Studie 05.07.2016, 14:45 Uhr

Die Hälfte der Adblock-User unterdrückt Werbung durchgehend

In Deutschland nutzen ein Drittel der Internetnutzer einen Werbeblocker. Die Hälfte von ihnen hat den Werbeunterdrücker durchgehend eingeschaltet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von YouGov.
(Quelle: Shutterstock.com/Stock Photo Astur)
In Deutschland nutzen rund 35 Prozent der User einen Adblocker. Davon haben fünf Prozent den Werbeunterdrücker sowohl auf dem privaten PC als auch auf dem Smartphone installiert. 27 Prozent nutzen ihn nur im Browser, drei Prozent nur auf ihrem Smartphone. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von YouGov Profiles zur Nutzung von Adblockern.
Von den Adblocker-Usern haben 52 Prozent, also über die Hälfte, den Werbeunterdrücker immer aktiviert. Das bedeutet, diese Nutzer machen keinen Unterschied zwischen Seiten mit qualitativer Werbung und Plattformen mit belästigenden Anzeigen. Das ist ein großes Problem für Advertiser, denn das heißt im Klartext, dass man diese User auch nicht mehr mit hochwertiger Werbung erreichen kann. Nur ein Drittel der Befragten schaltet den Adblocker auf bestimmten Seiten ab. Gezielt aktivieren elf Prozent der User beim Besuch bestimmter Webseiten einen Werbeunterdrücker.
Quelle: YouGov
"Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln zur Zulässigkeit von Adblockern steht die Online-Werbebranche weiterhin vor Herausforderungen", kommentiert Simon Kluge, Head of Business Unit BrandIndex bei YouGov.

Junge Männer blockieren am meisten

Die meisten Adblocker-User finden sich in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahre - und zwar 52 Prozent. 39 Prozent gehören der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen an. Jeder Dritte ist im Alter zwischen 45 und 54 Jahren. Von den Usern sind rund 60 Prozent männlich. Somit finden Adblocker laut Analyse bei jungen Männern am meisten Zuspruch.
Quelle: YouGov

Sorge um Informationsquelle

81 Prozent der Adblocker-User geben an, dass das Internet für sie ihre Hauptinformationsquelle ist. Rund 40 Prozent der Nutzer von Werbeunterdrückern machen sich Sorgen, wichtige News zu verpassen, weil Webseiten ihnen eine Vorauswahl an Inhalten liefern. 

Studiendesign

Die Auswertung fand auf Basis einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von mehr als 8.600 Teilnehmern aus dem deutschen Online Panel des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov statt.



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