Adblocking-Kontroverse 16.10.2015, 09:30 Uhr

IAB bringt LEAN Advertising-Standard

Der Branchenverband IAB reagiert auf die Adblocking-Kontroverse mit einem neuen Advertising-Programm. In der Ankündigung des LEAN-Standards wird auch Selbstkritik geübt.
(Quelle: Shutterstock.com/David Crillet )
"Wir haben es vermasselt." So selbstkritisch beginnt der Branchenverband IAB (Interactive Advertising Bureau) mit der Ankündigung eines Programmes, das auf die Adblocking-Problematik im Online-Advertising reagieren soll. Das neue LEAN Programm steht für "Light, Encrypted, Ad choice supported, Non-invasive ads" und soll Publishern dabei helfen, ihre Webseiten nutzer- und gleichzeitig werbe-freundlich zu gestalten - und so sicherstellen, dass es weiterhin Werbeeinnahmen gibt, aber die eingeblendeten Anzeigen die Nutzer nicht mit langen Ladezeiten und unrelevanten Inhalten ablenken.
Man habe bei der Automatisierung und Monetarisierung jedoch außer Augen gelassen, dass der Überfluss an Werbung auf Kosten der Nutzerloyalität gehe, und dass Adblocking-Software als Reaktion zu einer Bedrohung für die kostenlose Bereitstellung von Inhalten werden könnte. Genau deshalb starte man jetzt das LEAN-Programm, so Scott Cunningham, Senior Vice President Technology und Ad Operations IAB, auf der IAB-Webseite.

Der User bekommt die Wahl

So sollen Publisher mit Hilfe der LEAN-Prinzipien der zunehmenden Nutzung von Adblocking-Programmen etwas entgegensetzen. Statt ihre Seiten mit zu viel Werbung zu belasten, die die Ladezeiten beeinträchtigt und letztlich das Nutzungserlebnis verschlechtert, plädiert der IAB dafür, über das LEAN-Programm Marketern, Publishern und Nutzern die Wahl zu lassen, wie sich die Nutzung gestaltet.
Der Handlungsbedarf liege dabei bei den Publishern, so Guy Phillipson, CEO des IAB in Großbritannien, gegenüber Digiday. Den Vorstoß des Axel Springer Verlags, der vor wenigen Tagen als Reaktion auf seine verlorene Klage gegen Adblock Plus die Webseite der Bild-Zeitung für Adblocker-nutzende Leser gesperrt hatte, hält Phillipson dabei nicht für ideal. Besser sei, die Nutzer davon zu überzeugen, die Adblocker auszuschalten, anstatt Inhalte hinter einer Paywall zu verstecken.

Es ist eine Entscheidung, die für die einen mutig und konsequent, für die anderen trotzig und lächerlich ist: Bild.de zeigt Nutzern von Adblockern künftig keine Inhalte mehr. Das denkt die Branche darüber.





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