Marketing-Studie 17.11.2014, 13:00 Uhr

Viele Marketer lassen Big Data links liegen

Mithilfe von Big Data können Kunden genauer angesprochen werden. Davon sind Marketingverantwortliche in Deutschland überzeugt - viele schöpfen das Potenzial hinter den Daten dennoch nicht aus.
(Quelle: Fotolia.com/alphaspirit )
Zwar sieht ein Großteil der Marketingverantwortlichen in Deutschland die Datennutzung als Vorteil (79 Prozent), dennoch nutzt nur ein Viertel von ihnen, nämlich 21 Prozent, beispielsweise Kundendaten für das Dialogmarketing. Zudem hat nur die Hälfte (53 Prozent) vor, mithilfe von Kunden- und Verhaltensprofilen die Kundenbindung zu stärken. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Datengetriebenes Marketing - Marketing-Realität versus Kundenwunsch" des Marketing-Technologie-Anbieters Silverpop.
Marketer konzentrieren sich demnach in vielen Fällen nur auf einzelne Datenquellen, wie vor allem das CRM-System (72 Prozent). Informationen aus anderen Quellen wie etwa Hotline-Gesprächen (44 Prozent), Social-Media-Kanälen (35 Prozent) oder Waren-Wirtschaftssystemen (28 Prozent) lassen sie oft ungenutzt. Auf sogenannte Predictive-Analytics-Systeme, die dabei helfen sollen, das Kaufverhalten von Verbrauchen vorherzusehen, greifen nur fünf Prozent der Befragten zurück. Zudem nutzen 58 Prozent der Befragten keine "weichen" Daten, wie zum Beispiel Meinungsbeiträge aus öffentlichen Foren oder Produktbewertungen. Auch Check-in-Daten aus standortbezognenen Diensten wie Foursquare oder Facebook Places, die sich beispielsweise zum Gutschein-Marketing nutzen ließen, werden nur von vier Prozent der Marketer beachtet.
"Quellen, die besonders viel Potenzial für besseres Kundenverständnis bieten, kommen bisher viel zu wenig zum Einsatz", findet Sebastian Hölzl, Director Marketing Strategy Europe bei Silverpop. Dadurch gingen Marketingverantwortlichen Millionen an Marketingbudget verloren. Für die Studie wurden - allerdings schon im August 2013 - insgesamt 100 Marketingverantwortliche in deutschen Unternehmen ab 250 Mitarbeitern befragt.
Aus Kundensicht ist Big Data vor allem eins: ein Tauschgeschäft. Für ein Plus an Sicherheit oder einen finanziellen Mehrwert akzeptieren es die Verbraucher, dass Unternehmen ihre Daten sammeln und analysieren. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie "Potenzialanalyse Big Data Analytics " von Steria Mummert Consulting.



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