Interview mit Technologie-Anbieter 17.12.2015, 10:00 Uhr

Das steckt hinter Outstream-Werbung

Die Bewegtbildbranche boomt und das Inventar ist knapp. Deswegen setzen Online-Vermarkter zunehmend auch auf Outstream-Werbung. Aber welche Vorteile hat das Format und welchen Anforderungen gibt es?
Die Outstream-Werbung erscheint beim Scrollen zwischen Artikeln
(Quelle: Mov.ad )
Instream-Werbeformate dominieren den digitalen Bewegtbildmarkt. Doch Pre- und Post-Rolls erzielen längst nicht mehr die Leistungswerte wie früher. Das belegte eine Nielsen-Studie schon Anfang dieses Jahres. Outstream-Videos haben, so die Ergebnisse, eine bessere Werbewirkung.
Nun hat der Bewegtbildvermarkter IP Deutschland eine Kooperation mit dem Münchner Technologie-Anbieter mov.ad angekündigt: Beim RTL-Vermarkter will man Outstream-Videos etablieren. Das Werbeformat erscheint beim Scrollen in einem Text. Es handelt sich folglich um ein In-Page-Format. Das bedeutet auch, dass Publisher nicht mehr zwingend eigenen oder erkauften Videocontent benötigen, um Bewegtbildwerbung zu nutzen.
Thomas Klimpel, Geschäftsführer der mov.ad GmbH

Im Interview: Thomas Klimpel

Auf Portalen wie n-tv.de und wetter.de wird Outstream bereits getestet. INTERNET WORLD Business hat mit Thomas Klimpel, Geschäftsführer von mov.ad, über die Grundlagen und Anforderungen des Bewegtbildformats gesprochen.
Was steckt hinter dem VAST-Standard?
Thomas Klimpel:
VAST (Video Ad Serving Template) ist eine vom Interactive Advertising Bureau (IAB) international standardisierte Werbemittelbeschreibung für das Ausspielen von Bewegtbildwerbeformaten, die im Wesentlichen die Kommunikation zwischen dem Videoplayer und dem Adserver definiert. Zudem werden die Terminologie und technische Größen wie zum Beispiel endgerätespezifische Formate für die einzelnen Player, die unterschiedlichen Qualitätsstufen der Videodateien (Bit-Raten), die Trackingmöglichkeiten, die Vermarktern und Agenturen zur Verfügung stehen, standardisiert.
Mit VAST können Video Ads playerunabhängig eingebunden werden, was zahlreiche Vorteile für Publisher bzw. Vermarkter und Agenturen bringt. Uns als Bewegtbildspezialisten bietet der VAST-Standard die Möglichkeit, auf offenen Standards basierende und damit höchstkompatible Lösungen zu entwickeln, wie wir es mit mov.ad out.stream getan haben.
Ist beim automatischen Start des Videos der Ton an oder aus?
Klimpel:
Grundsätzlich ist das individuell einstellbar. Voreingestellt ist, dass der Autoplay erst startet, wenn das Video zu mindestens 50 Prozent im sichtbaren Browser-Bereich ist, wobei der Schwellenwert variiert werden kann. Der Ton ist dann bei "Mouse Over" an, das heißt, wenn der Cursor auf dem Player ist.
Welche Umfeldanforderungen gibt es im IP-Portfolio?
Klimpel:
Zum Beispiel variable Formatmaße für das Werbemittel. Design- beziehungsweise Layout-bedingt hat das Outstream-Werbeformat auf n-tv.de andere Abmessungen als auf wetter.de. Auch sollte der Player in die Ad-Bibliothek von IP Deutschland integrierbar sein.
Wodurch zeichnet sich das Outstream-Werbeformat aus?
Klimpel:
Outstream Video ist ein innovatives, aufmerksamkeitsstarkes Bewegtbildwerbeformat, das im Gegensatz zu Instream-Videowerbung in Form von Pre-, Mid- oder Post-Rolls nicht in Video-Content eingebunden ist, sondern in Textumfeldern zwischen Absätzen platziert ist und damit Bewegtbildwerbung auch jenseits von Videoumfeldern ermöglicht. Outstream verfügt durch seine Großflächigkeit und das Bewegtbild über eine starke Aufmerksamkeits- und Emotionalisierungsleistung.
Gleichzeitig erzielt das Format durch vielfältige Interaktionsmöglichkeiten des Nutzers mit dem Werbemittel - Scrollen, Klicken, Mouse Over, Buttons, Icons -– ein hohes Nutzer-Involvement. Und Outstream bietet echte Viewability: Der Spot wird dem Nutzer nur gezeigt, wenn dieser aktiv gescrollt hat und der Player dadurch im sichtbaren Bereich des Browsers liegt. Ebenso stoppt der Werbeclip, wenn der Nutzer wieder herausscrollt. Es handelt sich bei Outstream also um echt gesehene Videoimpressions.
Was sind die Vorteile von Outstream?
Klimpel:
Zum einen können Bewegtbildvermarkter mit Outstream ihre Bewegtbildwerbereichweite auch jenseits von Videoumfeldern erfolgreich skalieren und damit die das Angebot bei weitem übersteigende Nachfrage nach Videowerbung adäquat bedienen. Zum anderen können Publisher und Vermarkter ohne Bewegtbildcontent Videowerbeinventar schaffen und damit zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten und -umsätze generieren.
Welche Nachteile gibt es im Gegensatz zu Instream-Videos?
Klimpel:
Technisch, von den kreativen Gestaltungsmöglichkeiten und von der Werbewirkungsleistung, kann Outstream alles, was auch Bewegtbildwerbung in klassischen Videoumfeldern bietet. Insofern sehe ich hier keine Nachteile im Vergleich zu Instream.
Welche Rolle kann Outstream im Bewegtbild-Kanon in Zukunft einnehmen?
Klimpel:
Outstream ist sicher eine leistungsstarke Ergänzung zu Instream- und In-Page-Formaten. Gerade beim Reichweitenaufbau von Online-Videokampagnen und der Erzielung von Multiplying-Effekten bei der Werbewirkung kann Outstream wertvolle Beiträge leisten. Insofern bin ich überzeugt davon, dass Outstream schon bald seinen festen Platz in der digitalen Bewegtbildwerbung haben wird.



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