So kriegen Publisher das Adblock-Problem in den Griff

Einen Deal mit dem User eingehen

Der Vollständigkeit halber nennt das IAB aber alle Möglichkeiten, die Publisher haben, um mit dem Adblock-Problem fertig zu werden. Dabei gehe es nicht um Empfehlungen, sondern nur darum, das ganze Spektrum an Möglichkeiten darzustellen, ohne diese zu werten.
  • Zugang verweigern: Hat der User einen Adblocker installiert, wird ihm der Zugang zum Content der Seite verweigert.
  • Payment: Hat der User einen Adblocker installiert bekommt er eine Meldung angezeigt. Anschließend gibt es eine entweder obligatorische oder optionale Zahlungsaufforderung.
  • Technische Umgehung: Wird ein Adblocker erkannt, kann die Ad nachträglich wieder in die Seite eingefügt werden. Das funktioniert in der Regel durch Änderung ihrer URL, so dass der Adblocker ihre Quelle, den Adserver, nicht erkennt. Allerdings kann das zu einer Eskalation der Auseinandersetzung zwischen Publisher und User führen, warnt das IAB.
  • Adblocker-Anbieter bezahlen: Um auf eine Whitelist zu kommen und damit kein Adblock-Opfer mehr zu sein, können Publisher die Unternehmen auch bezahlen. Etwas erstaunt es schon, dass das IAB rät, sich auf die Erpressung der Adblock-Companys einzulassen und sie damit zu stärken. Aber der Organisation schwebt ein anderes Szenario vor: Das Whitelisting könnte User motivieren, zu strengeren Adblockern zu wechseln, die keine Whitelists zulassen. So könnte der Industrie ein größerer umfangreicher Schaden zugefügt werden.
  • Eingeschränkter Zugang: Hat ein User einen Adblocker installiert, sieht er nicht den gleichen Content wie ein Nicht-Adblocker-User. Vor allem bekommt er nicht so viel Inhalte zur Verfügung gestellt.
  • User bezahlen: Publisher können ihre User auch bezahlen oder belohnen, wenn sie sich Werbung ansehen. Ähnlich funktioniert das schon in Games, wo der Gamer zum Beispiel ein Extra-Leben als Incentive bekommt, wenn er sich einen Werbe-Spot ansieht.
Das IAB schlägt jedoch vor, einen "DEAL" mit dem User einzugehen. DEAL steht für:
  • Detect Adblocking: Publisher müssen erstmal erkennen, welcher User überhaupt einen Adblocker benutzt. So kommt man mit ihnen ins Gespräch.
  • Explain: Publisher sollen den Usern dann erklären, wie der "Werteaustausch" funktioniert, den Werbung ermöglicht.
  • Ask: Die User sollen gefragt werden, ob sie ihr Verhalten ändern wollen. Nur dann könne der Austausch weiterhin funktionieren.
  • Lift or Limit: Beschränkungen aufheben, wenn der User Verständnis zeige oder Zugänge beschränken, wenn er das nicht tut.
"Wir wissen, dass User die Wahl haben wollen und das müssen wir respektieren", so Scott Cunningham, Senior VP Technology and Ad Operations. "Also lasst uns ihnen einen Wahl geben und einen Deal mit ihnen machen." Das Modell, hierzulande zuerst von Bild.de getestet, ist mittlerweile weit verbreitet. Auch Forbes oder die Wahsington Post experimentieren mit ähnlichen Modellen.




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