OVK-Messung 21.08.2017, 10:55 Uhr

Adblocker-Rate in Deutschland: 20,44 Prozent im zweiten Quartal

Die Adblocker-Rate in Deutschland für das zweite Quartal 2017 ist da: Sie liegt laut OVK bei 20,44 Prozent (Desktop). Im Mobile-Bereich hat das Thema noch wenig Relevanz.
Die Adblocker-Rate in Deutschland liegt bei 20,44 Prozent.
(Quelle: Fotolia.com/martialred)
Im vierten Quartal 2016 jubelten die OVK-Mitgliedshäuser noch: Die Adblocker-Quote erreichte den historischen Tiefstand von 17,04 Prozent. Bereits im ersten Quartal dieses Jahres kam dann aber schon die Wende: Durchschnittlich wurde auf 19,92 Prozent der Page Impressions die Auslieferung von Online-Werbung verhindert. Ein ähnlicher Wert ergibt sich nun für das zweite Quartal 2017: Die Adblocker-Rate in Deutschland liegt bei 20,44 Prozent.
Stefan Schumacher (Gruner + Jahr e|MS), stellvertretender OVK-Vorsitzender, kommentiert: "Wir rechnen von Messung zu Messung mit gewissen wellenförmigen Schwankungen. Die derzeitige Entwicklung zeigt, dass das Thema nach wie vor sehr präsent ist. Wir müssen dabei am Ball bleiben und den Verbrauchern erklären, dass kostenfreie Dienste im Netz nur durch Werbepartner möglich sind. Wer Werbung blockt, schadet den Websites, die er nutzt, und damit sich selbst." Adblocking sei noch immer ein ernstzunehmendes Problem, so Schumacher.

(Noch) Keine Bedrohung im Mobilen

Vor dem Hintergrund der noch immer stark steigenden mobilen Internetnutzung sei es aber erfreulich, dass das Problem im Mobile-Bereich deutlich geringere Relevanz entwickelt. "Hier liegt die Adblocker-Rate weiterhin im niedrigen einstelligen Bereich", sagt Schumacher.
Zur Ermittlung der zentralen Adblocker-Rate erheben rund zwei Drittel der OVK-Mitgliedshäuser kontinuierlich und unabhängig voneinander den Anteil der geblockten Online-Werbung auf ihren Angeboten und melden diesen dem BVDW.
Die Adblocker-Raten im Überblick:
Q2 2017: 20,44 Prozent
Q1 2017: 19,92 Prozent
Q4 2016: 17,04 Prozent
Q3 2016: 19,11 Prozent
Q2 2016: 19,43 Prozent
Q1 2016: 20,09 Prozent
Q4 2015: 21,52 Prozent
Q3 2015: 21,16 Prozent
Ein für die Medienhäuser wenig erfreuliches Adblocking-Urteil gab es jüngst vor dem Oberlandesgericht München. Geklagt hatten die "Süddeutsche Zeitung", ProSiebenSat.1 und die RTL-Tochter IP Deutschland. Sie warfen Eyeo einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor und verlangten Schadenersatz. Wie das Münchner Oberlandesgericht aber nun entschied, darf das Kölner Unternehmen Eyeo seinen Werbeblocker AdBlock Plus weiter anbieten. Auch ist es dem Hersteller demnach erlaubt, Werbung durch den Eintrag in eine sogenannte Whitelist gegen Geld wieder zu ermöglichen.




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