Visibility auf Amazon: Mit SEO und Anzeigen auf die erste Seite

Buy-Box und Amazon-Anzeigen

2. Buy-Box-Optimierung

Die Buy-Box ist der Kasten am rechten Rand, die den Button "In den Einkaufswagen" umrahmt. Gibt es mehrere Anbieter für ein Produkt, wählt Amazon einen davon aus und hinterlegt ihn dort als Verkäufer. Die Optimierung der Buy-Box ist deshalb vor allem für jene Händler wichtig, die keine exklusiven Vertriebsrechte für ihre Produkte besitzen.
 
Nach welchen Kriterien ein Händler in die Buy-Box integriert wird, gibt Amazon nicht im Detail bekannt und nennt nur Preis und Verfügbarkeit. Mit dem Preis ist der Gesamtpreis inklusive Steuer und Versandkosten gemeint - je niedriger desto besser. Ebenfalls eine Rolle spielt die Versandmethode. Hier haben Händler die Wahl, den Versand von Amazon durchführen zu lassen – in diesem Fall bekommt der Händler automatisch die volle Punktzahl für die Logistik - oder das Fulfillment selbst zu übernehmen. E-Commerce-Unternehmer, die die hohen Logistik-Standards von Amazon nicht erreichen, haben allerdings wenig Chancen, in der Buy-Box angezeigt zu werden.
 
Versanddauer, -zuverlässigkeit, Händlerbewertungen sowie der Anteil fehlerhafter Bestellausführungen (Order Defect Rate) und die Reaktionszeit auf Kundenanfragen fließen ebenfalls in die Positionierung ein. 

3. Anzeigen bei Amazon

Ähnlich wie bei Google AdWords können auch bei Amazon Produkte  beworben werden und als Anzeigen zu bestimmten Produktsuchen eingeblendet werden. Im Gegensatz zu früheren Anzeigen bei Amazon verlinken die neuen "gesponserten Produkte" nicht mehr auf die Händlerseite, sondern auf das jeweilige Amazon-Angebot des Händlers.
 
Da diese Anzeigen auf der ersten Ergebnisseite zu einem Suchbegriff präsentiert werden und die Anzahl der Verkäufe steigern, nehmen sie zusätzlich Einfluss auf das organische Ranking - eine interessante Option, SEO über Werbebudget zu beeinflussen.
 
Werbungtreibende können Kampagnen mit Anzeigengruppen und Suchbegriffen anlegen. Im Gegensatz zu Google müssen bei Amazon keine Anzeigentexte eingegeben werden. Es gibt auch die Möglichkeit, keine Keywords zu hinterlegen, sondern Amazons Algorithmus entscheiden zu lassen, bei welchen Suchanfragen die Werbung präsentiert wird.
 
Analog zu Google Shopping greift Amazon auf strukturierte Datenfeeds der Händler zu - im Gegensatz zu Googles Produktsuche besteht jedoch die Möglichkeit, einzelne Produkte mit ausgewählten Suchbegriffen und separaten Klickpreisen zu bewerben.
 
Die Bezahlung erfolgt - wie bei Google AdWords - pro Klick, die Gebote liegen (noch) deutlich unter denen in klassischen Suchmaschinen. Das Mindestgebot liegt derzeit bei zwei Cent.
 
Die Aussteuerungsoptionen sind derzeit nicht so ausgefeilt wie bei Google, sollen aber in den kommenden Wochen und Monaten granularer werden. Händler, die "gesponserte Produkte" bei Amazon nutzen möchten, sollten darauf achten
  • Anzeigengruppen nicht zu groß zu fassen
  • CPC auf Keywordebene festzulegen
  • Nicht zu viele Produkte mit identischen Suchbegriffen zu belegen
  • das Potenzial der Aussteuerungsoptionen zu nutzen.
Wie bei AdWords sollten Händler auch bei Amazons CPC-Anzeigen die Grundlagen der Suchwortvermarktung (SEA) beachten und vor dem Anlegen einer Kampagne ihre Ziele festlegen, Budget kalkulieren, das Ergebnis tracken und anhand dieser Ergebnisse die Kampagne überarbeiten.

Welche Optimierung für welchen Händler?

Ob für die Suchergebnisse oder für die Buy-Box optimiert wird, hängt in erster Linie davon ab, ob ein Händler ein Produkt exklusiv vertreibt - dann sollte er sich auf die Suche fokussieren. Denn je besser er rankt, umso mehr Traffic bekommt seine Produktseite und desto mehr Umsatz wird er erwirtschaften. In diesem Fall lohnt es sich auch, "gesponserte Produkte" zu buchen, um die eigene Position durch das Mehr an Abverkäufen, das durch die Anzeigen erzielt wird, zu verbessern.
 
Eine Optimierung für die Buy-Box bietet sich vor allem in jenen Fällen an, in denen der gleiche Artikel von vielen Shops via Amazon angeboten wird. Anzeigen zu schalten ist dann interessant, wenn die Buy-Box von einem anderen Händler besetzt ist oder das eigene Produkt nicht auf der ersten Seite zu einem Suchbegriff angezeigt wird.




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