Vorurteile und Fehleinschätzungen 17.09.2017, 11:36 Uhr

Die 8 häufigsten Fehler im Affiliate Marketing

Affiliate Marketing ist alles andere als ein Selbstläufer. Vorurteile und Fehleinschätzungen von Advertisern führen dazu, dass viele Partnerprogramme optimierungsfähig sind. Das sind die häufigsten Fehler und ihre Konsequenzen.
(Quelle: shutterstock.com/iQoncept)
Von Philip Kopp, Head of Affiliate bei der Performance-Agentur netzeffekt
"Affiliate Marketing ist das Allheilmittel für alle Advertiser: Risikolos und ohne viel Aufwand lassen sich selbst schwierige Produkte vermarkten." Ähnliche Vorurteile und Fehleinschätzungen von Advertisern führen dazu, dass viele Partnerprogramme optimierungsfähig sind. Wir nennen die häufigsten Fehler und ihre Konsequenzen im Affiliate Marketing.
 
1. Starte dein Programm und lehn dich zurück - du wirst sehen, es läuft wie von alleine
So einfach das Prinzip Affiliate Marketing auch ist, so komplex kann der Aufbau eines professionellen Programms sein. Als Advertiser kann man am meisten von seinem Partnerprogramm profitieren, wenn man den Kanal als werthaltigen Beitrag im Sales-Funnel begreift und sich mit den unterschiedlichen Affiliatemodellen vorbehaltlos auseinandersetzt.
Durch diese Vorurteile gegenüber Affiliate Marketing verbauen sich Advertiser ihre Chancen: Die Programmbedingungen werden sehr restriktiv formuliert, Segmente wie Gutscheine, Cashback, E-Mail, Retargeting werden tabuisiert.
Die gängige Bezahlung per Sale verleitet Advertiser dazu, das Risiko und die Kreativität der Traffic-Beschaffung allein beim Publisher zu sehen und das eigene Engagement auf ein Minimum zu begrenzen.
Affiliate Marketing ist kein kostenloser Testkanal, bei dem die Partner ins eigene Risiko gehen um die Marktfähigkeit eines Produkts zu testen oder eine Vermarktungsstrategie zu entwickeln.
2. Schalte Dein Programm am besten im November aus: Das Weihnachtsgeschäft kann ganz schön ins Geld gehen
Affiliate Marketing ist ein langfristiges und nachhaltiges Vermarktungsmodell, bei dem Publisher mit der Erstellung von Content und SEO-Strategien in Vorleistung gehen. Publisher rechnen mit einer konstanten Möglichkeit der Monetarisierung und planen saisonale Effekte mit ein.
Manche Advertiser kommen auf die irre Idee in der Hauptsaison die Provisionen zu senken, oder das Programm auszusetzen, weil "da ja sowieso der Traffic reinkommt" und das Budget gegen Jahresende vielleicht schon knapp wird.
Affiliates können auf (kurzfristige) Kampagnen nicht so flexibel reagieren, wie es etwa in Adwords oder Programmatic Kampagnen der Fall ist. Contentseiten können nicht beliebig aus-/angeschaltet werden - dies lässt sich auch den Usern schwer vermitteln.
 
3. Setze ruhig weiter auf reines Cookie Tracking, denn neue Technologien sind nur unnötige Spielerei
Ein Großteil der Affiliate-Programme wird noch immer ausschließlich auf Cookiebasis nach dem "Last-Cookie-Wins" getrackt. Adblocker, mobile Browser und Apps oder Endgerätewechsel innerhalb der Sales Funnels verhindern mittlerweile wirkungsvoll, dass die Tracking Cookies zuverlässig gesetzt beziehungsweise gelesen werden können. Da reines Cookie Tracking schon lange nicht mehr State-of-the-art ist, bieten Affiliate Netzwerke und Technologiedienstleister schon seit einiger Zeit wirkungsvolle Alternativen.
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Advertiser ihr Tracking Setup oft über Jahre nicht anpassen. Gründe sind dabei häufig Datenschutz oder technische Hürden. Als Publisher könnte man den Eindruck haben, dass sich Advertiser dagegen wehren, neue Trackingverfahren einzusetzen, um mit nicht erfassten Transaktionen Publisherprovisionen zu sparen.
Professionelle Publisher überwachen ihre Kampagnen sehr genau und führen im Verdachtsfall auch Testbestellungen durch. Ein unzuverlässiges Tracking bleibt nicht lange unbemerkt und stört das Vertrauen in ein Partnerprogramm nachhaltig.
 
4. Vermeide den direkten Kontakt zu Deinen Publishern, dann lassen sie Dich in Ruhe und Du sparst Dir sogar den Affiliate Manager
Im Affiliate Marketing profitieren alle Beteiligten von einem offenen Austausch von Informationen. Nur im Dialog kann ein Partnerprogramm strategisch weiterentwickelt werden - die kreativen Ideen stammen nicht selten von den Publishern. Affiliate Marketing ist außerdem ein People's Business:  der direkte und regelmäßige Kontakt zwischen Publisher und Advertiser respektive Agentur ist Usus. Gemeinsame Termine und Socializing auf den Branchenevents gehören zum guten Ton. 
Unverständlich daher warum es Partnerprogramme gibt, bei denen der Affiliate Manager nicht mit vollständigen Kontaktdaten benannt wird und Publisher ihren Ansprechpartner auf Advertiser- oder Agenturseite nicht kennen. Online-Verantwortliche, die mit ihren Publishern nichts zu tun haben wollen, sollten einen Spezialisten beauftragen, der seinen Job lebt und liebt.




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