen von Virtual Identity
(Quelle: Virtual Identity)
 Um seine Flamme "Karoline" für sich zu gewinnen, klingelt Martin zehn Mal am Tag ungefragt an ihrer Haustür (Stichwort Penetration). Außerdem schreibt Martin ihr ständig SMS, Briefe und ruft bei ihr an (Stichwort 360 Grad: Die Botschaft an die Zielgruppe über alle Touchpoints versenden). "Wenn Martin das so gemacht hat, kennt Karoline ihn mit Sicherheit. Bestenfalls hält sie ihn für eine langweiligen Spinner. Oder sie hält ihn für einen durchgeknallten Stalker", so Heller. Und viele Marken verhielten sich eben genau wie durchgeknallte Stalker. Die Folge: Die Zielgruppe wendet sich von ihnen ab.

"Große Gefahr, dass Marken ihre Zielgruppe verlieren"

Jeder Deutsche erhalte ungefragt rund 3.000 ungewünschte Werbebotschaften pro Tag, zählt der Agenturgründer auf, immer mehr genervte User installieren Adblocker. "Wer die Wahl hat, entscheidet sich gegen Werbung", sagt Heller - und das treffe insbesondere auf die konsumkritische Generation Y, also die sogenannten Digital Natives, zu: "Die Gefahr war noch nie so groß, dass Marken ihre Zielgruppe verlieren", warnt Heller. Statt nur zu senden sollten Marken auch damit anfangen zuzuhören und sich in ihre Zielgruppe einzufühlen.



Das könnte Sie auch interessieren