Neue Zielgruppenauswahl 18.06.2019, 11:35 Uhr

Spotify ermöglicht Targeting auf Podcast-Hörer

Targeting bei Werbung nach Musikgenre gibt es schon lange. Spotify will jetzt auch auf der Basis von Podcast-Daten Anzeigen für Nutzer ohne Abo einblenden.
(Quelle: Spotify)
Werbetreibende können ab sofort bei Spotify ihre Anzeigen auf der Grundlage der Podcasts schalten, die die Nutzer anhören. Die neue Targeting-Option ist der erste Hinweis darauf, dass Spotify seine wachsenden Podcast-Aktivitäten nutzen will, um Anzeigen aufzuwerten und mehr Umsatz zu generieren.

Nach einem Testlauf mit Samsung und 3M zum podcastbasierten Targeting, wird die neue Option ab heute auf zehn Märkte ausgeweitet, darunter auch Deutschland neben den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Australien. Die Anzeigen unterscheiden sich dabei nicht von den bisher üblichen Spotify-Anzeigen: Sie werden zwischen Musiktiteln für all die Nutzer eingefügt, die nicht über ein Spotify-Abo verfügen, sondern den Dienst über den kostenlosen Zugang nutzen. 

Lukrativer Markt

Auch wenn sich die Podcast-Ads äußerlich nicht von den herkömmlichen Musik-Ads unterscheiden, dürften die Podcast-Anzeigen sich als lukrativer erweisen als Musik-Targeting. Denn neben der Zielgruppenauswahl nach Alter, Geschlecht, Standort und Gerät, bieten die Podcast-Daten nicht nur Hinweise über Genre- oder Playlist-Vorlieben der Hörer, sondern auch konkrete inhaltliche Interessen.
So können mit Hilfe des Podcast-Targeting beispielsweise gezielt Personen angesprochen werden, die sich für bestimmte Inhalte interessieren - und das sind besonders wertvolle Daten für Spotify. Für Werbetreibende könnten sich die Podcast-Ads von Spotify wiederum als probates Tool für die Ansprache von neuen Kunden erweisen. 

Vor wenigen Tagen hatte Spotify bereits optische Änderungen an der Darstellung der Musik-Bibliothek der Nutzer vorgenommen und die Podcasts vom Musikangebot getrennt. Obwohl Spotify über 200 Millionen aktive Nutzer hat, verzeichnete der Musik-Streamer im ersten Quartal 2019 Verluste in Höhe von 142 Millionen Euro.



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